Der Vorstandsvositzende von Rot-Weiß Essen Marcus Uhlig aufgeregt am Spielfeldrand.

Rot-Weiss Essen - Aufregung vor dem letzten Schritt

Stand: 10.05.2022, 08:19 Uhr

Es ist nur noch ein Schritt: Mit einem Sieg am Samstag gegen RW Ahlen könnte Regionalligist Rot-Weiss Essen endlich den Sprung in die 3. Liga schaffen. Die Nervosität rund um die Hafenstraße ist riesig.

Mehr Showdown geht kaum: Rot-Weiss Essen und Preußen Münster gehen punktgleich in den letzten Spieltag der Regionalliga West am kommenden Samstag.

Nach einer aufreibenden Spielzeit mit Höhen und Tiefen für beide Teams steht nun ein Fernduell an, das es in sich hat: RWE geht mit der um zwei Tore besseren Tordifferenz ins Heimspiel gegen den Tabellenneunten RW Ahlen. Preußen Münster empfängt zeitgleich den Tabellensechsten, die zweite Mannschaft des 1. FC Köln.

"Das wird ein Spektakel", orakelte Rödinghausens Coach Carsten Rump nach der 0:3-Heimniederlage seines Teams gegen Essen. Die Aufregung vor dem Saisonfinale hat gewissermaßen die gesamte Liga erfasst.

Gute Reaktion nach Neidhart-Aus

Im wegen Sicherheitsbedenken nach Lotte verlegten Auswärtsspiel zeigte RWE vor tausenden mitgereisten Fans eine starke Reaktion auf den schwachen Auftritt beim Ausscheiden im Niederrheinpokal in Wuppertal (1:3) und die anschließende Entlassung von Trainer Christian Neidhart.

Rot-Weiss Essen gegen Rödinghausen - die Tore

00:54 Min. Verfügbar bis 09.05.2023

Viel wichtiger: Mit diesem Sieg zog RWE am vorletzten Spieltag an den Preußen vorbei, die zuvor beim 0:0 gegen den SC Wiedenbrück unerwartet gepatzt hatten. "Ich habe immer erwartet, dass sich im Saisonfinish unerwartete Wendungen ergeben können", frohlockte RWE-Präsident Marcus Uhlig nach dem Essener Sieg.

Und kündigte an: "Wir starten jetzt sowohl sportlich als auch organisatorisch in eine sicherlich sehr arbeitsreiche und intensive Woche, gehen das ganze maximal respektvoll und fokussiert an. Aber auch mit einer maximal positiven Einstellung."

Nach 14 Jahren - Aufstieg "droht"

Die Nervosität rund um die Hafenstraße ist riesig. Nach 14 langen Jahren könnte endlich der ersehnte Sprung in die 3. Liga gelingen. Das Stadion an der Hafenstraße ist für das Saisonfinale schon lange ausverkauft. Fast 17.000 Zuschauer werden kommen, mehr geht aktuell wegen baulicher Verschönerungsarbeiten an der Arena nicht.

"Hoffentlich bleibt alles ruhig" - werden sie in Essen denken. Die Erinnerung an den Böllerwurf im Spiel gegen Preußen Münster, das abgebrochen wurde und anschließend am Grünen Tisch verloren ging, ist schließlich noch recht frisch.

"Lasst den Rasen heil"

"Wir sind kurz vor der Ziellinie, müssen den Schritt aber jetzt gehen. Wir haben ein Zeichen nach außen gesetzt, dass wir wieder da sind", sagte RWE-Mittelfeldspieler Thomas Eisfeld vor dem abschließenden 38. Spieltag. Sollte der letzte Schritt tatsächlich gelingen - es würde eine vermutlich infernalische Feier "drohen". "Wir müssen alles dafür tun, dass die Fans den Rasen nicht ramponieren" fleht Uhlig schon jetzt.

Tags drauf ist im Stadion das letzte Saisonspiel der Bundesliga-Frauen von SGS Essen geplant. "Dann muss der Rasen noch bespielbar sein", fordert Uhlig. Was außerhalb des Stadions passiert, dürfte ihm ziemlich egal sein. "Was dann passiert, passiert", sagt Uhlig.

Ausschnitte vom Spiel gegen Ahlen sind am Sonntag ab 23 Uhr im WDR-Fernsehen ("Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs") zu sehen.

Quelle: oja