Fan-Rückkehr: Wie die NRW-Bundesligisten ihre Tickets verteilen

Blick in das Fußballstadion RheinEnergieStadion, Nordtribüne

Fan-Rückkehr: Wie die NRW-Bundesligisten ihre Tickets verteilen

Die NRW-Bundesligisten freuen sich über die Rückkehr der Fans in die Stadien. Die ersten Vereine haben bereits angegeben, wie viele Karten sie verkaufen möchten.

Borussia Dortmund: Platz für 10.000 Fans

"Die Fußball-Bundesligisten, aber auch die Clubs und Vereine anderer Sportarten, können am heutigen Tage sehr froh sein. Gleichzeitig fühle ich eine große Verpflichtung, dass wir als Clubs gemeinsam mit den beteiligten Fans mit dieser Probezeit in den kommenden Wochen äußerst verantwortungsvoll umgehen", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. "Die nun genehmigte Teilwiederzulassung von Zuschauern ist jedenfalls ein ganz wichtiger Schrtt für alle Fußballfans in Deutschland."

Eigentlich dürfte der BVB 16.000 Menschen am Samstag zum Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach ins Stadion lassen. Das Hygienekonzept der Borussia ist aber nur für 10.000 Zuschauer ausgelegt, wie Geschäftsführer Carsten Cramer dem WDR mitteilte. Am Dienstagabend hat der Club seine Dauerkartenbesitzer angeschrieben, sie können sich über ein Online-Portal auf Karten bewerben. Gibt es mehr als 10.000 Anfragen, werden die Tickets verlost. Bewerben dürfen sich laut BVB aber erst einmal nur Zuschauer, die ihren Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen haben, "um im Falle einer Infektion die Nachverfolgung bestmöglich sicherstellen zu können."

1. FC Köln: Platz für 9.200 Fans

Neben Borussia Dortmund startet auch der 1. FC Köln am Samstag mit einem Heimspiel in die Bundesliga-Saison. Gegner ist die TSG Hoffenheim. 9.200 Zuschauer sollen dabei sein. "Das ist ein sehr positives Signal. Wir wünschen uns, dass in den nächsten Wochen und Monaten noch mehr möglich ist – wir sind aber gut beraten, jetzt erstmal kleine Schritte zu machen und die pandemische Entwicklung weiter zu beobachten", sagte Geschäftsführer Alexander Wehrle.

Der FC bevorzugt bei seiner Ticketvergabe die mehr als 6.500 Dauerkartenbesitzer, die in der vergangenen Saison auf eine Rückerstattung aufgrund der Geisterspiele verzichtet hatten. Die restlichen Tickets werden unter den übrigen Dauerkartenbesitzern verlost. Hier gelte ein zukünfitg Rotationsprinzip, wie die Kölner mitteilen. Das gelte jedoch noch nicht für das Heimspiel gegen Hoffenheim. Hier soll es laut FC "aufgrund der kurzfristigkeit" eine Online-Ticketvergabe geben, die am Donnerstagnachmittag beginnt.

Bayer Leverkusen: Platz für 6.000 Fans

Bayer 04 Leverkusen will sein Heimspiel gegen RB Leipzig am 26. September vor 6.000 Zuschauern spielen. "Wir sind vorbereitet - und sehr glücklich darüber", sagte Geschäftsführer Fernando Carro. Sportdirektor Simon Rolfes ergänzte: "Die Erleichterung ist groß. Das Erlebnis Bundesliga ist ein bisschen zurück." Für ihn ist es "eine gute Regelung, dass wir mit einer gewisser Anzahl anfangen, um die Prozesse zu verbessern und anzupassen, wo Bedarf ist."

Nachdem die aktive Fanszene angekündigt hatte, den Spielen fernbleiben zu wollen, bis alle Zuschauer zugelassen sind, will der Verein nun noch mal in den Dialog gehen. "Danach werden die Karten unter allen Dauerkarten-Inhabern, die dabei sein wollen, auslosen", erklärte Rolfes.

FC Schalke 04: Noch keine Angabe

"Wir sind der Politik sehr dankbar für das Vertrauen, das sie uns mit dieser Entscheidung entgegenbringt, und werden sehr verantwortungsvoll damit umgehen. Vor allem freuen wir uns für unsere Fans, die seit Monaten einem Stadionbesuch entgegenfiebern", sagt Alexander Jobst, Vorstand Marketing, Vertrieb und Organisation des FC Schalke 04. "Wir sind auf eine Teilzulassung von Zuschauern vorbereitet und befinden uns mit den lokalen Behörden im Austausch, um die maximal mögliche Sicherheit für alle Beteiligten zu erreichen."

Wie viele Zuschauer S04 genau zulassen will, teilte der Verein noch nicht mit. Erlaubt wären laut der aktuellen Regelung rund 12.400 Fans. Das entspricht 20 Prozent der Gesamtkapazität von 62.000 Zuschauern in der Schalker Arena. Auch zum Vorgehen bei der Ticketverteiliung will sich der Verein erst in den kommenden Tagen äußern.

Arminia Bielefeld: Platz für 5.200 Fans

Aufsteiger Arminia Bielefeld möchte die verfügbaren Plätze an die 9.700 Dauerkarteninhaber verteilen. Dies soll laut Arminias kaufmännischem Geschäftsführer Markus Rejek "in einem gerechten System" passieren, weil nicht bei jedem Spiel alle Dauerkarteninhaber eine Karte bekommen können. Die Karten sollen online vergeben werden, das genauere Prozedere will der Verein spätestens Anfang der nächsten Woche mitteilen.

"Es ist ein erster Schritt, über den wir sehr dankbar sind. Es liegt an uns allen, auch an jedem Dauerkarteninhaber, mit dieser Verantwortung vertrauensvoll umzugehen - so dass wir idealerweise nach der Testphase den nächsten Schritt machen können", so Rejek.

Borussia Mönchengladbach: Platz für 10.800 Fans

Borussia Mönchengladbach kalkuliert mit etwa 10.800 Zuschauern bei seinen Heimspielen. Man habe sich bereits mit den örtlichen Behörden zur Umsetzung der Konzepte zur Fan-Rückkehr ausgetauscht, teilte der Niederrhein-Club am Mittwoch mit.

Im Borussia-Park dürften demnach zu den Heimspielen im sechswöchigen Testbetrieb bis Ende Oktober jeweils 10 804 Fans kommen. Nach einem Gespräch mit Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners sowie dem Gesundheitsamt und dem Ordnungsamt gehe es nun an die konkrete Umsetzung. "Über die Rückkehr der Fans in die Stadien freuen wir uns alle ungemein. Wir haben bis jetzt im Zuge der Corona-Pandemie alles sehr gut gemeistert und ich hoffe und glaube, dass diese Pilotprojekte ebenfalls funktionieren werden", sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl. Der Ticketvorverkauf - zunächst für das erste Heimspiel gegen Union Berlin am 26. September - ist am Donnerstagabend gestartet. Kaufberechtigt sind zunächst alle Dauerkartenbesitzer. Am Freitag startet dann der Verkauf für die Mitglieder.

2. Bundesliga - Fortuna Düsseldorf: Platz für 10.800 Fans

Fortuna Düsseldorf plant mit 10.800 Besuchern für seine ersten beiden Heimspiele in der 2. Fußball-Bundesliga gegen die Würzburger Kickers und Jahn Regensburg. 90 Prozent der Tickets sollen unter den 14 000 Dauerkarten-Inhabern verteilt werden. Die restlichen Karten entfallen auf die VIP-Bereiche und sonstige Vertragspartner, teilte der Club am Mittwoch mit.

Die Düsseldorfer Arena fasst normalerweise 54 600 Zuschauer. Für die beiden Heimspiele, die in der bundesweiten sechswöchigen Testphase stattfinden, gibt es nur Sitzplätze, die Stehplatz-Bereiche werden umgebaut. Im Düsseldorfer Stadion darf der Mund-Nasen-Schutz nur zum Essen und Trinken abgenommen werden. Für jedes Heimspiel wird es einen neuen Tageskartenverkauf geben. Allerdings werden die Karten nur unter den Dauerkarteninhabern verteilt.

2. Bundesliga - VfL Bochum: Platz für 5.000 Fans

Der VfL Bochum will sein Heimspiel zum Saison-Auftakt am Montag vor knapp 5.000 Zuschauern austragen. Das teilte der Revierclub am Mittwoch mit. Die zulässige Auslastung von maximal 20 Prozent der Gesamtkapazität im Ruhrstadion entspreche etwa 5400 Zuschauern, hieß es.

Für das erste Heimspiel einigte sich der VfL mit dem örtlichen Gesundheitsamt darauf, knapp unter 5000 Plätze zu nutzen. Gegen St. Pauli genießen die VfL-Dauerkarteninhaber der vergangenen Saison ein Vorkaufsrecht.

NRW-Minister Laumann zu Fan-Rückkehr in der Bundesliga

Sportschau 15.09.2020 01:26 Min. Verfügbar bis 15.09.2021 ARD

Stand: 16.09.2020, 14:44