Montagsspiele: Stille und Lebkuchen als Form des Protests

Fans von Dortmund protestieren gegen die DFB mit einem Transparent.

Montagsspiele: Stille und Lebkuchen als Form des Protests

  • Leverkusen-Fans protestieren mit Lebkuchen und Glühwein
  • Stille in den Fanblöcken in vielen Stadien am Wochenende
  • Völler, Herrlich und Favre zeigen Verständnis für Unmut

Lebkuchen und Glühwein statt Randale: Vor dem ersten Montagsspiel (03.12.2018, 20.30 Uhr) der Saison beim 1. FC Nürnberg haben sich die Fans von Bayer Leverkusen eine ungewöhnliche Aktionen einfallen lassen.

Die Anhänger von Bayer organisierten für alle Auswärtsfahrt-Verweigerer einen Weihnachtsmarkt mit fränkischen Spezialitäten, der Leverkusener Fanblock im Max-Morlock-Stadion in Nürnberg dürfte deshalb weitgehend leer bleiben.

Völler und Herrlich zeigen Verständnis

Sport-Geschäftsführer Rudi Völler hat für die Aktion der Bayer-Fans, Verständnis. Er sei auch kein Fan der ungeliebten Montagsspiele, sagte er der "Bild am Sonntag": "Unsere Fans müssen 400 Kilometer nach Nürnberg fahren am Montagabend".

Trainer Heiko Herrlich pflichtet Völler bei: "Ich finde es gut, dass den Fans Gehör geschenkt wird." Irgendwann müsse ein Kompromiss gefunden werden.

Viele Fans blieben 45 Minuten lang still

Auch wenn die Klubs der Deutschen Fußball Liga (DFL) bereits eingelenkt haben und es ab der Saison 2021/22 keine Montagsspiele mehr geben soll: Der Protest der aufgebrachten Anhänger bleibt bestehen. Der Zorn richtet sich inzwischen vor allem gegen die zunehmende Kommerzialisierung im Fußball.

Deshalb schwiegen die Fans bei den Bundesligaspielen am Wochenende über weite Strecken. Eine Halbzeit lang versagten viele Fans am Wochenende den Teams ihre Unterstützung.

BVB-Trainer Favre: "Ich verstehe die Leute"

Lucien Favre von Spitzenreiter Borussia Dortmund kann das verstehen. "Ich würde alle Spiele am Montag total verbieten", sagte Favre im Anschluss an das 2:0 gegen Freiburg, nachdem auch die BVB-Fans in der ersten Halbzeit weitestgehend geschwiegen hatten.

Er bedauere dies "für uns, weil sie uns viel bringen, wenn sie da und laut sind", sagte Favre, betonte aber: "Ich verstehe die Leute, die protestieren, total."

Kein Schweigen in Düsseldorf

Beim Auftaktspiel zum 13. Spieltag am Freitag hatten sich die Anhänger von Fortuna Düsseldorf und des FSV Mainz 05 nicht am angekündigten Fan-Boykott an diesem Wochenende beteiligt. Es gab zwar Plakataktionen, aber beide Fangruppen unterstützten ihre Teams in gewohnter Intensität.

DFL bestätigt das Ende der Montagsspiele ab 2021

Sportschau | 21.11.2018 | 00:47 Min.

Die Düsseldorfer Ultras hatten vor dem Spiel angekündigt: "Wie bereits in der Vergangenheit kundgetan, werden wir aus verschiedenen Gründen an dieser Protestaktion, zumindest in dieser Form, nicht teilnehmen. Dennoch unterstützen wir die Ziele, die dahinterstecken."

Stand: 03.12.2018, 12:14