Peter Bosz: Vom Defensiv-Akteur zum Verfechter der bedingungslosen Offensive

Trainer Peter Bosz, im Dezember 2017 noch bei Borussia Dortmund, sitzt auf der Trainerbank im Auswärtsspiel bei seinem neuen Arbeitgeber Bayer Leverkusen.

Peter Bosz: Vom Defensiv-Akteur zum Verfechter der bedingungslosen Offensive

  • Der Spieler Peter Bosz gewann vier Titel mit Rotterdam.
  • Als Trainer strebt er bedingungslosen Offensiv-Fußball an.
  • Trainer des Jahres 2017 in den Niederlanden.

Steht der Trainer Peter Bosz (55) für bedingungslose Offensive, war er als Spieler der Abwehr verpflichtet. Als defensiver Mittelfeldspieler hatte er seine erfolgreichste Zeit bei Feyenoord Rotterdam, wo er von 1991 bis bis 1996 dreimal den nationalen Pokal gewann und 1993 die Meisterschaft.

Peter Bosz (r.) im Hansa-Trikot im Duell mit Thomas Häßler (KSC)

Peter Bosz (r.) im Hansa-Trikot im Duell mit Thomas Häßler (KSC)

Im Januar 1998 wechselte der achtmalige niederländische Nationalspieler zum Bundesligisten Hansa Rostock, wo er am Ende der Saison 14 Einsätze und Platz sechs verbuchte. Im Jahr 2000 wechselte Bosz auf die Trainerbank, unter anderem bei den niederländischen Erstligisten De Graafschap, Heracles Almelo und Vitesse Arnheim sowie bei Maccabi Tel Aviv. Es folgte seine bislang erfolgreichste Zeit als Coach bei Ajax Amsterdam.

Mit jungen und talentierten Spielern wurde er 2017 mit nur einem Punkt Rückstand auf Feyenoord holländischer Vizemeister, erreichte das Finale der Europa League gegen Manchester United (0:2) und wurde Trainer des Jahres in den Niederlanden.

Nach Ajax wurde Bundesliga aufmerksam

Nun war die Bundesliga auf ihn aufmerksam geworden. Bayer Leverkusens Geschäftsführer Rudi Völler war der erste, der im Sommer 2017 um Bosz buhlte. Das Rennen machte indes Borussia Dortmund. Erst lief es mit sechs Siegen aus den ersten sieben Partien richtig gut. Nach zwischenzeitlich acht Spielen in Serie ohne Sieg musste Bosz die Westfalen nach einem halben Jahr jedoch schon wieder verlassen.

Peter Bosz bei seiner letzten Pressekonferenz beim BVB

Peter Bosz bei seiner letzten Pressekonferenz beim BVB

Was Anfang der Saison für Furore gesorgt hatte, war kurze Zeit später Ziel der Kritik: Bosz ließ in Dortmund gnadenlos offensiv spielen, oft zu Lasten der Defensive. Gerade die spielstarken Gegner hatten sich bald auf das 4-3-3 eingestellt und bestraften jeden Fehler. Die Umstellung auf kontrollierte Offensive gelang dem Trainer nicht - letztlich wollte er sie auch gar nicht.

Festhalten an Taktik und erster Elf

Bosz wird eine gewisse Sturheit nachgesagt. Kennzeichnend dafür stehen das Festhalten an seiner Spieltaktik und an seiner ersten Elf. In Dortmund ließ er fast nie rotieren. Ein halbes Jahr nach seinem Rauswurf erzählte Bosz im niederländischen TV, die Transfer-Kapriolen um Ousmane Dembélé und Pierre-Emerick Aubameyang und der mit 30 Spielern zu große Kader, durch den der Coach Nationalspieler auf die Tribüne habe setzen müssen, hätten für große Unruhe im Team gesorgt.

Bei künftigen Stationen wolle er Spieler mitnehmen, die das System, das ihm vorschwebe, auch spielen könnten. Und bei seiner Vorstellung in Leverkusen kündigte er an: "Ich war noch nicht fertig in der Bundesliga. Die Menschen in Deutschland haben noch nicht den richtigen Trainer Peter Bosz gesehen."

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Stand: 04.01.2019, 12:29