Stadien in NRW: Maximal 15.000 Zuschauer, 2G und Maskenpflicht

Aufgrund der kritischen Corona-Lage werden Großveranstaltungen wie Fußballspiele in Nordrhein-Westfalen schon ab Samstag vor deutlich weniger Zuschauern stattfinden.

Die Zuschauerzahlen bei Sport-, Kultur- und anderen Großveranstaltungen in NRW müssen ab Samstag grundsätzlich auf 30 Prozent ihrer eigentlichen Kapazitäten reduziert werden. Zusätzlich wird die Gesamtzahl der Zuschauer im Außenbereich auf maximal 15.000 gedeckelt, in geschlossenen Räumen auf 5.000.

Solange diese Deckelung nicht überschritten wird, dürfen auch bis zu 50 Prozent der Gesamtkapazität genutzt werden. Auch hier haben nur Geimpfte und Genesene Zugang, die zudem medizinische Masken tragen müssen. Die Regelungen für überregionale Großveranstaltungen greifen bereits ab 1.000 Zuschauern. Das teilte das Landesgesundheitsministerium am Freitag über die aktualisierte Corona-Schutzverordnung mit.

Bund und Länder geben Mindeststandards vor

Bei der Bund-Länder-Konferenz am Donnerstag hatten Bundesregierung und Länderchefs bereits bundeseinheitliche Rahmenbedingungen vereinbart, die Mindeststandards vorgeben und von den Ländern verschärft werden können.

Wüst: Geisterspiele wenig sinnvoll

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hatte zuvor gesagt, dass er ein komplettes Verbot von Stadion-Zuschauern für wenig sinnvoll halte. "Ich glaube nicht, dass wir damit besser fahren, denn die Leute werden ihre Spiele gucken. Und dann gehen die in die Kneipen, gehen die in die Kellerbars", sagte Wüst. Er glaube, dass es an der frischen Luft ausreichend Sicherheit gebe, sofern strenge Auflagen eingehalten würden.

MPK-Vorsitzender Wüst: "Haben aus den Bildern von Köln gelernt" Sportschau 02.12.2021 00:41 Min. Verfügbar bis 02.12.2022 Das Erste

Klubs stornieren Tickets oder stoppen Verkauf

Am Samstag ist unter anderem in Dortmund das Bundesliga-Topspiel zwischen dem BVB und dem FC Bayern München angesetzt. Neben Dortmund hatten am Mittwoch auch Borussia Mönchengladbach und Arminia Bielefeld den Ticketverkauf storniert oder den Vorverkauf gestoppt. Gladbach, der BVB und Bielefeld starteten den Kartenverkauf nach den Bund-Länder-Beschlüssen neu. Gladbach und der BVB dürfen 15.000 Fans ins Stadion lassen, Bielefeld nur 8.250.

SPD-Landeschef Thomas Kutschaty hatte sich einem Interview mit der "Welt" dafür ausgesprochen, wieder Geisterspiele einzuführen. "Es darf Großveranstaltungen wie Fußballspiele mit Publikum nicht mehr geben. Die Krankenhäuser laufen voll. Wir müssen alles tun, um die gesundheitlichen Risiken zu minimieren", so Kutschaty.

Wüst hatte volles Stadion zuvor verteidigt

Noch am vergangenen Freitag hatte Wüst die volle Auslastung beim Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach am Samstag verteidigt. "Ich glaube, das ist bei der Lage in Nordrhein-Westfalen eine angemessene Entscheidung", sagte der CDU-Politiker in einem ARD-Interview. Der FC hatte vom Kölner Gesundheitsamt kurz zuvor Grünes Licht für die Maximalauslastung mit 50.000 Zuschauern bekommen, was für Diskussionen sorgte.