Pokal-Aus treibt 1. FC Köln tiefer in die Krise

Dominick Drexler

Pokal-Aus treibt 1. FC Köln tiefer in die Krise

  • 1. FC Köln scheitert bei Viertligist Saarbrücken im DFB-Pokal.
  • Trainer Achim Beierlorzer gibt sich ratlos.
  • Sonntag Auswärtsspiel in Düsseldorf.

Viertligist 1. FC Saarbrücken konnte sich eine fiese Spitze in Richtung des geschlagenen Bundesligisten nicht verkneifen: Nach Abpfiff der Partie zwischen dem FCS und dem 1. FC Köln (3:2) tönte es zur bekannten Kölner Melodie aus den Stadion-Lautsprechern: "Ihr seid nicht mehr dabei, das ist prima - bye, bye Colonia".

"So kann es nicht weitergehen"

Für den Spott ist also gesorgt, der 1. FC Köln muss jetzt mit dem Schaden zurechtkommen. "Ich bin maßlos enttäuscht. So kann es nicht weitergehen", hatte Trainer Achim Beierlorzer nach der peinlichen Pleite im Halbdunkel des Ausweich-Stadions in Völklingen gestammelt, Armin Veh hatte sich aus einem Nebenausgang verabschiedet. Die obligatorische Pressekonferenz fand ohne den FC-Sportdirektor statt. "Wir müssen jetzt hart mit uns ins Gericht gehen. Aber dann mit Selbstvertrauen ins Spiel gegen Düsseldorf gehen. Dazu gibt es keine Alternative", sagte Beierlorzer dort.

Beierlorzer: "Da habe ich auch kein Verständnis für die Mannschaft" Sportschau 30.10.2019 01:24 Min. Verfügbar bis 30.10.2020 Das Erste

Doch wie soll ein Team Selbstvertrauen tanken, das innerhalb von nur vier Tagen mit dem 1:3 in Mainz und dem 2:3 in Saarbrücken in zwei richtungsweisenden Partien beinahe völlig versagt hat? Anstatt sich nach dem hammerharten Auftaktprogramm in der Liga so allmählich zu stabilisieren, offenbart der FC gerade etliche offene Baustellen, die sich durch sämtliche Mannschaftsteile ziehen.

Baustellen in allen Mannschaftsteilen

Im Angriff präsentierten sich die von Beginn an auflaufenden Anthony Modeste und Jhon Cordoba in Völklingen einmal mehr völlig außer Form. Im defensiven Mittelfeld ist der stark gestartete Tunesier Ellyes Skhiri mittlerweile nahezu auf sich allein gestellt und überfordert, weil seine Nebenleute überhaupt nicht in die Spur finden. Und hinten wackelt jetzt auch noch Manndecker Sebastiaan Bornauw, nachdem ihm mit Jorge Meré ein höchst unsicherer Kollege an die Seite gestellt wurde.

Und das größte Fragezeichen verkörpert derzeit ausgerechnet Keeper Timo Horn. Der einstige Leistungsträger, den viele schon mal auf dem Weg in Richtung Nationalmannschaft wähnten, leistete sich in der jüngeren Vergangenheit beinahe unglaublich viele Konzentrationsfehler. Ein zumindest temporärer Personalwechsel im Kasten des FC erscheint überfällig.

Keine Zeit für größere Korrekturen

Eigentlich wäre es an der Zeit, Mannschaft und Trainer in einer kleinen Auszeit noch einmal ganz neu auf die entstandene Situation einzuschwören. Doch diese Zeit bleibt dem 1. FC Köln nicht. Schon am Sonntag (03.11.19) geht es in der Liga mit dem Derby bei Fortuna Düsseldorf weiter. Sollte dort die nächste Niederlage folgen, dürfte es zumindest für Trainer Beierlorzer schon wieder ganz eng werden. Die Kölner Boulevardblätter ("Jetzt wackelt Beierlorzer") haben jedenfalls die Messer schon gewetzt.

oja | Stand: 30.10.2019, 09:48