Wut und Verzweiflung auf Schalke

Schalke-Trainer Tedesco

Wut und Verzweiflung auf Schalke

  • Tedesco nach Niederlage ratlos.
  • Tönnies überlässt Trainerentscheidung neuem Sportvorstand.
  • Nächstes Spiel am Freitag in Bremen.

Nach dem 0:4 (0:1) gegen Fortuna Düsseldorf am Samstag (02.03.2019) entlud sich beim FC Schalke 04 die Wut der Fans. Auch die demütige Geste von Domenico Tedesco, der sich vor der Nordkurve mit gefalteten Händen vor sein Team stellte, konnte den Anhang nicht besänftigen.

Doch selbst die heftige Reaktion von den Tribünen verleitete den Trainer nicht zur Kapitulation: "Ich bin der Letzte, der sich in so einer Situation verpisst", antwortete er auf Fragen nach einem möglichen Rücktritt.

Tönnies will Trainerfrage nicht beantworten

Die brodelnde Stimmung im Stadion und die schlechteste Bilanz seit der Abstiegssaison 1982/83 dürften den Vorstand allerdings zu weiteren personellen Konsequenzen veranlassen. Denn allein mit dem Rückzug von Sportvorstand Christian Heidel in der Woche zuvor scheint die Krise nicht behoben. Eine schnelle Entscheidung in der Trainerfrage schloss Vereinschef Clemens Tönnies allerdings zunächst aus.

"Der neue Sportvorstand wird sich am Dienstag vorstellen und sich zur Lage äußern. Ich werde jetzt nicht Trainer aus- oder einstellen", kommentierte er mit Verweis auf die offizielle Präsentation von Heidel-Nachfolger Jochen Schneider, der auf der Tribüne bereits neben ihm saß.

Ultras fordern Kapitänsbinde zurück

Es ist kaum vorstellbar, dass Tedesco eine Zukunft hat. Dafür fiel Votum der Fans und Leistung des Teams zu eindeutig aus. Nicht nur der Trainer, sondern auch Benjamin Stambouli bekam die Ablehnung zu spüren. Sein Versuch, mit besänftigenden Worten auf die verärgerten Ultras einzuwirken, endete in einem Eklat.

"Die haben mir die Kapitänsbinde abgenommen. Das war sehr schwer für mich", bekannte der Franzose mit Tränen in den Augen. Diese Aktion der Fans hat auf Schalke eine hohe symbolische Bedeutung. Als Zeichen für ihre Unterstützung hatten die Ultras dem Team zu Saisonbeginn eine eigens angefertigte "Nordkurve Gelsenkirchen" -Kapitänsbinde übergeben, die sie nun zurückforderten.

Hilflosigkeit bei Trainer und Spielern

Hoffnung auf Besserung gibt es kaum, wie sieh auch aus Tedescos Worten ablesen lässt: "Die Mannschaft war vor dem Spiel lebendig, aber im Spiel eher tot." Ähnlich schwer tat sich Mark Uth mit einem Erkärungsversuch: "Wir wissen nicht, wie wir aus der Situation herauskommen. Wenn man sieht, wie wir Fußball spielen. Wir spielen ja gar kein Fußball. Ich weiß es selber nicht genau, was wir da machen."

Bereits am Freitag muss Schalke 04 zu Europacup-Anwärter Bremen. Viel Zeit für Veränderungen bleibt da nicht.

Stand: 03.03.2019, 10:56