Die Leverkusener Wackelkandidaten

Julian Brandt passt im Spiel gegen Serbien zu Kai Havertz

Die Leverkusener Wackelkandidaten

Von Jörg Strohschein

  • Drei Bayer-04-Profis bei Nationalmannschaft in der Startelf.
  • Robuste Serben machen es Tah, Havertz und Brandt schwer.
  • Alle drei müssen um ihren Platz gegen die Niederlande bangen.

Das Leverkusener Trio in der deutschen Nationalmannschaft wurde von Bundestrainer Joachim Löw schon früh gesprengt. Jonathan Tah, Kai Havertz und Julian Brandt standen beim 1:1 im Testspiel gegen Serbien zwar allesamt in der Startelf. Aber die Bayer-04-Offensivkünstler mussten schon früh weichen. Es war nicht der beste Tag, den alle drei Rheinländer erwischt hatten.

"Man hat gemerkt, dass gegen sehr tief stehende Serben, gerade nach dem Rückstand, manche Automatismen noch nicht vorhanden waren", sagte Bundestrainer Joachim Löw: "Aber die jungen Spieler müssen diese Erfahrungen machen." Und mit dieser Analyse des Bundestrainers dürften auch explizit die drei Leverkusener gemeint gewesen sein.

Jonathan Tah: "Hätten das Spiel gewinnen müssen" Sportschau 21.03.2019 01:19 Min. Verfügbar bis 21.03.2020 Das Erste

Kai Havertz

Im DFB-Dress holt Kai Havertz aus zum Schuss

Kai Havertz

Für Havertz war der sportliche Teil des Abends bereits nach 45 Minuten beendet. Der offensive Mittelfeldspieler hatte so seine Mühe mit den aggressiven Serben. In Sachen Durchsetzungsfähigkeit offenbarte der 19-Jährige Defizite. Aber: Seine Technik sowie seine Übersicht stachen heraus. Einige gute Ideen hatte er, leitete mit einem guten Pass dann auch gleich die erste Chance ein. Allerdings endeten seine Pässe zu oft beim Gegner.

Das Positive an Havertz' Leistung war, dass er sich Pässe in die Tiefe zutraute und versuchte, das Spiel zu gestalten. Der junge Mann, der erst sein drittes Länderspiel absolvierte, zeigte aber noch nicht diese Selbstverständlichkeit, Haltung und Ausstrahlung, die für ihn in der Werkself schon selbstverständlich sind. Ob er sich am Sonntag in der Startelf gegen die Niederlande wiederfinden wird, ist eher fraglich.

Julian Brandt

Julian Brandt im Zweikampf mit Miroslav Bogosavac

Julian Brandt

Brandt durfte mit 55 Minuten nur unwesentlich länger ran als Havertz. An Einsatzwillen mangelte es dem 22-Jährigen nicht. Doch als rechter Offensivspieler im 4-3-3-System fehlte Brandt der Zug zum Tor. Auch wenn er sich mehrfach im Sprint auf den Weg machte, um sich in eine gute Schussposition zu bringen - so scheiterte das Vorhaben, weil ihn entweder der Ball gar nicht erst erreichte, oder er sich selbst nicht in eine gute Schussposition bringen konnte.

Die Robustheit der Serben machte auch Brandt zu schaffen. Auch sein Einsatz am Sonntag steht auf der Kippe, sollte Serge Gnabry in den Kader zurückkehren.

Jonathan Tah

Jonathan Tah im Zweikampf mit Luka Jovic

Jonathan Tah war der einzige Leverkusener, der bis zum Schluss auf dem Feld stand. In Tahs Spiel hatten sich allerdings ein paar Stellungsfehler und unsaubere Pässe gemischt. Der Innenverteidiger hatte so seine Mühe mit Serbiens Angreifer Luka Jovic. Tah und Abwehrchef Niklas Süle hatten sichtbar Abstimmungsprobleme.

Allerdings zeigte der 23-Jährige eine solide wenn auch ausbaufähige Leistung. Mit Antonio Rüdiger hat er starke Konkurrenz. Auch Tah muss um seinen Platz am Sonntag bangen.

Stand: 21.03.2019, 11:29