Breuer: "Chance so gut wie nie"

Kölns Frauen-Coach Willi Breuer (r.) sitzt auf der Trainerbank

Breuer: "Chance so gut wie nie"

Von Thorsten Rosenberg

  • Interview mit Kölns Frauen-Trainer Willi Breuer vor seiner letzten Saison
  • Standpunktbestimmung: Auftakt direkt gegen MSV Duisburg
  • "Klassenerhalt für Frauenfußball beim 1. FC Köln enorm wichtig"
  • Breuer sieht Problemfelder im Fußball der Frauen differenziert

In seinem letzten Jahr als Trainer will sich der 65-Jährige mit dem Klassenerhalt in die Fußballrente verabschieden. Im Interview mit dem WDR spircht er über die Problemfelder und Zukunftsvisionen im Frauenbereich, die er differenziert sieht.

WDR: Willi Breuer, nach einem Jahr Abstinenz sind Sie mit dem 1. FC Köln nun wieder in der 1. Frauen-Bundesliga am Start. Am Ende der Spielzeit 2014/2015 sind Sie schon mal mit dem FC aufgestiegen - ist die Vorfreude wieder genauso groß wie damals oder sehen Sie das mittlerweile eher gelassen?

Willi Breuer: Das sehe ich mit einer bestimmten Gelassenheit. Das hat aber auch persönliche Gründe. Und natürlich sehe ich das auch mit einem etwas anderen Blick.

Weil wir jetzt schon zweimal in dieser Liga waren und wissen, was vermieden werden muss, damit man nicht wieder absteigt.

Ich glaube, wir haben es diesmal mit Unterstützung des Klubs besser gemacht und sind viel besser aufgestellt, so dass wir optimistisch sein dürfen, diesmal den Klassenerhalt zu schaffen.

Was genau muss vermieden werden?

Willi Breuer: "Klassenerhalt für Frauenfußball beim 1. FC Köln enorm wichtig"

Sportschau 15.08.2019 10:22 Min. Verfügbar bis 15.08.2020 ARD

Breuer: Beim letzten Mal haben wir uns in der Vorbereitung nicht erstligatauglich aufgestellt. Wir sind dieses Mal wesentlich professioneller. Wir konnten uns mit acht Spielerinnen verstärken - das haben wir dem Klub zu verdanken, der unseren Etat erhöht hat. Und wir gehen es von den Rahmenbedingungen her professioneller an. Wir haben zusätzliche Trainingseinheiten geschaltet, den Staff (Funktionsteam, d. Red.) erhöht.

Ich hoffe, dass das Mittel sind, die uns unserem Ziel näher bringen.

Wie ist die Saisonvorbereitung gelaufen? Gab oder gibt es Verletzungsprobleme?

Breuer: Sie kennen das aus dem Leben: Nehmen Sie einen Schirm mit, dann regnet es nicht und wenn Sie ihn zu Hause lassen, regnet es. Wir haben diesmal einen 24-köpfigen Kader und es sind alle fit. Das ist eine Situation, die kennt man beim FC-Frauenfußball gar nicht, dass vielleicht auch mal sechs Spielerinnen auf der Tribüne sitzen.

In der Vorbereitung haben wir sehr viel Wert gelegt auf Fitness und konditionelle Grundlagen, so dass ich glaube, sehr gut vorbereitet zu sein.

Wie würden Sie das Gesicht der Mannschaft beschreiben? Und wie machen sich die Neuzugänge?

Breuer: Sehr gut, viele bringen Erfahrung mit und es sind diverse Nationalspielerinnen dabei. Es ist eine ganz andere Dynamik und Statik im Team.

Stand jetzt können wir davon ausgehen, dass von den acht Zugängen auch sechs am Sonntag in der Startelf stehen könnten.

Wie schwierig ist es für Vereine mit kleinerem Etat auf dem Transfermarkt?

Breuer: Wir haben viele Parallelen zu den Männern. Wir sind gemeinsam abgestiegen und auch wieder aufgestiegen.

Für die Jungs ist es auch schwierig gewesen, Top-Spieler aus Deutschland zu verpflichten. Positiv ist, dass der internationale Markt zeigt, dass sich was tut im Frauenfußball. Mich freut das für die Mädels, die zum Teil ganz große Opfer bringen, um ihrem Sport im Profi-Bereich nachgehen zu können.

Ich bin aber auch zuversichtlich, dass wenn wir die Liga halten, es mit dem 1. FC Köln Schritt für Schritt weiter nach oben gehen wird. Der Klub ist willens, dies zu tun.

Lesen Sie im zweiten Teil: Kölns Frauen-Trainer Breuer: "Professionelle Rahmenbedinungen sind bei den Frauen nicht gegeben"

Stand: 16.08.2019, 11:15