Havertz - Bayer Leverkusens großes Versprechen

Kai Havertz

Havertz - Bayer Leverkusens großes Versprechen

Von Jörg Strohschein

  • Kai Havertz gilt als das derzeit größte Talent im deutschen Fußball.
  • Bei Bayer 04 will sich der 20-Jährige erst einmal weiterentwickeln.
  • Danach will er den Sprung zu einem internationalen Topklub wagen.

Vermutlich hätte Kai Havertz auch an der Schere eine außergewöhnliche Eleganz an den Tag gelegt. Wäre der gerade erst 20 Jahre alt gewordene Spieler von Bayer 04 Leverkusen nicht Fußballprofi geworden, wäre für ihn auch der Beruf des Friseurs in Frage gekommen, sagte er kürzlich selbst: "Aber nur Herren-Frisuren". Unter dem Bayerkreuz sind sie aber mehr als froh, dass sich Havertz für seine sportliche Karriere entschieden hat - und dass er diese mindestens noch in der kommenden Saison bei der Werkself fortsetzen wird.

Schließlich gilt Havertz als das große Versprechen an die deutsche Fußballnation und als eines dieser außergewöhnlichen Talente, die nur alle paar Jahre mal in den Bundesligastadien auftauchen. "Ihm sind keine Grenzen gesetzt. Doch bei allem Talent und allen sportlichen Fähigkeiten, kommt bei ihm hinzu, dass er ein total geerdeter Mensch geblieben ist", sagt Rudi Völler, Leverkusens Geschäftsführer Sport. 

Erfolgreiche Bilanz

Havertz' Bilanz in seinen jungen Jahren ist beachtlich. Mit 17 Jahren und 126 Tagen war er der jüngste Bayer-Spieler, der jemals in der Bundesliga aufgelaufen ist. Mittlerweile hat er 88 Partien in der höchsten deutschen Spielklasse absolviert, dabei 24 Treffer erzielt.

Sechs Europa-League-Einsätze (sechs Tore) und drei Champions-League-Partien runden die Bilanz ab. Havertz besticht durch seine Ruhe am Ball, seine Kreativität, sein Spielverständnis und seine Geradlinigkeit vor dem gegnerischen Tor.

Kai Havertz

Kai Havertz trägt im Testspiel die Kapitänsbinde

Seine Defizite in Dynamik und Antrittsschnelligkeit versucht Havertz in den kommenden Jahren zu verringern. Trainer Peter Bosz hält seinen Jungstar für einen "sehr, sehr besonderen Spieler". Zuletzt bestimmte ihn der Niederländer sogar zum Kapitän im Testspiel. Bundestrainer Joachim Löw traut ihm eine Schlüsselrolle in der Nationalmannschaft zu.

Grundstein in Leverkusen

Klar ist aber auch, dass sich Havertz in näherer Zukunft einem anderen, größeren europäischen Klub anschließen wird. Der gebürtige Aachener fieberte einst als Junge mit seinem Vater bei der Alemannia auf der Stehtribüne mit.

Aber sein Herzensverein seit seiner Kindheit ist der FC Barcelona. "Irgendwann werde ich den nächsten Schritt gehen, das will ich natürlich tun, da braucht man ja nicht drumherum zu reden. Wenn es dazu kommen sollte, wird mir hier sicher auch keiner böse sein. Man will eben in seiner Karriere das Größtmögliche erreichen", sagte Havertz der Süddeutschen Zeitung. Den Grundstein dafür wird Havertz weiterhin in Leverkusen legen.

Kießling über Bayer Leverkusen: "Wir sind gut aufgestellt."

Sportschau 17.07.2019 01:43 Min. Verfügbar bis 17.07.2020 Das Erste

Stand: 17.07.2019, 09:53