Neu-Wattenscheider Neururer: "Es ist schon eigenartig auf der Tribüne"

Neururer bei seiner Vorstellung als Sportdirektor in Wattenscheid

Regionalliga

Neu-Wattenscheider Neururer: "Es ist schon eigenartig auf der Tribüne"

Der Platz auf der Tribüne ist noch ungewohnt für ihn. WDR.de sprach mit Peter Neururer über seinen neuen Posten als Sportdirektor des Regionalligisten Wattenscheid 09.

Erstmals seit seiner Entlassung als Trainer des VfL Bochum Ende 2014 taucht Peter Neururer wieder im höherklassigen Fußball auf. Bei Regionalligist Wattenscheid 09 soll er als Sportdirektor bis 2022 die Geschicke lenken. WDR.de sprach mit ihm über die bisher ungewohnte Aufgabe und seine Ziele.

WDR.de: Nach fünf Jahren Abstinenz sind Sie zurück in verantwortungsvoller Position im Fußball. Wie glücklich macht Sie das?

Peter Neururer: Ich war vorher nicht unglücklicher. Aber es füllt meinen Tag mit einigen Dingen, die mir Spaß machen.

WDR.de: Jetzt sind Sie aber Sportdirektor und nicht mehr Trainer. Weshalb haben Sie sich dazu entschlossen?

Neururer: Man wird ja zu etwas berufen. In der Situation, in der ich war, bin ich gefragt worden, ob ich mir vorstellen könnte, einen Traditionsverein wieder dahin zu bringen, wo er sich sieht. Die Aufgabe war für mich sehr interessant und ich habe daraufhin einige Gespräche abgebrochen, die ich im Ausland in Bezug auf eine Traineranstellung geführt hatte.

Neururer. "Wir können noch nicht planen"

WDR 2 Sportzeit 19.03.2019 02:48 Min. Verfügbar bis 19.03.2020 WDR 2

WDR.de: Wenn ich richtig informiert bin, haben Sie noch nie in der Regionalliga gearbeitet. Wie gut kennen Sie sich denn dort aus?

Neururer: Ich habe bereits in der Regionalliga gearbeitet, als Trainer bei Kickers Offenbach. Das ist allerdings schon lange, lange her. Aber ob der 1. FC Köln, Schalke 04 früher oder der VfL Bochum - die hatten alle die zweiten Mannschaften in der Regionalliga. Von daher bin ich schon irgendwo informiert. Das Problem in diesem Fall ist, dass wir noch nicht planen können, weil wir uns in der Regionalliga noch im Abstiegskampf befinden. Die vernünftige Planung geht erst dann los, wenn wir wissen, wo wir landen.

WDR.de: Ein Spiel haben Sie als Sportdirektor jetzt schon erlebt. Wie schwer fällt es Ihnen denn, diese Rolle anzunehmen und nicht wieder in der "Trainer-Modus" zu verfallen?

Neururer (lacht): Es ist schon eigenartig für mich, auf der Tribüne zu sitzen, ein Spiel anzugucken. Kurz vor Schluss habe ich es dann nicht ausgehalten oben. Da wollte ich schon näher dabei sein, aber ohne Einfluss zu nehmen auf Trainer oder Mannschaft.

WDR.de: Welche Ziele verfolgen Sie mit Wattenscheid? Wohin soll die Reise führen?

Neururer: Von irgendwelchen großen Dingen zu reden, wäre im Augenblick sicherlich fatal. Denn in erster Linie geht es im Augenblick darum - und da habe ich den geringsten Einfluss -, die Mannschaft in der Regionalliga zu halten. Und dann fängt meine Aufgabe an und dann werden wir sehen, wozu wir im Stande sind. Ich habe für drei Jahre in Wattenscheid unterschrieben und das mit Sicherheit nicht, weil ich in der Regionalliga bleiben will. Sondern ich will mit dem Verein weiter nach oben kommen. Was da möglich ist, das werden wir sehen.

Das Gespräch führte Jörg Strohschein.

Stand: 19.03.2019, 08:47