Wembley-Torwart Hans Tilkowski ist gestorben

Wembley-Torwart Hans Tilkowski ist gestorben Sportschau 06.01.2020 04:12 Min. Verfügbar bis 06.01.2021 Das Erste

Wembley-Torwart Hans Tilkowski ist gestorben

  • Torwart Hans Tilkowski ist im Alter von 84 Jahren gestorben
  • Der "König des Stellungsspiels" gewann mit dem BVB den Europacup
  • Er hütete das DFB-Tor beim legendären WM-Finale in Wembley

Beim weltberühmten Wembley-Tor im Finale der WM 1966 zwischen Deutschland und England stand Hans Tilkowski im Tor der DFB-Elf. Wie seine Familie am Montag (06.01.2019) dem Sport Informations Dienst bestätigte, ist der gebürtige Dortmunder nach längerer Krankheit im Alter von 84 Jahren gestorben.

Der Torwart begann 1952 seine Fußballer-Karriere beim SuS Kaiserau. Drei Jahre später wechselte er zu Westfalia Herne, wo er bis 1962 219 Spiele in der Oberliga West bestritt. 1959 gewann er mit den Hernern die westdeutsche Meisterschaft.

In Dortmund hatte er seine beste Zeit

Zum Start der Bundesliga 1963 stand er bei Borussia Dortmund im Tor. In den folgenden vier Jahren absolvierte er 81 Partien für die Schwarz-Gelben. Der "König des Stellungsspiels" hatte in Dortmund seine beste Zeit. Er gewann mit dem BVB 1966 als erster deutscher Club gegen den FC Liverpool (2:1) den Europapokal der Pokalsieger, im Jahr zuvor den DFB-Pokal. Und noch lange saß er bei den Heimspielen auf der Tribüne und erlebte hautnah die glorreichen und schweren Zeiten der Borussia.

Beim weltberühmten Wembley-Tor im Finale der WM 1966 zwischen Deutschland und England stand Hans Tilkowski im Tor der DFB-Elf.

Beim weltberühmten Wembley-Tor im Finale der WM 1966 zwischen Deutschland und England stand Hans Tilkowski im Tor der DFB-Elf.

Spätestens 1966 wurde der Keeper weltweit bekannt. Im Dress der deutschen Nationalmannschaft hütete er das Tor der DFB-Elf im Endspiel der WM gegen Gastgeber England, als in der 101. Minute ein Schuss von Geoff Hurst an die Unterkante der Latte knallte, auf den Boden prallte und von Wolfgang Weber per Kopf ins Aus befördert wurde - das weltbekannte Wembley-Tor.

Trotz Wembley Gegner der Torlinientechnik

Trotz Wembely - die moderne Torlinientechnik lehnte Tilkowski ab. Nicht nur, weil ihm der Mythos des Wembley-Tores einen Großteil seines Ruhms einbrachte. "Ich bin dagegen, weil dadurch die Attraktivität des Fußballs und die Diskussion um Fußball verloren geht. Wer wird zukünftig noch jahrelang über so ein Tor wie das von Wembley sprechen können?", hatte Tilkowski in einem Interview zu seinem 80. Geburtstag gesagt.

Tilkowski, der sich stets durch seine Gelassenheit und Souveränität ausgezeichnet hatte, war 1957 zum ersten Mal im DFB-Dress aufgelaufen. Nach zehn Jahren und 39 Länderspielen verabschiedete er sich aus der Nationalelf. Nach seiner Dortmunder Zeit war der Sohn eines Bergmannes noch drei Jahre bei Eintracht Frankfurt aktiv, ehe er 1970 seine aktive Laufbahn als Fußballspieler beendete.

Trainer-Laufbahn dauerte elf Jahre

Direkt im Anschluss startete er seine Laufbahn als Trainer, die ihn unter anderem zu Werder Bremen und dem 1. FC Nürnberg führten. 1981 nahm er sein letztes Engagement bei AEK Athen an, seiner einzigen Tätigkeit im Ausland. Besondere Erfolge wie als Spieler konnte er als Übungsleiter nicht feiern.

Hans Tilkowski - eine Karriere mit Höhepunkten

Sportschau 06.01.2020 01:16 Min. Verfügbar bis 06.01.2021 ARD

Tilkowski war des Profi-Fußballs müde geworden. "Zunehmend stärker dominiert das Geld alle Entscheidungen, und bei vielen Spielern klafft die Schere zwischen den finanziellen Ansprüchen und der Leistungsbereitschaft immer weiter auseinander", wurde er in seiner Biographie zitiert.

Organisation zahlreicher Benefiz-Aktionen

Lieber kümmerte der Fußballer des Jahres 1965 sich nun um seine zahlreichen Benefiz-Aktivitäten. Er nutzte seinen Bekanntheitsgrad und organisierte ehrenamtlich zahlreiche soziale Aktionen, zum Beispiel für Unicef, oder für die Deutsche Leukämie-Forschungshilfe.

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"Borussia Dortmund trauert um einen der größten Spieler der Vereinsgeschichte", hieß am Montag auf der Webseite von Borussia Dortmund. "Die BVB-Familie trauert um einen großartigen Menschen und drückt der Familie des Verstorbenen ihr Beileid aus", wird BVB-Präsident Reinhard Rauball zitiert.

Stand: 06.01.2020, 12:02