Weltmeister, Double-Sieger, Sechstligist - Großkreutz' bewegtes Fußballerleben

Kevin Großkreutz

Weltmeister, Double-Sieger, Sechstligist - Großkreutz' bewegtes Fußballerleben

Die Westfalenliga darf sich über einen prominenten Neuzugang freuen. Fußball-Weltmeister Kevin Großkreutz wechselt zu Tabellenführer TuS Bövinghausen. Das teilte der Verein am Dienstag mit.

"Kevin Großkreutz ist zu uns gewechselt, er spielt als Vertragsamateur. Sein Vertrag läuft bis zum 30. Juni 2023", sagte Vereinspräsident Ajan Dzaferoski dem SID am Dienstag.

Der 32 Jahre alte Großkreutz hatte am Sonntag via Instagram sein Karriereende als Profi bekannt gegeben und angekündigt: "Als kleiner Junge habe ich auf Asche begonnen. Jetzt möchte ich zum Amateursport zurückkehren."

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Der Dortmunder Vorortklub Bövinghausen ist also eine weitere Station in Großkreutz' bewegtem Fußballerleben, dass viele Höhen aber auch einige Tiefen hatte.

Karriere-Start bei Rot Weiss Ahlen

Obwohl er seit Kindesbeinen glühender BVB-Fan ist, begann er seine Profikarriere 2006 bei Rot Weiss Ahlen. Durch starke Leistungen trug er nicht nur maßgeblich zum Aufstieg der Ahlener in die 2. Bundesliga bei, sondern spielte sich auch ins Blickfeld der Borussia. 2009 klappte es mit einem Wechsel, mit dem für Großkreutz ein Traum in Erfüllung ging. Durch seine Authentizität und seine unermüdliche Spielweise kämpfte sich der Dortmunder Junge in die Herzen der BVB-Fans.

Sechs Jahre spielte er bei seinem Heimatverein, wurde unter Trainer Jürgen Klopp 2011 Deutscher Meister und ein Jahr später sogar Double-Sieger. Es war die erfolgreichste Zeit seiner Karriere, die ihn bis in die Nationalmannschaft führte. Er bestritt sechs Länderspiele und wurde von Bundestrainer Joachim Löw in den Kader für die WM 2014 berufen. Bei dem Turnier in Brasilien holte Deutschland den Titel und Großkreutz durfte die begehrte Trophäe in die Höhe stemmen - allerdings ohne auch nur eine Minute auf dem Platz gestanden zu haben.

Nach dem BVB-Abschied geht es bergab

Im Sommer 2015 endete seine Zeit in Dortmund. Großkreutz wechselt zu Galatasaray Istanbul, darf dort wegen fehlender Unterlagen jedoch sechs Monate lang nur trainieren. Am Ende kehrt er ohne ein einziges Spiel für die Türken bestritten zu haben zurück nach Deutschland.

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Er sucht sein Glück beim VfB Stuttgart, was jedoch nur von kurzer Dauer ist. Nach gerade einmal 14 Monaten und 26 Spielen für die Schwaben wurde sein Vertrag aufgelöst. Vorangegangen war eine Party-Nacht, bei der es zu einer Schlägerei im Rotlichtviertel gekommen war. Es war nicht Großkreutz' erste Eskapade: 2014 hatte er bereits für Aufsehen gesorgt, als er in Köln einen jungen Mann mit einem Döner bewarf. Im selben Jahr soll er nach dem verlorenen DFB-Pokalfinale angetrunken in eine Hotel-Lobby uriniert haben. "Fehler macht, glaub ich, jeder. Wichtig ist, dass man dazu steht", sagte Großkreutz rückblickend.

Nach Stuttgart ging es für Großkreutz bei Darmstadt 98 weiter, zuletzt spielte er für den inzwischen insolventen Drittligisten KFC Uerdingen. Doch auch das letzte Kapitel seiner Profi-Laufbahn ist seit Herbst vergangenen Jahres beendet - nach einem Vergleich vor Gericht. Eine Liebesbeziehung war es sowieso nie zwischen dem Verteidiger und den Krefeldern. Vielmehr schien für den KFC vor allem Großkreutz' Prominenz ein Hauptgrund für die Verpflichtung gewesen zu sein.

Großkreutz und seine Pläne nach der Karriere

Nun ist also Schluss - nach 15 Jahren als Profi. Solange es ihm Spaß macht, will er auf Amateur-Ebene weiterkicken. Denn "ganz ohne Fußball geht es doch nicht bei mir", so Großkreutz, der sich bis heute gerne an seine Jugendspiele auf Asche erinnert. Eines ist ihm dabei besonders im Gedächtnis geblieben: "Ich habe mal in der C-Jugend 14 Tore in einem Spiel gemacht, im Kreispokal gegen den VfL Schwerte. Das war groß."

Neben dem Fußball hat sich Großkreutz mit einem Restaurant in Dortmund schon länger ein zweites Standbein aufgebaut. Angeblich liegen ihm auch Angebote für Reality-TV-Shows vor. Langweilig dürfte es mit dem einstigen Fanliebling also auch in Zukunft nicht werden.  

cl/sid | Stand: 25.01.2021, 13:25