Alassane Plea: Gladbach hat wieder eine echte "Neun"

Wuchtig und treffsicher: Borussia Mönchengladbachs 23-Millionen-Mann Alassane Plea beim Kopfball.

Alassane Plea: Gladbach hat wieder eine echte "Neun"

  • Neuzugang Alassane Plea erfüllt die hohen Erwartungen
  • 23,5-Millionen-Euro-Stürmer traf in sechs Spielen viermal
  • Hecking steht wieder ein echter Mittelstürmer zur Verfügung

23,5 Millionen Euro - das ist nicht gerade ein Betrag, den Borussia Mönchengladbach aus der Portokasse bezahlt. Nie zuvor hatte der Bundesligist mehr Geld für einen Spieler in die Hand genommen. Doch Alassane Plea scheint die hohen Erwartungen, die in ihn gesteckt wurden, zu erfüllen.

Hecking hat wieder mehr Optionen im Spielsystem

Vier Treffer erzielte der Franzose in den ersten sechs Partien, darunter beim 3:1 gegen Frankfurt und beim 2:2 in Wolfsburg zwei besonders sehenswerte. Mit dem 25-Jährigen, der vom OGC Nizza kam, hat Trainer Dieter Hecking wieder einen echten Mittelstürmer zur Verfügung.

Die klassische "Nummer 9" fehlte zuletzt, so dass der Coach in der vergangenen Saison vom 4-4-2-System nicht abrücken konnte. Mit dem wuchtigen und treffsicheren Stürmer stehen Hecking wieder mehr Optionen zur Verfügung. Zumeist schickte er seine Elf im 4-3-3 auf das Spielfeld, was vor allem in den Heimspielen zu alter Stärke zurückführte.

Sturmduo Plea/Hazard zuletzt immer erfolgreich

"Er ist ein vielseitiger, schneller und spielintelligenter Angreifer, der seine Qualitäten unter Beweis gestellt hat", hatte Sportdirektor Max Eberl kurz nach Verpflichtung im Sommer gesagt, und es sind genau diese Qualitäten, die dem Spiel der Fohlenelf bislang gutgetan haben.

Mit Thorgan Hazard harmoniert Plea sehr gut. In den letzten drei Spielen trafen beide Offensivkräfte jedes Mal. Plea macht Räume frei, ist stark im eins gegen eins, hat einen unbändigen Drang zum Tor. "Plea hat das Gladbach-Gen. Er will immer mitspielen, weiß aber auch, wo das Tor steht", hatte Eberl nach dem Wolfsburg-Spiel bei "Sky" geschwärmt.

In Wolfsburg Torschütze und Gegentorverursacher

Dass er dabei manchmal den Blick nach hinten etwas verliert, wurde in Wolfsburg deutlich. Nur wenige Minuten nach seinem Führungstor spielte der Stürmer in der eigenen Hälfte einen riskanten Pass - mit dem Willen, das Spiel schnell nach vorne zu treiben. Das ging daneben und führte zum frühen Ausgleich.

Doch insgesamt gesehen ist Plea ein wichtiges Element einer Elf, die wieder in der Lage ist, das Kommando über das Spiel zu übernehmen und die Überlegenheit in Tore umzumünzen. Nach sechs Spielen stehen die Gladbacher auf dem vierten Rang, 12 Tore gelangen der Hecking-Elf bislang. Nur Borussia Dortmund erzielte mehr Treffer (19).

Gladbach gastiert bei angeschlagenen Bayern

Und so fiel bis jetzt der Ausfall des Brasilianers Raffael, der in dieser Saison wegen Verletzungen kaum spielen konnte, wenig ins Gewicht. Am Samstag (06.10.2018, 18.30 Uhr) reisen die Gladbacher zum FC Bayern. Die wettbewerbsübergreifend nach drei sieglosen Spielen angeschlagenen Münchener könnten zum nächsten Gradmesser für Alassane Plea werden.

Stand: 04.10.2018, 09:34