Max Eberl: Vom "Greenhorn" zum Gesicht des Aufschwungs

Max Eberl dteht vor dem Vereinswappen des Clubs, bei dem er nun sein zehnjähriges Jubiläum als Sportdirektor feiert.

Max Eberl: Vom "Greenhorn" zum Gesicht des Aufschwungs

  • Gladbachs Sportdirektor Max Eberl feiert zehnjähriges Jubiläum
  • Vor fast 20 Jahren kam er als Verteidiger zur Borussia
  • Der Niederbayer gilt als Gesicht des Aufschwungs beim VfL

Bodenständigkeit ist ein wesentlicher Wesenszug von Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl. Da passen die beiden kurz aufeinander folgenden Jubiläen ins Bild: Zunächst ist der ehemalige Bundesligaprofi am Freitag (19.10.2018) zehn Jahre Sportdirektor bei Borussia. Und im Januar arbeitet Eberl seit 20 Jahren in verschiedenen Funktionen beim fünfmaligen deutschen Meister.

Max Eberl im Jahre 2001 als Abwehrspieler in Mönchengladbach.

Max Eberl im Jahre 2001 als Abwehrspieler in Gladbach.

"Das war 1999, als ich meinen ersten Vertrag abschloss, sicherlich nicht abzusehen", so Eberl im Rückblick. Er kam als Abwehrspieler, doch er wollte schon früh mehr als Fußball spielen. Er begann ein Fernstudium, fing in Bochum mit Jura an und schloss am Ende den Sportfachwirt ab.

Unruhige Zeiten als Chance für Eberl

Max Eberl (l.) und Lucien Favre im September 2015.

Max Eberl (l.) und Lucien Favre im September 2015.

Die unruhigen Zeiten bei Borussia im Jahre 2008 waren für Eberl die Chance, Verantwortung zu übernehmen, und boten die Aussicht, im wachsenden Borussia-Park etwas aufzubauen. "Diese Perspektive war doch sehr reizvoll", meinte Eberl, der zuvor schon Nachwuchskoordinator gewesen war.

Größter Coup? Reus oder Favre

Anfangs als "Greenhorn" öfters mal unterschätzt, gilt der heute 45-Jährige nun als das Gesicht des Aufschwungs in Mönchengladbach. Er war so erfolgreich, dass sogar die Bayern Interesse an ihm zeigten. Doch sein Weg in Gladbach sei noch nicht zu Ende, betonte der gebürtige Niederbayer. Auf eben diesem Weg hatte er Trainer Lucien Favre an den Niederrhein gelockt, Marco Reus verpflichtet und dem Club mit einer klugen Transferpolitik zu Millioneneinnahmen verholfen.

Marc-André ter Stegen

Marc-André ter Stegen

Allein an Granit Xhaka, Eigengewächs Marc-André ter Stegen und Jannik Vestergaard verdiente Borussia weit mehr als 50 Millionen Euro. Auf die Frage nach seinem größten Coup mag Eberl sich nicht ganz entscheiden: "Favre war sehr wichtig, aber Reus hat uns den Einstieg in andere finanzielle Sphären ermöglicht."

Grashoff-Rekord wird Eberl wohl nicht brechen

Gladbachs Sportdirektor kann auch grantig sein, manchmal wählt er den unbequemen Weg und nimmt Kritik in Kauf. "Ich nehme mir auch schon mal raus, eine Meinung zu vertreten, die nicht jedem lieb ist. Ich muss sagen dürfen, was ich denke. Offenheit ist für mich ein ganz wichtiger Aspekt", sagt Eberl.

Helmut Grashoff, Pfeife rauchend, im Jahr 1987.

Helmut Grashoff im Jahr 1987.

Als robuster Rechtsverteidiger trat er einst bei Borussia in die Fußstapfen von Berti Vogts, als Manager in die von Helmut Grashoff, der 25 Jahre lang die sportliche Verantwortung für den fünfmaligen deutschen Meister trug. Diesen Rekord wird Eberl nicht brechen. "Ich denke nicht, dass ich den Job - bei aller Freude - noch 20 Jahre mache. Aber morgen höre ich auf keinen Fall auf."

dpa | Stand: 16.10.2018, 12:36