Ginters neue Rolle bei der Nationalmannschaft

Matthias Ginter (l.), Joachim Löw

Ginters neue Rolle bei der Nationalmannschaft

  • Nations League-Spiele gegen Niederlande und Frankreich
  • Matthias Ginter auf einmal mit fester Rolle im Nationalteam.
  • Starker Saisonstart bei Borussia Mönchengladbach.

Gleich zu Beginn des letzten Trainings vor der Abreise nach Amsterdam am Donnerstag (11.10.2018) nahm Joachim Löw Matthias Ginter für ein kurzes Vier-Augen-Gespräch zur Seite. Ginter, null Einsatzminuten bei zwei WM-Turnieren, ist plötzlich eine wichtige Größe im A-Plan des Bundestrainers für die beiden schweren Nations-League-Spiele der Fußball-Nationalmannschaft am Samstag in den Niederlanden und drei Tage später bei Weltmeister Frankreich. "Es war ein Stück den Umständen geschuldet", sagte Ginter bescheiden zu seiner neuen Rolle.

Startplatz für Ginter in der Nationalmannschaft

Beim Neustart nach einer verpatzten WM in Russland, dem erstmaligen Vorrunden-Aus eines DFB-Teams, konnte sich der Gladbacher Abwehrspieler bewähren. Der gebürtige Freiburger zählte wie schon bei der triumphalen WM 2014 in Brasilien zum Kader. Er absolvierte in Russland aber keine einzige Spielminute. Das hatte es für einen Feldspieler in der deutschen Fußballhistorie zuvor nicht gegeben. "Danach war viel Unruhe. Alle waren gespannt, wie wir reagieren würden", erzählte Ginter im Berliner Hertha-Amateurstadion. "Wir haben dann erstmal Wert gelegt auf Defensive."

Das war Ginters Ticket in Löws Startelf. Die zwei Weltmeisterschaften ohne persönlichen Einsatz sind für ihn im Rückblick kein Thema mehr: erwiderte Ginter: "Bei der ersten WM war ich auf den letzten Drücker noch dabei, als kleiner Junge aus Freiburg, als Jüngster. In Russland war es so, dass wir überraschenderweise nicht so viele Spiele hatten. Wir haben auch keine Dreierkette gespielt, die dann im weiteren Turnierverlauf vielleicht noch drangekommen wäre", sagte der 24-Jährige.

Die Erfolgserlebnisse im Auswahl-Trikot musste sich Ginter bisher woanders holen, zumal er für die EM 2016 von Löw erst gar nicht berufen wurde. Dafür sorgte er bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro als Stammkraft für die Silbermedaille. Und als Dauerspieler feierte er ein Jahr später den Confed-Cup-Sieg.

Neue Position in Löws Defensive

In der Vorsaison absolvierte er für Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga die maximal möglichen 3060 Spielminuten - das sind alle 34 Partien von Beginn bis zum Schlusspfiff. Und auch in der aktuellen Spielzeit stand der 1,88 Meter große Defensivmann bei allen bisherigen acht Pflichtspielen für Gladbach komplett auf dem Platz - als Innenverteidiger.

Löw plant ihn aber auf rechts hinten ein. "Es gibt nicht so viele Unterschiede, ob man in der Innenverteidigung spielt halbrechts oder in der Dreierkette rechts oder der Viererkette ganz rechts", sagte Ginter dazu. Seine Rolle im DFB-Trikot beschreibt er so: "Im Endeffekt hat erst einmal die Defensive Priorität. Dann versuche ich immer wieder, offensiv Akzente zu setzen. Ich kenne die Position aus der Dortmunder Zeit noch. Ich finde, es ist eine super Position. Ich fühle mich sehr wohl da." In den Nations-Cup-Partien in Amsterdam und Paris möchte sich Ginter aufs Neue beweisen.

Stand: 11.10.2018, 14:00