BVB-Frauenfußball: Sichtungstraining beendet

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BVB-Frauenfußball: Sichtungstraining beendet

Von Till Krause

Die Bewerbungsphase für die neue BVB-Frauenfußball-Mannschaft ist in der entscheidenden Phase. Das Sichtungstraining mit den aussichtsreichsten Bewerberinnen ist beendet. In wenigen Tagen soll die neue Mannschaft stehen.

Mehr als 150 Bewerbungen hatte Borussia Dortmund erhalten, 50 dieser Spielerinnen durften am Montag und Dienstagabend zeigen, was sie am Ball können - beim Sichtungstraining. "Ganz wichtig ist, dass wir jede Spielerin auch mal in Aktion sehen", erklärte Svenja Schlenker, Leiterin der BVB-Frauenfußballabteilung, im Gespräch mit dem WDR.

Bewerbung per Video

Denn bisher hat der BVB die Spielerinnen nur digital kennengelernt. Interessierte mussten sich via Video bewerben. Nun lief mit dem Sichtungstraining vor Ort in Dortmund die zweite und entscheidende Phase der Bewerbung.

"Wir werden den Kader groß halten, bis zu 22 Spielerinnen sollen zur neuen Mannschaft gehören", erklärte Svenja Schlenker. "Wenn jede Position doppelt besetzt ist, können wir viel rotieren." In wenigen Tagen soll die neue Mannschaft stehen.

Das Trainerteam steht bereits fest: Cheftrainer wird Thomas Sulewski. Er hat bereits bei mehreren Dortmunder Vereinen als Trainer gearbeitet und zuletzt die Frauenmannschaft des SV Berghofen in die zweite Liga geführt. Als Co-Trainer unterstützen ihn Dustin Wurst und Ex-BVB-U23-Spieler Tim Treude. Auch die Ex-Profis Annike Krahn und Christian Timm helfen beim Aufbau der neuen Mannschaft.

"Wir können die vorhandenen BVB-Anlagen für unser Training nutzen. Wir haben ein erfahrenes dreiköpfiges Trainerteam und medizinisches Personal", so Svenja Schlenker. "Wir schätzen uns sehr glücklich darüber und wissen, dass das nicht üblich ist in der Kreisliga." Die neue Mannschaft wird Ende des Sommers in der untersten Liga starten.

Bescheidene sportliche Ziele

Der BVB setzt beim Personal und den Strukturen auf Qualität, gibt aber zunächst bescheidene sportliche Ziele aus. "Wir wollen erstmal auf den Rasen mit den Mädels, durch Dortmund reisen und attraktiven Fußball spielen", so Svenja Schlenker.

Dazu gehöre auch, dass die Trainer nur die übliche Aufwandsentschädigung bekommen und die Spielerinnen gar kein Geld. Der Verein hatte Fans und andere Fußballvereine in der Region online befragt, eine Mehrheit hatte sich für diesen Weg ausgesprochen. Dennoch dürfte der Verein gegenüber lokalen Konkurrenten deutliche Vorteile haben - nicht zuletzt wegen der Popularität und den professionellen Vereinsstrukturen.

Kritik: Spielerinnen wandern ab

So kommt auch Kritik auf an dem Vorgehen des BVB. Die Frauen-Mannschaften der kleineren Dortmunder Vereine würden unter dem Vorgehen des BVB leiden, teilt die SG Lütgendortmund auf WDR-Anfrage mit. Insbesondere spielstarke Spielerinnen würden möglicherweise zum BVB wechseln, befürchtet der Verein. Ähnliche Erfahrungen habe man mit dem Frauen-Bundesligisten SGS Essen gemacht.

Der BVB betont, dass ein gutes Klima in der Nachbarschaft wichtig sei. Man wolle nicht zu viele Spielerinnen von einem Verein abwerben. Der Verein wolle die "Struktur im Dortmunder Frauenfußball stärken – nicht schwächen", sagte zuletzt Ex-Profi-Spielern Annike Krahn, die dem BVB beim Aufbau der Mannschaft hilft. Ähnlich sieht es Svenja Schlenker, Leiterin der BVB-Frauenfußballabteilung: "Ich glaube einfach, dass das den Frauenfußball in Dortmund belebt, vielleicht sagen noch mehr Frauen und Mädchen: Ich möchte Fußball spielen."

Vertreter der aktiven Fanszene hatten zuletzt immer wieder die Gründung einer BVB-Frauenmannschaft gefordert. Bald könnten sogar weitere Frauen-Mannschaften dazu kommen. "Es steht noch nicht fest, aber es könnte in Zukunft mehrere BVB-Frauen-Mannschaften geben. Es könnte also beispielsweise noch eine U17 geben", so Svenja Schlenker.

50 Jahre Frauen-Fußball

WDR 5 Westblick - aktuell 29.10.2020 03:57 Min. Verfügbar bis 30.10.2021 WDR 5


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Stand: 18.06.2021, 15:53