Eingang zur Sporthoschule Köln

Bildung durch Fußball - Stadt Köln fördert besseren Zugang für Frauen

Stand: 28.05.2022, 17:17 Uhr

Die Stadt Köln lud pünktlich zum Pokalfinale der Frauen Vertreter:innen aus den Partnerstädten in die Sporthochschule ein, um über Frauenfußball und Bildung zu sprechen.

Von Michael Buchartz

Unter dem Motto "International Women Workshop" fanden vier Tage lang Präsentationen und Dikussionsrunden in der Sporthochschule statt. "Die Deutsche Sporthochschule hat die verschiedenen Nicht-Regierungsorganisationen im Rahmen seines Studiengangs "international sports developement and politics" eingeladen, um über ihre Projekte zu sprechen", erklärte Professor Dr. Stephan Wassong im WDR-Interview am Samstag (28.05.2022).

Idee initiiert von ehermaliger FC-Spielerin Tekkal

Dabei waren jedoch nicht nur Vertrer:innen aus Kölns Partnerstädten Rio de Janeiro (Brasilien), Nairobi (Kenia) und Bethlehem (Palästina) zu Gast. Sondern auch die Vereine "Scoring Girls Köln" und "Vorwärts Spoho". Sie stellten das lokale Projekt vor Ort vor. Entstanden sei die Idee laut den Scoring Girls durch die ehamalige Spielerin des 1. FC Köln, Tugba Tekkal. Sie habe selber einen "sehr steinigen Weg zum FC gehabt".

Nun hat man sich mit Hilfe von Tekkal auf die Fahnen geschrieben, Frauen und Mädchen, die keinen leichten Zugang zu Vereinen haben, über den Fußball zu Bildung zu bringen. "Am Anfang wurde sich viel an geflüchtete Mädchen gewendet, aber jetzt werden es immer mehr. Wir bieten dann beispielsweise zusätzlich Hausaufgabenbetreuung oder Hilfe bei Bewerbungsprozessen an", führten die Scoring Girls ihr Konzept aus.

Projekte auch in Kölns Partnerstädten

Auch der Sportverein "Vorwärts Spoho" gehört mit zum Kölner Projekt dazu: "Wir sind schon seit 2012 in Verbindung mit der Partnerstadt Bethlehem, haben damals dort Freundschaftsspiele ausgetragen. Seitdem sind wir dort auch in der Federführung in Bezug auf Frauen und Integration durch Sport."

Ähnliche Projekte wie von den Kölner Vereinen gibt es in den Partnerstädten, wo junge Frauen aus den Favelas oder Slums an Bildung herangeführt werden sollen. Finanziert wird das hauptsächlich durch die Stadt Köln. "Wir haben dazu eine Sport-Partnerschaft mit den verschiedenen Organisationen in unseren Partnerstädten", sagte Werner Schleicher vom Sportamt dem WDR.

Ausbau der Zusammenarbeit geplant

Konkrete Statistiken zu geholfenen Frauen und Mädchen gibt es noch nicht, diese sollen aber bald folgen. "Wir werten die Zahlen gerade aus", erklärt Professor Dr. Wassong. Vor allem ging es daher beim Workshop um den "internationalen Austausch". Ein Highlight für die Gäste aus aller Welt war der abschließende Besuch des Pokalfinales der Frauen im Kölner Stadion, die übereinstimmend sagten: "Es ist ein spezieller Tag. Es ist der Tag des Frauenfußballs und wir sind hier für diese Gleichbehandlung."

Im kommenden Jahr sind bereits weitere Projekte geplant. "Wir wollen und werden diese Arbeit weiterführen und haben bereits mit unseren Partner:innen bereits über den Ausbau der aktuell laufenden Zusammenarbeit gesprochen", gibt Schleicher vor dem Stadionbesuch noch einen Ausblick auf die Zukunft.