Fortuna Köln - Ratlos nach dem Doppel-Debakel

Fortuna Köln: Tomasz Kaczmarek fasst sich ins Haar

Fortuna Köln - Ratlos nach dem Doppel-Debakel

Von Jens Mickler

  • Unsicherheit bei Fortuna Köln nach hoher Niederlage
  • Negativ-Rekord für Tomasz Kaczmarek
  • Neuer Trainer als Psychologe gefragt

Tomasz Kaczmarek war im Anschluss an die 0:6-Packung bei der SpVgg Unterhaching um Besonnenheit bemüht und analysierte mit ruhigen Worten, was im Hachinger Sportpark passiert war. Der neue Trainer wollte seine Mannschaft, die er seit knapp zwei Wochen betreut, nicht zerreißen. "Gegen Wehen-Wiesbaden war die Reaktion nicht gut. Das war heute anders. Wir hatten auch Phasen, in denen wir richtig gut verteidigt haben", so Kaczmarek.

Veränderungsprozesse in der Mannschaft

Auf dem Papier stehen allerdings zwei Spiele, die 0:7 und 0:6 verloren gingen. Das ist Negativ-Rekord. Kein Trainer im deutschen Profifußball startete mit derart happigen Niederlagen in seinen Job. Die Unsicherheit im Klub ist nun groß. Die Lücke, die Uwe Koschinat gerissen hat, scheint größer als gedacht.

Alles war im Verein auf den Kaczmarek-Vorgänger, der Fortuna in Richtung Zweitligist SV Sandhausen verließ, zugeschnitten. "Es finden gerade große Veränderungsprozesse statt. Jeder ist dabei, seine Rolle zu finden", sagt Christian Osebold, der als Leiter von Fortunas Physio-Abteilung auch zum Interimsgespann gehörte, als der Verein kürzlich auf Trainersuche war.

Nun muss Kaczmarek diese Hierachien neu ordnen. Viel Zeit hat er nicht. Zumal seine Verpflichtung von vielen Fans argwöhnisch begleitet worden ist. Der gebürtige Pole stand noch vor zwei Jahren bei Erzrivale Viktoria Köln unter Vertrag. So ein Mann ist nicht gern gesehen in der Südstadt. Ein Vorwurf aus der Fan-Szene lautete, Geschäftsführer Michael Schwetje hätte sich für einen möglichst kostengünstigen Koschinat-Nachfolger entschieden.

"Gegen den Trainer spielt niemand"

Kaczmarek kontert diese kritischen Vorbehalte, er habe keine Bedenken wegen seiner Viktoria-Vergangenheit. "Ich habe immer hohe Sympathie-Werte für Fortuna Köln gehabt. Ich fand die Mannschaft immer gut", sagte der 34-Jährige in der ersten Woche nach seiner Verpflichtung. Dass es auch aus Reihen der Mannschaft Vorbehalte gegen den neuen Trainer gebe, glaubt Christian Osebold nicht. "Das mag man von extern glauben, aber das ist nicht der Fall", sagt Osebold.

Fortuna Köln: Michael Eberwein

Enttäuschung bei Michael Eberwein

Kaczmarek hat nun zwei Wochen Zeit, sein Team vor allem psychisch wieder aufzurichten. Nach den jüngsten Niederlagen sind die Fortunen auf den 16. Platz abgerutscht. In zwei Wochen kommen die Würzburger Kickers nach Köln-Zollstock. Eine Woche später geht die Reise zum SV Meppen - beides Gegner aus der unteren Tabellenhälfte. Schon in diesen Partien muss die Mannschaft zeigen, ob sie zu alter Stabilität zurückfinden kann.

Stand: 12.11.2018, 11:11