Ausschreitungen in Dortmund, Frankfurt und Wattenscheid

Polizei: Fans nach Fussballspiel

Ausschreitungen in Dortmund, Frankfurt und Wattenscheid

  • Ausschreitungen in Dortmunder Innenstadt
  • Köln-Anhänger prügeln sich in Frankfurt
  • Vermummte greifen Zug mit Arminia-Fans an

Im Vorfeld des Spiels zwischen Borussia Dortmund und dem Hamburger SV (2:0) sind in der Dortmunder Innenstadt am Samstag (10.02.2018) Fangruppen beider Lager aneinandergeraten. Die Polizei nahm die Personalien von 93 HSV-Problemfans auf und schickte diese noch vor Beginn der Begegnung auf die Heimreise. Es wurden Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs eingeleitet, teilte die Polizei Dortmund mit.

Nach dem Spiel wurde ein Polizeibeamter durch einen Faustschlag am Auge verletzt, blieb aber dienstfähig. Nach Polizeiangaben wurden insgesamt 21 Strafanzeigen wegen Landfriedensbruchs, versuchter gefährlicher Körperverletzung, Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz, Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Sachbeschädigung, Beleidigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte gefertigt.

Ausschreitungen in Frankfurt mit Köln-Fans

Auch das Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Köln (4:2) wurde am Samstag an mehreren Orten von Ausschreitungen zwischen Problemfans beider Klubs überschattet. Zunächst prügelten sich vor der Partie knapp 200 Hooligans am Bahnhof im Frankfurter Vorort Kelsterbach.

Nach der Begegnung kam es laut Polizei zu einer "Auseinandersetzung zwischen 60 bis 70 Personen der Frankfurter- und Kölner Fanszene" in Mainz. Vier Täter konnten gestellt werden. Die Polizei stellte Strafanzeigen wegen besonders schweren Landfriedensbruchs.

Angriff auf Zug mit Bielefeld-Fans

Vermummte greifen in Bochum-Wattenscheid einen Zug mit Fans von Arminia Bielefeld an.

Vermummte greifen in Bochum-Wattenscheid einen Zug mit Fans von Arminia Bielefeld an.

In der 2. Bundesliga haben etwa 80 vermummte "Problemfans" in Wattenscheid einen Zug mit mehreren Hundert Fußballfans von Arminia Bielefeld angegriffen. Diese waren am Samstag auf dem Weg zum Auswärtsspiel beim MSV Duisburg. Eine Sprecherin der Polizei in Bochum bestätigte den Vorfall am Sonntag. Verletzt wurde niemand, da der Zug in Reaktion auf den Angriff nicht am Bahnhof hielt.

Als der Zug in den Bahnhof Wattenscheid einfuhr, seien die Vermummten aus einem Waldstück auf den Zug zugestürmt. Die Angreifer sollen aus dem Umfeld des VfL Bochum kommen. Beide Fanlager seien verfeindet, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Dortmund.

Polizei lobt Lokführer

Unter den Reisenden hätten sich auch viele Frauen und Kinder befunden. Die Polizei in Bochum lobte den Lokführer, der gut reagiert habe, indem er die Türen verriegelte und nicht wie geplant im Bahnhof Wattenscheid angehalten habe, sondern weitergefahren sei. Dadurch sei niemand verletzt worden. Festnahmen gab es keine: Als die Polizei eintraf, seien die Angreifer bereits verschwunden gewesen.

sid/dpa/red | Stand: 11.02.2018, 13:01