Ralf Fährmann - plötzlich wieder gefragt

Ralf Fährmann

Ralf Fährmann - plötzlich wieder gefragt

Sie hatten ihn ausgeliehen, weggeschickt, dann nur zähneknirschend zurückgenommen. Jetzt ist Torwart Ralf Fährmann beim FC Schalke 04 plötzlich wieder ein gefragter Mann.

Als Ralf Fährmann am Ostermontag erstmals wieder beim Training des FC Schalke 04 auftauchte, war es wie beim ersten Mal. "Ich war aufgeregt wie bei meinem Profidebüt vor vielen Jahren", gab der 31-Jährige Keeper zu. Und Schalke Teammanager Sascha Riether bekannte: "Es war schon ein komisches Gefühl, als Ralf da plötzlich wieder auf dem Platz stand."

Jetzt - rund vier Monate später ist Fährmanns Anwesenheit beim Schalker Training nicht nur wieder zur Gewohnheit geworden. Der einst aussortierte Keeper ist sogar plötzlich wieder so etwas wie der Hoffnungsträger im Tor der Schalker. Nach dem geplatzten Transfer von Freiburgs Torwart Alexander Schwolow zu den Knappen - Schwolow entschied sich letzten Endes für Hertha BSC - balgt sich Fährmann gemeinsam mit Youngster Markus Schubert um den Stammplatz im Schalker Kasten.

Schwolow - Hertha hatte mehr zu bieten

Für Schalke ist das eine Lösung, die schöngeredet wird, aber letztlich den Sparzwängen des Vereins geschuldet ist. Nach der Coronakrise gehen die Gelsenkirchener finanziell am Stock, müssen in Sachen Neuverpflichtungen ganz kleine Brötchen backen. Das wurde nicht zuletzt beim Geschacher um Schwolow deutlich, als Hertha einfach mehr zu bieten hatte.

Für Fährmann ist die neue Konstellation eine Chance, sich doch noch einmal bei seinem erklärten Lieblingsverein durchzusetzen. Nachdem er von Alexander Nübel verdrängt worden war, ließ sich Fährmann Anfang letzter Saison zum englischen Premier-League-Aufsteiger Norwich City ausleihen. Es war ein Schlag ins Wasser. Fährmann machte nur drei Pflichtspiele für die Engländer, wechselte im März dann noch einmal - zu Brann Bergen nach Norwegen. Doch auch dort machte er aufgrund der Coronakrise dann kein einziges Spiel.

Duell mit Schubert um die Nummer eins

Nun ist er also zurück. Und will seinen Vertrag, der bis 2023 läuft - mit Leben füllen. Das Duell mit dem erst 22-jährigen Markus Schubert geht er selbstbewusst an: "Jeder von uns möchte gerne spielen. Trotzdem gehen wir respektvoll miteinander um und unterstützen uns gegenseitig", erklärte Fährmann in einem am Sonntag gemeinsam mit Schubert geführten Videointerview auf der Schalke-Homepage.

"Wer es am besten in der Vorbereitung macht, hat es auch verdient zu spielen", meinte Fährmann im Rahmen des Kurztrainingslagers der Schalker im niedersächsischen Herzlake. "Wir helfen uns gegenseitig, um uns jeden Tag zu verbessern", sagte Schubert.

Schneider: "Wir halten die Augen offen"

Ob die beiden das Vertrauen des Vereins wirklich besitzen, oder irgendwann doch noch ein zusätzlicher neuer Torwart kommt, steht derzeit in den Sternen. "Wir haben immer betont, dass wir zu diesem frühen Zeitpunkt der Transferperiode auf allen Positionen die Augen offenhalten. Fakt ist aber auch: Wir haben mit Ralf Fährmann und Markus Schubert zwei Torhüter unter Vertrag, die den Anspruch haben, die Nummer eins zu werden", sagte Sportvorstand Jochen Schneider. "Wir unterliegen hier also keinerlei Handlungszwängen."

Sichtung auf Schalke: S04 eröffnet Frauenabteilung Morgenmagazin 03.08.2020 02:05 Min. Verfügbar bis 03.08.2021 Das Erste

oja/sid/dpa | Stand: 10.08.2020, 08:38