Bayer-Coach Bosz vor Inter: "Wir fürchten keinen Gegner"

Bayer Leverkusen: Trainer Peter Bosz

Bayer-Coach Bosz vor Inter: "Wir fürchten keinen Gegner"

Auf dem Weg ins Europa-League-Finale in Köln muss Bayer Leverkusen am Montag zunächst Inter Mailand schlagen. Bayer-Coach Bosz betrachtet das Conte-Team als ganz starken Gegner. Vor seinem möglichen Wechsel nach England kommt Kai Havertz eine Schlüsselrolle zu.

100 Meter neben der eigenen Wohnung in ein Hotel ziehen? Für Peter Bosz wird dieses Szenario Realität. "Die Situation ist tatsächlich ein bisschen komisch. Aber vielleicht kann ich ja meiner Frau hin und wieder aus dem Hotelfenster zuwinken", sagte der Trainer von Bayer Leverkusen der "Bild am Sonntag" süffisant. Doch für den großen Traum vom Europa-League-Titel nimmt der Niederländer auch die von der UEFA vorgeschriebene Hotel-Quarantäne gerne in Kauf.

Bayer will nach Köln

Gegen das Starensemble von Inter Mailand soll am Montag im Viertelfinale in Düsseldorf (21.00 Uhr) noch lange nicht Schluss sein. "Es sind noch acht Mannschaften dabei, wir sind eine davon. Mit jedem weiteren Spiel wird die Chance größer", sagte der 56-Jährige angriffslustig. "Wir fürchten keinen Gegner, aber wir haben Respekt für jeden Kontrahenten. Inter hat eine sehr gute und erfahrene Mannschaft. Aber sie hat natürlich auch Schwächen. Hoffentlich können wir Montag sehen, was das bedeutet", fügte der Niederländer auf der Pressekonferenz am Sonntag an. "Wir haben auch eine gute Mannschaft, dürfen uns aber nicht zu viele Fehler erlauben. Sonst wird es schwer."

Leverkusen - neuer Modus, alte Sehnsucht

Sportschau 10.08.2020 01:37 Min. Verfügbar bis 10.08.2021 ARD Von Daniela Müllenborn

Beim Finalturnier in Nordrhein-Westfalen ist der Weg zur Trophäe besonders kurz, die Entscheidungen fallen in nur einem Duell, das Finale findet in Köln statt.

"Bei diesem Format ist alles anders. Es ist eine K.o.-Runde, es fühlt sich also wie ein Finale an", sagte Sport-Geschäftsführer Rudi Völler der "Gazzetta dello Sport". Kapitän Lars Bender fügte hinzu: "Es geht nur hopp oder top. Es ist alles möglich."

Der bislang einzige internationale Titel - im Vorgänger-Wettbewerb UEFA-Cup - gelang 1988 und liegt mehr als 32 Jahre zurück. Zwei Siege nur noch - und der Traum vom Finale daheim wäre realisiert.

Schlüsselfigur Havertz

Besonders ankommen wird es in diesen großen Spielen auf den vom FC Chelsea umworbenen Kai Havertz. Ohne den Nationalspieler in Bestform, dürften die großen Träume der Rheinländer schon gegen Mailand jäh platzen. Vielleicht lässt sich Havertz von einer Lobeshymne vom Chef zusätzlich beflügeln. "Für mich ist er der beste meiner Zeit in Leverkusen", lobte Völler: "Wir hatten Emerson, Michael Ballack, Ze Roberto und Toni Kroos, aber er ist an der Spitze. Er ist ein Mix zwischen Ballack und Mesut Özil, aber er hat ihre besten Seiten."

Neben Havertz wird es gegen den seit neun Pflichtspielen ungeschlagenen italienischen Vize-Meister vor allem auf die Defensive ankommen. Mit Romelu Lukaku, Lautaro Martinez und Christian Eriksen ist die Offensive des Champions-League-Siegers von 2010, der im Achtelfinale den FC Getafe mit 2:0 bezwang, gespickt mit Topstars. "Dank Lukakus Wucht in Kombination mit dem Tempo von Martinez können sie uns bei jedem Konter weh tun", warnte Völler, dessen Mannschaft auf den gelbgesperrten Mittelfeldstabilisator Charles Aranguiz verzichten muss. Nadiem Amiri gehört nach seine Quarantäne dagegen wieder zum Kader und könnte Aranguiz ersetzen. "Das haben wir immer wieder gezeigt, dass wir fehlende Spieler ersetzen können. Wir müssen es im Team schaffen", sagte Bosz. Ob der angeschlagene Karim Bellarabi dabei sein kann, entscheidet sich kurzfristig.

Vor allem dürfe Bayer nicht in Rückstand geraten, so Völler weiter: "Wenn Inter die Führung übernimmt, wird es für uns extrem schwierig sein, sie zu schlagen." Und dann könnte Bosz seine Frau womöglich früher wieder in den Arm nehmen, als ihm lieb ist.

Bender über Transfer-Gerüchte um Havertz: "Thema hat kein Gewicht" Sportschau 24.07.2020 00:49 Min. Verfügbar bis 24.07.2021 Das Erste

red/sid/dpa | Stand: 09.08.2020, 12:56