Große Enttäuschung in Leverkusen - wieder nichts gewonnen

Peter Bosz

Große Enttäuschung in Leverkusen - wieder nichts gewonnen

Die Enttäuschung bei Bayer Leverkusen nach dem Viertelfinal-Aus in der Europa League gegen Inter Mailand ist groß. Mannschaftskapitän und Trainer hoffen jetzt auf eine bessere nächste Saison.

In der Bundesliga am Ende knapp an der Qualifikation für die Champions League gescheitert, das Pokalfinale gegen Bayern München verloren und nun im Viertelfinale der Europa League gegen Inter Mailand ausgeschieden - bei Bayer Leverkusen schauen sie wieder einmal auf eine unvollendete Saison zurück.

"Wenn man in der Bundesliga bis zum letzten Spieltag um die Qualifikation für die Champions League spielt, das nicht erreicht. Man ein Pokalfinale bestreitet, gegen Inter ein Viertelfinale bestreitet, und immer als Verlierer vom Platz geht, ist klar, dass mehr drin war", sagte Kapitän Lars Bender nach dem 1:2 gegen den italienischen Vize-Meister.

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Sportschau 11.08.2020 02:07 Min. Verfügbar bis 11.08.2021 ARD

Erinnerung an "Vizekusen"

Es wiederholte sich also 2020 jenes Szenario, dass Bayer Leverkusen schon so gut kennt und was dem Klub vom Bayer-Kreuz einst den wenig geliebten Spitznamen "Vizekusen" bescherte.

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Dies hat seinen Ursprung in der Saison 2001/02, als Bayer unter Trainer Klaus Toppmöller nach einer geradezu sensationellen Spielzeit Zweiter in Meisterschaft, Pokal und Champions League wurde. In der Liga war Bayer vom 22. bis zum 32. Spieltag Tabellenführer - doch am Ende wurde Dortmund mit einem Punkt Vorsprung Meister. Es folgte die DFB-Pokalfinal-Niederlage gegen Schalke 04 und schließlich die Pleite im Champions-League-Finale gegen Real Madrid. Zuvor hatte Leverkusen in diesem Wettbewerb ganz groß aufgespielt und nacheinander den FC Barcelona, Juventus Turin, den FC Liverpool und im Halbfinale Manchester United ausgeschaltet. Bereits in der Saison 1999/00 verspielte das Team um Michael Ballack die Meisterschaft - damals mit einer Niederlage am letzten Spieltag in Unterhaching.

"Haben vergessen, uns zu belohnen"

Seither ist es oft ähnlich: Leverkusen liefert für seine Verhältnisse ordentliche bis gute Leistungen ab - die großen Erfolge bleiben aber aus. Auch diesmal wieder. Obwohl die Mannschaft eine "gute Entwicklung" hingelegt und größtenteils "guten Fußball" gespielt habe, überwiege die Enttäuschung, so Lars Bender weiter: "Wir haben vergessen uns zu belohnen. Europa League ist für uns das Minimalziel. Es ist leider dieses Jahr nur ein schwacher Trost, wenn man sieht, in welchem Bereich wir mitspielen konnten. Aber wir haben den letzten Schritt nicht genommen."

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"Jetzt realisiert man die Enttäuschung"

Sein Trainer Peter Bosz haderte ebenfalls mit den verpassten Chancen in allen Wettbewerben: "Wenn man am Ende mit leeren Händen dasteht, ist man enttäuscht. Es war das letzte Spiel, jetzt ist es vorbei. Jetzt realisiert man die Enttäuschung", sagte der Niederländer, der die Saison aber nicht komplett negativ beurteilen wollte. "Es ist zu einfach zu sagen, dass wir am Ende nichts gewonnen haben", zog der 56-Jährige ein Resümee: "Als Trainer schaut man auch auf die Entwicklung einer Mannschaft. Ich glaube, dass wir in dieser Saison eine gute Entwicklung geschafft haben - sowohl von Einzelspielern als auch der Spielweise."

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Sportschau 11.08.2020 01:22 Min. Verfügbar bis 11.08.2021 ARD Von Burkhard Hupe

oja/sid/dpa | Stand: 11.08.2020, 10:03