Sportdirektor Eberl kritisiert türkische Polizei

Borussias Sportdirektor Max Eberl

Sportdirektor Eberl kritisiert türkische Polizei

  • Gästefans angeblich am Eintritt gehindert
  • Streitpunkt auf den Fahnen waren "christlische Symbole"
  • Eberl will sich bei UEFA beschweren

Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl hat die Polizei in Istanbul wegen abgenommener Fan-Fahnen am Rande des Europa-League-Spiels scharf kritisiert. Am Rande des 1:1 (0:0) bei Basaksehir Istanbul nahmen Polizisten den Borussen-Fans Fahnen ab, weil diese christliche Symbole gezeigt hätten.

Dabei handelte sich um das Stadtwappen Mönchengladbachs, in dem unter anderem ein Kreuz abgebildet ist. Dies brachte Eberl in Rage. Der 46-Jährige sprach von "Polizeidiktatur" und kündigte an, sich bei der UEFA beschweren zu wollen.

Mönchengladbach - Sportliche Magerkost und Aufregung auf Fanseite Sportschau 03.10.2019 01:02 Min. Verfügbar bis 03.10.2020 Das Erste

Eberl: "Hat nichts mit Europapokal zu tun"

"Das macht mich extrem traurig, dass wir 2019 in Europa solche Zustände haben, dass die Polizei diktieren kann, welche Fahnen mit ins Stadion kommen. Diese Regel gibt es nicht", schimpfte Eberl. Nach Clubangaben war es vor dem Spiel zu Rangeleien gekommen. Zwei Borussen-Fans waren vorübergehend in Gewahrsam genommen worden, weil sie angeblich Polizisten geschlagen haben sollen. Videoaufnahmen bewiesen aber das Gegenteil. Für Unmut sorgte auch der Zwang für die rund 1400 Gladbacher Fans, in Bussen anzureisen.

Mönchengladbacher Fans in Istanbul drangsaliert

Sportschau 03.10.2019 00:55 Min. Verfügbar bis 03.10.2020 ARD Von Marc Eschweiler

"Unsere Fans bereichern diesen Totentanz hier, dass hier zumindest etwas Stimmung aufkommt und werden dann von Anfang drangsaliert", schimpfte Eberl in Anspielung auf die Atmosphäre beim erst 2014 gegründeten Retortenclub vor den Toren Istanbuls: "Das sind für mich bizarre und groteske Bilder und Szenen, die man heutzutage in Europa nicht mehr erwartet. Das hat nichts mit Europapokal zu tun. Das ist Polizeidiktatur." Von Seiten des türkischen Heimklubs Istanbul Basaksehir sowie den Behörden liegt bisher keine Stellungnahme zu den Vorwürfen vor.

Eberl: "Unsere Fans bereichern den Totentanz"

Sportschau 03.10.2019 01:23 Min. Verfügbar bis 03.10.2020 ARD

dpa | Stand: 03.10.2019, 22:13