Arminia lange klar unterlegen - und am Ende nah dran am Punkt

Wolfsburgs Maximilian Arnold (2.v.l.) erzielt den zweiten Treffer für den VfL gegen Arminia Bielefeld.

Arminia lange klar unterlegen - und am Ende nah dran am Punkt

Von Thorsten Rosenberg

Lange sah es nach einem ungefährdeten Sieg des VfL Wolfsburg über Arminia Bielefeld aus. Am Ende hätten die Ostwestfalen fast einen Zähler mitgenommen.

Bei der 1:2 (0:2)-Niederlage des DSC am Sonntagnachmittag waren die Niedersachsen lange klar überlegen, versäumten aber, weitere Treffer zu erzielen. Am Ende waren die wacker kämpfenden Bielefelder knapp dran am Punktgewinn.

In der Anfangsphase ließen die Bielefelder, bei denen Neuzugang Arne Maier im Mittelfeld sein Debüt für die Ostwestfalen gab, vor knapp 4.500 Zuschauern (6.000 Zuschauer waren zugelassen) den Ball gar nicht schlecht laufen. Der Aufsteiger wollte mitspielen und hatte zu Beginn sogar leichte Vorteile in Sachen Ballbesitz. Arminias Geschäftsführer Samir Arabi hatte seiner Elf einen Sieg zugetraut, aber vor der Partie gemahnt: "Bundesliga ist, wenn deine Fehler noch konsequenter bestraft werden und man vorne deutlich weniger Chancen bekommt. Wir müssen da in beiden Richtungen zulegen."

Reichlich Lehrgeld in nur zwei MInuten

Was er genau damit meinte, zeigte sich ab Minute 18. In kürzester Zeit zahlte der DSC reichlich Lehrgeld. Zunächst trat Maxi Arnold 22 Meter vor dem Bielefelder Tor zu einem Freistoß an, doch anstatt den Ball in Richtung Tor zu bringen, spielte das Wolfsburger Urgestein den Ball kurz an die Strafraumgrenze, wo Torjäger Wout Weghorst völlig unbeachtet von der Bielefelder Deckung den Ball aufnahm und den Ball flach in die Maschen versenkte (19.).

82 Sekunden später schepperte es erneut im Kasten der Gäste. Torwart Stefan Ortega brachte Arne Maier mit einem Abspiel in Bedrängnis: Gleich drei Wolfsburger bedrängten den Neu-Arminen. Admir Mehmedi gelang es an den Ball zu kommen, leitete den Ball dann zu Arnold weiter der frei vor Ortega aus neun Metern zum 2:0 einnetzte (20.).

Arminia bis zur Pause mit dem 0:2 noch gut bedient

Nun waren die Niedersachsen klar überlegen. Der VfL zeigte die deutlich reifere Spielanlage, war nun in allen Belangen das bessere Team und einem dritten Treffer nahe. Bei den durch den Doppelschlag verunsicherten Bielefeldern blieb vieles Stückwerk. Die Neuhaus-Elf konnte froh sein, dass es zur Pause beim 0:2 blieb. Der VfL erspielte sich gegen die teilweise naiv agierende DSC-Abwehr weitere gute Chancen.

DSC-Trainer Uwe Neuhaus wechselte zur Pause zweimal. Brian Behrendt ersetzte Nathan de Medina, Nils Seufert kam für Arne Maier - zwei Wechsel, die eher auf das Verhindern einer höheren Niederlage schließen ließen als auf eine Aufholjagd der Bielefelder.

Ortega pariert gleich zweimal in einer Minute

Doch erneut waren es die Wolfsburger, die zuvor in vier Spielen viermal Remis spielten und nur zwei Treffer erzielt hatten, die sich Chancen erspielten. Sowohl Weghorst als auch Renato Steffen hätten den Sack zumachen müssen (58./59.), doch Ortega parierte zweimal glänzend. Fast im Gegenzug dann mal ein offensives Lebenszeichen der Bielefelder, doch Ritsu Doan scheiterte mit einem Schussversuch aus 20 Metern nur knapp.

Der VfL drückte jetzt nicht mehr so konsequent auf den dritten Treffer und ließ die Arminen öfter mal an den eigenen Strafraum kommen. Doch gelang es der Neuhaus-Elf mal, sich etwa auf den Außenbahnen durchzusetzen, war die Innenverteidigung der Niedersachsen stets souverän. Man hatte nicht das Gefühl, dass es den Bielefeldern gelingen wollte, gefährlich vor das Tor geschweige dann zu einem Torerfolg zu kommen.

Behrendt auf der Linie, Lacroix scheitert am Pfosten

Wenn die Wolfsburger wieder etwas anzogen, wurde es schnell gefährlich vor dem Bielefelder Tor. So musste der eingewechselte Behrendt einmal auf der Linie klären, kurz darauf scheiterte Maxence Lacroix am Pfosten (74./75.). Dann wechselte Neuhaus nach 75 Minuten Sven Schipplock ein - und eben der machte die vorher so einseitige Partie wieder spannend.

Schipplock zum 1:2 - und kurz darauf fast der Ausgleich

Der Stürmer, der zuletzt im Trikot von Darmstadt 98 in der Bundesliga traf, markierte nach einem Zuspiel von Doan aus 13 Metern das Anschlusstor (80.). Und nur wenige Minuten später fast der Ausgleich! Manuel Prietls abgefälschter Schuss aus 19 Metern landete am Wolfsburger Außenpfosten.

Doch Wolfsburg wackelte nun gegen tapfer kämpfende Arminen. Der "Lucky Punch" war durchaus möglich, die Bielefelder Offensivaktionen wirkten nun deutlich gefährlicher. Dennoch verteidigten die Hausherren den knappen Vorsprung und gewannen verdient.

Arminia nun gegen Borussia Dortmund

Für die Arminia war es die dritte Niederlage in Folge. Weiter geht es am 6. Spieltag weiter mit dem Westfalenderby gegen Borussia Dortmund. Anpfiff ist am Samstag um 15.30 Uhr.

Statistik

Fußball · Bundesliga · 5. Spieltag 2020/2021

Sonntag, 25.10.2020 | 15.30 Uhr

Wappen VfL Wolfsburg

VfL Wolfsburg

Casteels – R. Baku, Lacroix, Brooks, Roussillon – Guilavogui (31. Schlager), Arnold – Steffen (84. Gerhardt), Mehmedi (67. Victor), Philipp (84. Klaus) – Weghorst

2
Wappen Arminia Bielefeld

Arminia Bielefeld

Ortega – de Medina (46. Behrendt), Pieper, van der Hoorn (87. Edmundsson), Laursen – Prietl, Maier (46. Seufert) – Doan, Hartel, Cordova (77. Schipplock) – Klos

1

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Weghorst (19.)
  • 2:0 Arnold (20.)
  • 2:1 Schipplock (80.)

Strafen:

  • gelbe Karte Klos (2 )
  • gelbe Karte Arnold (2 )
  • gelbe Karte Philipp (1 )

Zuschauer:

  • 4.519

Schiedsrichter:

  • Manuel Gräfe (Berlin)

Stand der Statistik: Sonntag, 25.10.2020, 17:25 Uhr

Stand: 25.10.2020, 15:54