Westfalenpokal - SV Rödinghausen mit Netz und doppeltem Boden

Rödinghausens neuer Trainer Nils Drube (M.) gibt seinen Spielern Anweisungen

Westfalenpokal - SV Rödinghausen mit Netz und doppeltem Boden

Von Julian Tilders

Für die Fußball-Amateurklubs aus Westfalen winken in der ersten DFB-Pokal-Runde die Zweitligisten SC Paderborn oder Greuther Fürth als Gegner. Favorit SV Rödinghausen hat als einziges Team zwei Möglichkeiten, sich zu qualifizieren.

Weg eins ginge über den Westfalenpokal, wo Rödinghausen am Samstag (15 Uhr) im Halbfinale beim Oberligisten RSV Meinerzhagen aufläuft. Zeitgleich spielen der SV Schermbeck (Oberliga) und die SpVg Hagen 11 (Westfalenliga) den zweiten Teilnehmer des Endspiels aus, das für den Finaltag der Amateure am 22. August (live im Ersten) geplant ist. Als möglicher Verbandspokalsieger träfe der SVR auf Paderborn.

Der zweite westfälische DFB-Pokal-Teilnehmer wird über ein zusätzliches Entscheidungsspiel des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) ermittelt, das zwischen dem besten westfälischen Regionalligisten - also Rödinghausen - und dem Meister der Oberliga Westfalen, dem SC Wiedenbrück, ausgetragen wird. Sollte der SVR aber schon den Verbandspokal holen, würde der SC Verl ins Entscheidungsspiel aufrücken. Seit der Spielzeit 2015/16 wählt der Verband so seine Vertreter aus. Gegner wäre dann in der ersten DFB-Pokal-Runde Greuther Fürth.

Westfälisches Derby als Wunsch-Szenario

Auf die Frage, welchen Gegner er sich also für die erste DFB-Pokal-Runde wünsche, lacht Nils Drube. "Sie wissen wahrscheinlich schon die Antwort", sagt der neue Trainer des SVR im Gespräch mit dem WDR. Klar - das Lokalderby gegen den SC Paderborn wünschen sich in Rödinghausen alle. Dennoch beschäftige er sich aktuell "nur mit der nächsten Aufgabe" im Halbfinale des Westfalenpokals.

Drube betont: "Wir treffen auf eine sehr selbstbewusste Meinerzhagener Mannschaft, die eingespielt ist und sich mit dem Heimrecht selbst ausrechnet, weiterzukommen." Außerdem gehe es für Rödinghausen auch in erster Linie darum, einen Titel zu holen. "Erst dann kann man sich damit beschäftigen, was danach kommt", sagt der 42-Jährige.

Die Favoritenrolle kommt Rödinghausen als einzig verbliebenem Regionalligisten der Spielzeit 2019/20 im Pokal sicherlich zu - Drube macht jedoch angesichts der letzten Monate im Zeichen der Corona-Pandemie klar: "Wären die Voraussetzungen wie letztes Jahr gewesen, hätte man das so sagen können. Jetzt weiß aber keine Mannschaft so richtig, wo sie steht."

Drube tritt Maaßen-Erbe an

Nach der Entscheidung der Klubführung, trotz der ungefährdeten Meisterschaft in der Regionalliga West nicht in den Aufstiegsspielen anzutreten, hat sich das Gesicht der Mannschaft gewandelt: Zu- und Abgänge verbuchte der Klub bislang jeweils im zweistelligen Bereich. Besonders der Abgang von Top-Stürmer Simon Engelmann (26 Tore/7 Vorlagen in 26 Spielen) zu Rot-Weiss Essen muss aufgefangen werden.

Drube, der zuletzt zwischen August 2018 und April 2019 die Sportfreunde Lotte trainierte, tritt als Nachfolger von Enrico Maaßen, der zuletzt beim BVB II anheuerte, in große Fußstapfen. Unter Maaßen bestritt der SVR erstmals zur Saison 2018/19 eine Partie im DFB-Pokal erfolgreich (3:2 vs. Dynamo Dresden, dann 1:2 vs. Bayern München), auch im Folgejahr gelang die Qualifikation. Es folgte das knappe Erstrunden-Aus gegen den SC Paderborn, mit dem Rödinghausen also auch noch eine Rechnung offen hat, im Elferschießen.

"Pokalspiele immer ein Highlight"

Allzu großen Druck verspürt Drube aber nicht: "Ziel ist es, wieder den bestmöglichen Regionalliga-Fußball spielen und eine Top-Mannschaft zu entwickeln." Aber natürlich seien die "Pokalspiele immer ein Highlight für uns. Weil es eine Chance ist, überregional bekannt zu werden."

Preußen und Corona: Fußball vor Publikum bei Regionalliga-Vereinen? 02:25 Min. Verfügbar bis 12.08.2021 Von Matthias Schmidt

Stand: 14.08.2020, 15:00