Fußball | Bundesliga

Lampenfieber und Emotionskontrolle - Köln empfängt Leverkusen

Vor dem Nachbarschafts-Duell zwischen dem 1. FC Köln und Bayer 04 Leverkusen geht es vor allem um die emotionalen Befindlichkeiten der Protagonisten.

Dass ein Fußballspiel ein besonderes ist, merkt man daran, dass vor dem Spiel nicht nur über das Sportliche, sondern auch über Emotionen gesprochen wird. Das kleine rheinische Derby zwischen dem 1. FC Köln und Bayer 04 Leverkusen am Sonntag (15.30 Uhr) ist demnach so ein besonderes Fußballspiel.

"Grundsätzlich ist es so, dass schon ein gewisse Aufregung dabei ist. Ich würde sagen, da ist auch Lampenfieber dabei. Aber das gehört dazu", beschrieb FC-Trainer Steffen Baumgart am Freitag seine Gefühlslage. Für ihn seien diese Emotionen aber "positiv. Und ich versuche dann auch, diese positive Energie mit ins Spiel zu nehmen." Auch seine Mannschaft müsse er "nicht mehr extra anheizen".

Seoane setzt auf Besonnenheit

Leverkusens Trainer Gerardo Seoane wählt den umgekehrten Weg und setzt eher auf Besonnenheit. "Man spricht viel über solche Spiele, und Derbys haben immer noch eine Spur mehr Emotionalität. Deswegen ist Emotionskontrolle sehr wichtig. Wir müssen immer eine gewisse Souveränität behalten und dürfen nicht aus dem Konzept fliegen", sagte der Schweizer.

Besonders im Blick wird Seoane dabei die Emotionen von den Rängen haben. Denn erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie wird das Stadion in Köln mit 50.000 Zuschauern ausverkauft sein.

Beide Teams auf Wiedergutmachung aus

Bei allen Emotionen gilt es aber auch das Sportliche nicht zu vernachlässigen. Denn beide Mannschaften haben nach empfindlichen Klatschen am vergangenen Spieltag Wiedergutmachtung zu betreiben. Während Bayer 04 sein Heimspiel gegen den FC Bayern mit 1:5 verlor, kassierten die Kölner eine 0:5-Niederlage bei der TSG Hoffenheim. In der Tabelle steht die Werkself mit 16 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz, vier Punkte und vier Plätze vor den Kölnern.

Bayer 04 zeigte sich am vergangenen Donnerstag in der Europa League beim 1:1 bei Betis Sevilla schon klar verbessert. Das gilt es nun auch in der Bundesliga fortzusetzen. Seoane stellt seine Spieler auf einen "energievollen, kraftvollen und mutigen Gegner mit einer aggressiven Spielweise" ein.

"Köln hat sein Gesicht verändert und spielt extrem aktiv", sagte der Coach. "So lange beide Mannschaften taktisch diszipliniert sind, kann es sein, dass es zuerst nur wenige Torchancen gibt. Wenn aber die Kräfte schwinden, könnte es im Laufe des Spiels auf beiden Seiten mehr Raum geben. Dann ist auch ein offener Schlagabtausch möglich."

Baumgart setzt auf das Kollektiv

Köln-Trainer Baumgart war vor dem Spiel voll des Lobes für den Gegner: "Das, was auf uns zukommen wird, ist eine der besten Mannschaften, die wir in Deutschland im Moment haben", so Baumgart und setzt gegen die Werkself auf das Kollektiv: "Wenn wir bestehen wollen, geht es darum, dass wir das nur als Mannschaft können."

Verzichten müssen die Kölner weiter auf Mittelfeldspieler Ellyes Skhiri, der sich vor rund zwei Wochen am Knie verletzt hatte. Auch Niklas Hauptmann wird ausfallen. Bayer 04 muss ohne Charles Aranguiz auskommen.