Thomas Letsch wird Trainer beim VFL Bochum

Thomas Letsch - VfL Bochum setzt auf den RB-Effekt

Stand: 22.09.2022, 19:49 Uhr

Thomas Letsch ist neuer Trainer des VfL Bochum und der nächste Bundesliga-Coach, der seine Ursprünge im "Red-Bull-Kosmos" hat. Entsprechend viel versprechen sich die Verantwortlichen.

Von Sebastian Hochrainer

Wer in den vergangenen Jahren in der Bundesliga auf der Suche nach einem neuen Trainer war, schaute sehr häufig in die Listen von RB Salzburg oder RB Leipzig. Weil der Gegenpressing-Stil en vogue geworden ist, sehnten sich viele Klubs danach.

Adi Hütter (ehemals Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach) kam über die Youngs Boys Bern als ehemaliger Salzburg-Trainer als RB-Produkt in die Bundesliga, ebenso der heutige Frankfurt-Coach Oliver Glasner. Marco Rose (seit wenigen Wochen bei RB Leipzig) machte sich auch in Salzburg einen Namen und wurde von Mönchengladbach in die Bundesliga gelotst, und auch Ex-Hoffenheim-Trainer Sebastian Hoeneß startete seine Karriere als Jugendtrainer bei RB Leipzig.

Die Wende schaffen und dabei Talente entwickeln

Alle genannten Coaches hatten zumindest phasenweise Erfolg mit dem Stil, den die Mannschaften aus Salzburg und Leipzig in den vergangenen Jahren geprägt haben. Und so hat sich auch der VfL Bochum dafür entschieden, auf diese Philosophie zu setzen. Mit Thomas Letsch hat sich nun auch das Bundesliga-Schlusslicht dazu entschlossen, einen Mann aus der RB-Schmiede zu verpflichten.

Von 2012 bis 2017 war er in Salzburg und deren Ableger FC Liefering in verschiedenen Funktionen aktiv, die längste Zeit war er Cheftrainer in Liefering. Dem Klub, der die Salzburger Talente entwickeln soll. "Bei seinen vorherigen Stationen hat er stets die Weiterentwicklung talentierter Spieler vorangetrieben. Wir sind zuversichtlich, dass es ihm als sehr kommunikativem Trainer gelingt, der Mannschaft neue Impulse zu geben und so gemeinsam mit dem gesamten Team, dem Staff und der Unterstützung der Fans den Turnaround zu schaffen", ist daher die Hoffnung und Erwartung von VfL-Sportchef Patrick Fabian.

Letsch kennt sich vor allem in oberen Tabellenregionen aus

"Wunschlösung" Letsch verfüge laut Fabian "über die nötige Erfahrung im Profifußball und ist in der Lage, eine Mannschaft mit einer klaren Struktur und Spielidee zu formen". Zu dieser Erfahrung gehört bisher aber nur ansatzweise der Kampf gegen den Abstieg. Seine schlechteste Saisonplatzierung als Trainer war ein zehnter Rang mit der SG Sonnenhof-Großaspach in der Saison 2007/08 in der Oberliga Baden-Württemberg.

Letsch führte seine Teams stets in die Spitzengruppe der jeweiligen Liga. Ein Jahr nach dem zehnten Platz wurde er mit Sonnenhof-Großaspach Oberliga-Meister, mit Liefering wurde er in der österreichischen zweiten Liga Vierter und Zweiter, später mit Austria Wien in der Bundesliga Siebter und Dritter, zuletzt mit Vitesse Arnheim Vierter und Sechster.

Neue Spielweise, um die Gegner zu überraschen

Bochum wird für den erfolgsverwöhnten 54-Jährigen also eine ganz neue Aufgabe. Aber eine, in der er sein Konzept durchziehen soll. Unter seinem Vorgänger Thomas Reis war der VfL mit defensivem Spiel und vielen langen Bällen in der Vorsaison erfolgreich, in dieser Saison war diese Art und Weise zu einfach, um ein zweites Jahr zu glänzen. Deswegen musste Reis nach fünf Spielen ohne Punkterfolg gehen.

"Wir freuen uns, dass sich Thomas Letsch dafür entschieden hat, beim VfL einzusteigen und mit seiner fachlichen Expertise dabei zu helfen, die Mannschaft auf Kurs Klassenerhalt zu bringen", sagte der Vorstandsvorsitzende Hans-Peter Vilis. Und dafür setzt der Verein auch auf den RB-Effekt.