Viele Ultragruppen verzichten auf Stadionbesuch

Die Mannschaft von Borussia Mönchengladbach feiert mit 300 Fans im Stadion

Viele Ultragruppen verzichten auf Stadionbesuch

Von Till Krause

Ab sofort dürfen wieder tausende Fans zu den Bundesliga-Spielen kommen. Für die Ultras von Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach und Schalke 04 kommt das allerdings nicht infrage.

Die Ultras von Schalke 04 werden in ihrer Stellungnahme sehr deutlich: "Wenn es nicht mal möglich ist, seinen Sitznachbarn bei einem Tor der eigenen Mannschaft zu umarmen, ist spätestens der letzte Funken Emotionen erloschen", schreiben sie. Auch dass Gästefans nicht kommen dürfen, habe mit dem Fußball wie sie ihn kennen, "nichts zu tun."

Diplomatischere Töne aus Dortmund

Die Dortmunder Ultras sehen das ähnlich. Ein Stadionbesuch habe in diesen Zeiten "kaum etwas mit der Fankultur zu tun, wie wir sie ausleben", schreibt das Fanbündnis Südtribüne Dortmund in einer Stellungnahme. Zu dem Bündnis gehören BVB-Fanclubs und Ultragruppen.

Die Mitglieder des Bündnisses wollen so lange warten, bis ein Stadionbesuch wieder "in gewohnter Art und Weise" möglich ist. Man respektiere es aber, wenn andere Fans ins Stadion gehen. Die Teilöffnung der Tribünen sei ein "erster kleiner Schritt in Richtung Normalität."

Auch die Ultras von Borussia Mönchengladbach verzichten vorerst auf Stadionbesuche. "Wir werden die zukünftigen Spiele nicht besuchen, ehe der Zustand von vor Corona auf den Rängen wiederhergestellt ist", schreibt die Gruppe Sottocultura auf ihrer Webseite.

Sorge vor bleibenden Veränderungen

Die Ultras äußern in ihren Statements auch die Sorge, dass personalisierte Tickets nach Corona bestehen bleiben oder Sitzplätze abgeschafft werden könnten. Das Ziel müsse aber eine "Wiederherstellung des Status vor Corona" sein.

Stand: 16.09.2020, 15:27