Trainer Daniel Farke (r) unterhält sich mit Lars Stindl beim Training seiner Mannschaft.

Fußball I Bundesliga

Neuer Trainer, alte Mannschaft: Borussia Mönchengladbach startet Vorbereitung

Stand: 26.06.2022, 14:38 Uhr

Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach ist in die Saisonvorbereitung gestartet - mit nur zwei Neuzugängen: Neben dem neuen Trainer Farke war auch Mittelfeldtalent Fraulo bei der ersten Einheit am Sonntag dabei.

Fast 2.000 Fans applaudierten, als die Mannschaft von Borussia Mönchengladbach mit einer kleinen Verspätung von zehn Minuten den Trainingsplatz betrat. Der neue Trainer Daniel Farke hatte zuvor noch eine kurze Ansprache in der Kabine gehalten.

"Das ist sehr, sehr speziell hier in Mönchengladbach. Ich habe hier einen sehr familiären Verein vorgefunden mit viel positiver Energie", so Farke. 22 Spieler waren bei der ersten Einheit unter dem neuen Trainer dabei - darunter Nachwuchsspieler und viele alte Bekannte. Denn Neuzugänge sind bei Borussia Mönchengladbach bisher rar: Nur der 18-jährige Oscar Fraulo vom FC Midtjylland ist Neu-Borusse.

Kein großer Umbruch

Es soll zwar noch Zu- und Abgänge bei den Fohlen geben, aber ein riesen Umbruch sei nicht notwendig, so Borussias Sportdirektor Roland Virkus. "Ich finde, die Grundstruktur ist gut", sagte er vor einigen Tagen im Interview mit der Rheinischen Post. Ziel seien punktuelle Verbesserungen.

Eine weitere punktuelle Verbesserung soll neben Fraulo laut Medienberichten Itakura von Manchester City sein. Der Defensivmann hatte in der vergangenen Saison als Leihspieler bei Aufsteiger Schalke 04 überzeugt. Itakura ist in der Defenisve flexibel einsetzbar, kann als Sechser und Innenverteidiger spielen. Er könnte also auch den Weggang von Ginter abfedern.

Flexible Spieler gesucht

"Wir brauchen Spieler, die viele Positionen abdecken können, da ist die Sechserposition natürlich eine ganz wichtige", sagte Virkus. Gesucht werde ein "polyvalenter" Spieler, der seine Kernposition auf der Sechs haben soll. "Die Polyvalenz brauchen wir bei Borussia, weil wir alle Eventualitäten abdecken müssen."

Diese Strategie ist auch der Situation der Gladbacher geschuldet: Der neue Sportdirektor hat nur eingeschränkte Möglichkeiten. Der Verein müsse schauen, was finanziell überhaupt möglich sei, so Vikrus. Beduetet: Ohne weitere Abgänge fehlt das Geld für Neuzugänge. Allein bei elf Spielern laufen die Verträge im kommenden Sommer aus.

Ablösefreie Abgänge wie zuletzt der von Matthias Ginter möchte Virkus nach eigenen Angaben vermeiden. Es gibt also nur zwei Optionen: Verlängern oder zeitnah verkaufen. Unbedingt halten möchte Virkus Jonas Hofmann und Yann Sommer - zwei absolute Leistungsträger in der vergangenen Saison. Beide stoßen nach Einsätzen für ihre Nationalmannschaften erst in den kommenden Tagen zur Mannschaft dazu.

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Hofmann und Sommer sollen bleiben

Nationalspieler Hofmann war der erfolgreichste Torschütze bei der Borussia. Torhüter Sommer ist erst kürzlich von den Fans zum Spieler der Saison gewählt worden. Beide haben jeweils nur noch ein Jahr Vertrag in Mönchengladbach. "Jonas ist für mich die Personalie schlechthin. Natürlich ist es der Wunsch, ihn zu halten", so Virkus im Interview mit der Rheinischen Post.

Spieler wie Bensebaini, Thuram oder Plea könnten dagegen laut Medienberichten bei entsprechenden Angeboten noch gehen. Noch ist viel zu tun für Roland Virkus. Fakt ist: Die vergangene Saison war die schlechteste seit der Relegationssaison 2011. Handlungsbedarf besteht also.

Erstes Pflichtspiel Ende Juli

Der Trainingsauftakt an diesem Sonntag war für Farke und seine Mannschaft der Start in eine schwierige Mission. Das Ziel hatte Sportdirektor Virkus bereits vor einigen Tagen so zusammengefasst: "Technisch guter Fußball, viel Ballbesitz, eine hohe Spielintelligenz – das ist Borussia Mönchengladbach." Bei den eingeschränkten Möglichkeiten keine einfache Aufgabe für den neuen Trainer.

Die erste 90-minütige Trainingseinheit nutzte Farke auch zu vielen Gesprächen und Erklärungen. Immer wieder unterbrach der neue Chefcoach das Training, und suchte die Kommunikation mit dem Team. "Er muss sich ja erstmal ein Bild von der Mannschaft machen", sagte Kapitän Lars Stindl, der zu den 22 Spielern beim ersten Training zählte.

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Die ersten Schritte geht die neue Mannschaft jetzt mit dem Start in die Vorbereitung. Das erste Testspiel steht am 1. Juli an, der Gegner heißt Rot-Weiss Essen. Stück für Stück stoßen in den nächsten Tagen dann die zum Teil noch fehlenden Nationalspieler dazu. Spätestens während des Trainingslagers am 3. Juli am Tegernsee soll die Mannschaft dann komplett zusammen sein.

Das erste Pflichtspiel wartet bereits am 31. Juli. In der ersten Runde des DFB-Pokals ist dann der SV Oberachern Gegner. Ebenfalls am Sonntag in die Vorbereitung gestartet ist übrigens die TSG 1899 Hoffenheim – Mönchengladbachs Gegner beim Bundesliga-Auftakt Anfang August.

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Quelle: red/dpa/sid