Thomas Letsch leitet sein erstes Training beim VfL Bochum.

Thomas Letsch soll VfL Bochum zum Klassenerhalt führen

Stand: 26.09.2022, 14:01 Uhr

Mit einem neuen Trainer soll es für Schlusslicht VfL Bochum in der Bundesliga wieder bergauf gehen. Thomas Letsch hat am Montag seinen Job in Bochum angetreten.

Der 54-Jährige kommt mit der Empfehlung von zwei guten Spielzeiten aus der ersten niederländischen Liga an die Castroper Straße. Dort belegte er mit Vitesse Arnheim den vierten sowie sechsten Platz und verpasste 2021 den Pokalsieg bei der 1:2-Finalniederlage gegen Ajax Amsterdam nur knapp.

Der VfL plant langfristig mit Letsch

Am Montag stellte sich Letsch nun offiziell in Bochum vor: "Der gesamte Fokus geht jetzt darauf, den VfL in der Bundesliga zu halten. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir das gemeinsam schaffen können. Es sind erst sieben Spiele gespielt."

Thomas Letsch: "Gibt sicherlich leichtere Aufgaben"

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Sieben Spiele sind im Falle des VfL allerdings gleichbedeutend mit 20 Punkten, die man nicht mehr holen kann. "Ich bin mir der Tabellensituation durchaus bewusst", sagte Letsch, dessen Zwei-Jahres-Vertrag auch für die 2. Liga gilt. Aber manchmal sei es nur ein "kleiner Step".

Es gibt sicherlich leichtere Aufgaben in der Welt. Ich fühle mich absolut am richtigen Fleck. Thomas Letsch

Vorstandsvorsitzender Hans-Peter Villis sieht die Zusammenarbeit langfristig angelegt: "Wir sind der absoluten Überzeugung, dass wir mit Thomas Letsch keinen Feuerwehrmann geholt haben. Wir planen die Zukunft fest mit ihm." Also dürfte Letsch genug Zeit haben, seine neuen Spieler kennenzulernen. Im Vorfeld habe er sich über diese "relativ wenig Informationen geholt. Es ist wichtig, unvoreingenommen an die Sache heranzugehen", so der neue Trainer des VfL.

Bochum steht mit dem Rücken zur Wand

Nachdem es für Letsch in der aktuellen Saison mit nur einem Sieg aus sieben Partien in Arnheim nicht gut lief, sucht er beim VfL nun die noch größere Herausforderung in einer der stärksten Ligen Europas. Die Bochumer haben nach sieben Spieltagen lediglich ein Remis und damit vier Punkte weniger als Arnheim verbucht und stehen mit dem Rücken zur Wand.

Neben dem Tabellenplatz zeugen die mageren fünf geschossenen Tore und die 19 kassierten davon, dass viel Arbeit auf Letsch zukommt. Doch in Bochum traut man ihm das zu, hat er doch vor Arnheim nicht zuletzt von 2012 bis 2017 in verschiedenen Positionen bei RB Salzburg und dem Farmteam FC Liefering reichlich Erfahrung sammeln können. Letsch sei laut Sportchef Patrick Fabian die "Wunschlösung".

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Zwei Champions-League-Teilnehmer als Auftaktgegner

Ob er in der zweiten Saison nach dem Wiederaufstieg in die Bundesliga für die Bochumer die Lösung für das Problem des drohenden Abstiegs sein wird, muss sich zeigen. Seinem Vorgänger Thomas Reis traute man dies nach sechs Niederlagen in Serie nicht mehr zu und holte ohne ihn unter U19-Coach Heiko Butscher am letzten Spieltag vor der Länderspielpause beim 1:1 gegen den 1. FC Köln prompt den ersten Punkt.

Unter Letsch sollen genug hinzukommen, damit der VfL erstklassig bleibt. Erinnerungen an sein letztes Engagement in Deutschland, als er 2017 nach nur drei Spieltagen bei Zweitligist Erzgebirge Aue beurlaubt wurde, dürften für ihn keine Rolle spielen. Dafür sind die kommenden Herausforderungen zu groß: In seinen ersten beiden Partien bekommt es Letsch direkt mit deutschen Champions-League-Teilnehmern zu tun. Am kommenden Samstag geht es nach Leipizig, und eine Woche später trifft sein Team zu Hause auf Eintracht Frankfurt.

Vermeintlich leichte Aufgabe im DFB-Pokal

"Wir sind zuversichtlich, dass es ihm gelingt, der Mannschaft neue Impulse zu geben und den Turnaround zu schaffen", hatte Fabian bereits bei der Bekanntgabe von Letschs Verpflichtung gesagt. Wie schnell dies gelingt, hängt letztlich immer auch von den Gegnern ab.

Abseits der großen Herausforderung in der Liga kann sich Letsch darüber freuen, dass er noch die Möglichkeit hat, mit dem VfL an seine Pokalerfolge in Arnheim anzuknüpfen. Zumindest wartet auf ihn im DFB-Pokal mit der Zweitrunden-Partie bei Drittliga-Spitzenreiter Elversberg am 18. Oktober seine vermeintlich leichteste Aufgabe der kommenden Wochen.