Teamcheck: Tönnies-Affäre sorgt für Schalker Unruhe vor dem Saisonstart (Teil 2)

David Wagner (r.)

Teamcheck: Tönnies-Affäre sorgt für Schalker Unruhe vor dem Saisonstart (Teil 2)

Von Jakob Halbfas

  • Wunschtrainer Wagner setzt auf hohes Pressing
  • Alexander Nübel wird mit 22 Jahren neuer Kapitän
  • Unruhe durch Tönies-Affäre

Der Trainer

Mit David Wagner hat Schalke seinen Wunsch-Trainer verpflichtet. Der 47-Jährige stieg 2017 überraschend mit Huddersfield in die Premier League auf und feierte ein Jahr später noch überraschender den Klassenerhalt. Im Winter der vergangenen Saison trennte sich der Deutsch-Amerikaner von dem englischen Klub, der schließlich abstieg.

Wagners Spielstil ist von hohem Tempo auf den Außenbahnen und druckvollem Pressing geprägt. Mit Neuzugang Benito Raman und Amine Harit hat Wagner zwei Spieler in seinen Reihen, die von diesem Spielstil profitieren könnten.

Gleich mit seiner ersten Personalentscheidung hat Wagner überrascht. Alexander Nübel, der seinen 2020 auslaufenden Vertrag noch nicht verlängert hat, ist mit 22 Jahren neuer Schalker Kapitän. Am Ende eines ergebnisoffenen Prozesses seien laut Wagner "Sozialkompetenz, sportliche Anerkennung und Erfahrung in diesem Verein" sehr wichtige Faktoren für die Entscheidung gewesen.

Erwartungen an die Saison

Ein klares Saisonziel haben die Verantwortlichen nicht ausgegeben. "Wir werden unabhängig vom Tabellenplatz mindestens einen Schritt nach vorne machen", verkündete David Wagner, der die Mannschaft nach der enttäuschenden Saison wieder stabilisieren soll. "Wir wollen einen Fußball spielen, der uns gut zu Gesicht steht. Damit haben wir unser Ziel formuliert."

An diesem neuen Spielstil wurde in der Vorbereitung hart gearbeitet, mit mäßigem Erfolg. Vier Siege, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen stehen zu Buche.

Es hat sich gezeigt, dass die Schalker noch Probleme mit dem von Wagner geforderten Pressing und dem schnellen Umschaltspiel haben. "Die Konterabsicherung war noch nicht so, wie wir uns das wünschen", stellte der Coach nach einem Testspiel fest. Hinzu kommt, dass Daniel Caliguri, Mark Uth, Alessandro Schöpf und Ozan Kabak erst zum Ende der Vorbereitung in das Mannschaftstraining einsteigen konnten.

Sind auf Schalke alle fit, steht Wagner ein qualitativ hochwertiger Kader zur Verfügung, für den es um mehr gehen muss, als den Klassenerhalt zu sichern. Unklar ist zurzeit, inwieweit abermalige Nebengeraüsche im nahen Schalker Umfeld, wie die Tönnies-Affäre, die sportliche Leistung der Mannschaft beeinflussen werden.

Am 17. August wartet auf die Königsblauen ein Bundesligastart, der es in sich hat. Dem Gastspiel bei Borussia Mönchengladbach folgt das Heimspiel gegen Bayern München.

Lesen Sie im ersten Teil: "So lief die letzte Saison" und "Wer kommt, wer geht"

Stand: 08.08.2019, 15:44