Teamcheck: Aufsteiger 1. FC Köln investiert mehr als geplant (Teil zwei)

Achim Beierlorzer

Teamcheck: Aufsteiger 1. FC Köln investiert mehr als geplant (Teil zwei)

  • Beierlorzer steht vor seinem Bundesliga-Debüt
  • Minimalziel "Klassenerhalt" ist kein Thema
  • Veh sortierte seinen Coach einst als Spieler aus

Der Trainer

Achim Beierlorzer betritt am Samstag (17.08.2019) Neuland, wenn er mit Köln beim VfL Wolfsburg in die Bundesliga-Saison startet. In den vergangenen beiden Spielzeiten hat er als Coach von Jahn Regensburg jeweils mit einem fünften und einem achten Platz auf sich aufmerksam gemacht, und zuvor hat er bei RB Leipzig schon Zweitliga-Luft auf der Trainerbank genossen.

Den Plan, mal Bundesliga-Trainer zu werden, hegte der 51-Jährige nie: "Niemals. Vor zehn Jahren war ich Lehrer und habe einen kleinen Verein in der Bezirksliga trainiert. Es hat sich dann einfach entwickelt." Seinen Beamten-Status hat Beierlorzer für den Trainerberuf aufgegeben.

Als Spieler schaffte es Achim Beierlorzer bis in die 3. Liga, während sein Bruder Bertram sogar bei Bayern München spielte. Aber als Trainer überflügelt er seinen großen Bruder nun. Die Ausbildung zum Fußball-Lehrer schloss er als Lehrgangsbester ab, und er hat auch künftig nicht vor die Zügel schleifen zu lassen. "Ich werde sehr fleißig arbeiten: Man wird mich nicht nachmittags Golf oder Tennis spielen sehen."

Erwartungen an die Saison

Beierlorzers Ziel für kommende Spielzeit weicht etwas von dem ab, was die Verantwortlichen eines gerade erst aufgestiegenen Clubs gemeinhin formulieren: "Wir wollten es vermeiden, mit dem Minimalziel 'Klassenerhalt' reinzugehen. Wenn wir das am Ende erreichen, sind wir auch zufrieden. Aber es geht darum, nicht mit der devoten, angstorientierten Einstellung heranzugehen, bloß nicht abzusteigen. Sondern mit dem Willen, das Bestmögliche erreichen zu wollen."

Das dürfte Manager Armin Veh, der Beierlorzer als Spieler einst aussortierte, als er in den 90er Jahren nach der Fusion der SpVgg Fürth mit dem TSV Vestenbergsgreuth das dortige Traineramt übernahm, freuen. Nun hat Veh ihn immerhin als Trainer in die Erste Liga geholt. "Ich glaube, er ist ein besserer Trainer als er ein Spieler war", so Veh. Auch Beierlorzer war nach eigenem Bekunden schon damals klar, "dass ich kein Profi werde, der mit Fußball spielen richtig viel Geld verdient". Was Letzteres betrifft, ist er als Trainer mit dem Sprung in die Bundesliga jetzt schon auf einem deutlich besseren Weg.

Lesen Sie im ersten Teil: "So lief die letzte Saison" und "Wer kommt, wer geht"

Stand: 15.08.2019, 11:00