1. FC Köln - in der Bundesliga etablieren

Markus Gisdol

1. FC Köln - in der Bundesliga etablieren

Cordoba geht, Andersson kommt. Beim 1. FC Köln ist kurz vor Saisonbeginn viel in Bewegung. Das Ziel in dieser Saison: Der Klub möchte sich in der Bundesliga etablieren.

So lief die vergangene Saison

Der 1. FC Köln fand sich nach einem durchwachsenen Saisonstart am 11. Spieltag auf dem vorletzten Platz wieder. Zu wenig für die Ansprüche des Aufsteigers: Trainer Achim Beierlorzer musste gehen, und Markus Gisdol übernahm das Kommando an der Seitenlinie.

Auch in der Kommandozentrale des FC gab es eine Neubesetzung. Armin Veh schmiss als Geschäftsführer in Köln hin, Horst Heldt übernahm seinen Job. Die erhoffte Wende blieb aber zunächst aus. Am 14. Spieltag übernahmen die Kölner nach einer 0:2-Schlappe bei Union Berlin sogar die Rote Laterne.

Dann meldete sich der FC aber mit einem 2:0-Heimerfolg gegen Bayer Leverkusen zurück, legte zwei weitere Siege gegen Frankfurt und Bremen nach und verabschiedete sich schließlich auf einem Nichtabstiegsplatz in die Winterpause. Der Aufschwung führte Köln in der Rückrunde noch bis auf Rang zehn mit lediglich drei Punkten Rückstand auf einen Europa-League-Platz. Höher hinaus ging es nicht mehr, aber der Klassenerhalt war im Endspurt nur noch Formsache.

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Wer kommt, wer geht?

Auf der Torhüterposition haben die Kölner mit der Verpflichtung von Ron-Robert Zieler den Konkurrenzkampf hochklassig angeheizt. Und auch sonst ist kurz vor Saisonbeginn viel Bewegung im Kölner Kader. Topscorer Jhon Cordoba verlässt den Verein Richtung Hertha BSC. Und ausgerechnet vom anderen Hauptstadtverein kommt Ersatz. Sebastian Andersson wechselt von Union Berlin zu den Kölnern.

Der Weggang von Cordoba ist nicht das einzige Problem in der Kölner Offensive. Schalke 04 war nicht bereit, den an die Domstädter ausgeliehenen Mark Uth ein längerfristiges Engagement beim FC zu gewähren. Simon Terodde hat den Verein Richtung Hamburg (HSV) verlassen, Anthony Modeste die Vorbereitung verletzt verpasst, die Außenspieler Ismail Jakobs und Florian Kainz fehlen derzeit ebenfalls verletzt.

Perfekt machten das Transferchaos ein positiver Corona-Test, der die Verpflichtung von Dimitrios Limnios (Paok Saloniki) verzögert sowie der beim Medizintest durchgefallene Paderborner Streli Mamba. "Das ist relativ dünn, was wir in der Offensive haben. Da muss noch ein bisschen was passieren", monierte Gisdol denn auch nach dem 6:0-Pokalerfolg gegen den Regionalligisten Altglienicke.

Der Trainer

Dass Gisdol dazu in der Lage ist, den FC mit entsprechenden Spielern in der Erstligaspur zu halten, hat er in der vergangenen Saison bewiesen. Nach seinem holprigem Einstand im November führte er den Aufsteiger letztlich stetig nach oben. Der Klassenerhalt wurde mit einer Vertragsverlängerung bis 2021 belohnt, und kurz vor dem Saisonstart hat der Klub zwei weitere Jahre draufgelegt. Die Botschaft ist klar: Der FC setzt auf Gisdol.

"Bei allen Herausforderungen auf dem Weg zum Klassenerhalt hat er Mut und Führungsqualitäten bewiesen - und es darüber hinaus geschafft, unsere Mannschaft, Routiniers und Youngster, weiterzuentwickeln", lobte Heldt Gisdol anlässlich der Vertragsverlängerung.

Wie gut es gelingt, den FC in Liga eins zu etablieren, dürfte davon abhängen, ob Gisdol die versprochenen Verstärkungen für sein Team bekommt: "Wir brauchen eine konkurrenzfähige Mannschaft. Wir hatten eine gute Vorbereitung, aber wir müssen die Qualität im Kader steigern. Das reicht nicht, da muss noch was kommen. Und daran arbeiten wir intensiv", versprach Sportchef Heldt in der vergangenen Woche.

Die Ziele

Die Ziele im zweiten Bundesligajahr nach einem Aufstieg sind eigentlich immer dieselben: den nächsten Schritt Richtung Dauermieter in der Beletage des deutschen Fußballs machen. Trotz der Tatsache, dass es in Corona-Zeiten eines der wichtigsten Kölner Ziele ist, so schnell wie möglich so viele Zuschauer wie möglich in das eigene Stadion zu bekommen, genießt nur dieses Ziel höchste Priorität:

"Unser Ziel ist es, den FC in der Bundesliga zu etablieren." Das sagte Sportchef Heldt nach der Vertragsverlängerung mit Gisdol. Gelingen wird dies mit Blick auf das bisherige Transferchaos wohl nur, wenn es Gisdol gelingt, die jüngeren Spieler weiterzuentwickeln. Denn von denen hat der Klub nicht zuletzt aufgrund der Zugänge aus der eigenen Jugendabteilung einige im Team. Das wäre dann ein weiteres Ziel.

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Stand: 13.09.2020, 15:01