Teamcheck: Köln mit neuem Personal und Selbstvertrauen in die Rückrunde

Trainer Markus Gisdol vom 1. FC Köln

Teamcheck: Köln mit neuem Personal und Selbstvertrauen in die Rückrunde

Von Cora Lanzerath

  • Drei Siege in Serie ließen Köln noch auf Platz 15 klettern
  • Mit Mark Uth kehrte ein alter Bekannter zum FC zurück
  • Trainer Markus Gisdol glaubt an einen Kampf bis zum letzten Spieltag

So lief die Hinrunde

17 Punkte nach 17 Spielen, Tabellenplatz 15 - die reinen Zahlen lassen die turbulente Hinrunde des 1. FC Köln nicht einmal im Ansatz erahnen. Denn mehr als die Hälfte der Punkte konnten die Geißböcke erst an den letzten drei Spieltagen sammeln.

Doch von vorne: Mit Bundesliga-Neuling Achim Beierlorzer an der Seitenlinie startete der 1. FC Köln in die Mission Klassenerhalt. Der Beginn war wie erwartet schwierig, meinte es der Spielplan doch alles andere als gut mit dem FC. So blieb es trotz magerer drei Punkte aus den ersten fünf Spielen relativ ruhig am Geißbockheim.

Doch auch der geplante Neustart gegen Hertha BSC ging ordentlich in die Hose. Das 0:4 gegen den damaligen Tabellennachbarn war der erste große Dämpfer - und es sollte nicht der letzte bleiben. Nach weiteren bitteren Niederlagen gegen Mainz (1:3) und Düsseldorf (0:2) sowie dem peinlichen Pokal-Aus beim Viertligisten aus Saarbrücken (2:3) war auch dem Letzten klar, dass es so nicht weitergehen konnte.

Beierlorzers Vision von laufintensivem Umschaltfußball passte schlicht nicht zum vorhandenen Kader. Hinzu kamen weitere Probleme wie die katastrophale Chancenverwertung, mangelnde Konsequenz in der Defensive, zu viele individuelle Fehler und manchmal auch einfach fehlendes Spielglück. Kurz: Der 1. FC Köln sauste nach elf Spieltagen ungebremst Richtung Abstieg.

Das erkannten auch die Verantwortlichen und trennten sich vom sympathischen, aber glücklosen Beierlorzer. Da kurz zuvor auch Sportchef Armin Veh die Kölner mit sofortiger Wirkung verlassen hatte (sein Abschied zum Saisonende war da bereits fix), stand der FC plötzlich führungslos da.

Nach öffentlichen Absagen von vermeintlichen Wunschlösungen und einem Hin und Her in Sachen Sportchef, hieß das Rettungs-Duo am Ende Horst Heldt und Markus Gisdol. Die Freude bei den Fans hielt sich in Grenzen, und doch scheint der Verein mit den Personalien nicht gänzlich falsch gelegen zu haben. Eine perfekte Englische Woche zum Hinrunden-Abschluss brachte den Spielern das Selbstvertrauen zurück und zeigte, dass der 1. FC Köln im Kampf um den Klassenerhalt längst noch nicht abgeschrieben ist.

"Neun Punkte aus drei Spielen" - Gisdol erleichtert in die Pause Sportschau 21.12.2019 00:35 Min. Verfügbar bis 21.12.2020 Das Erste

Wer kommt, wer geht?

Mark Uth beim Training des 1. FC Köln

Mark Uth beim Training des 1. FC Köln

Mit Mark Uth kommt ein alter Bekannter auf Leihbasis vom FC Schalke 04. Der Kölner hofft auf einen Neustart in der Heimat. Obwohl er es bei den Gelsenkirchenern in dieser Saison nur auf acht Bundesliga-Einsätze brachte, ist Uth für Köln eine sinnvolle, wenn auch kurzfristige Verstärkung. Denn eine Kaufoption besitzen die Geißböcke für den 28-Jährigen nicht. Dennoch war der ehemalige Nationalspieler der absolute Wunschtransfer von Gisdol. Laut dem Trainer hat er den nötigen Zug zum Tor und kann sowohl als zweite Spitze, als Zehner oder als Rechtsaußen agieren.

Ebenfalls neu im Team ist Elvis Rexhbecaj vom VfL Wolfsburg. Der 22-Jährige Mittelfeldspieler bringt genau die Qualitäten mit, die Gisdol für sein Spiel braucht. "In Elvis sehe ich einen jungen Spieler mit einem unglaublichen Laufvermögen und einer unglaublichen Athletik", sagte Gisdol dem "Geissblog.koeln".

Und es könnte noch einen weiteren Neuzugang geben. Wie Heldt mittlerweile bestätigte, kämpft der FC um eine Leihe von Weltmeister Benedikt Höwedes. Zwar sei man sich mit dem Verteidiger weitgehend einig, aber Moskau muss noch zustimmen. Höwedes reiste mit ins Trainingslager der Russen. Das gilt als Zeichen, dass sich die Verhandlungen noch hinziehen könnten. In Moskau steht Höwedes noch bis 2021 unter Vertrag, ist unumstrittener Stammspieler. Sein Wechsel wäre ein echtes Ausrufezeichen im Abstiegskampf.

1. FC Köln verpflichtet Uth und stellt vier Spieler frei

Sportschau 03.01.2020 00:37 Min. Verfügbar bis 03.01.2021 ARD

Auch auf der Abgabenseite hat sich etwas getan: Louis Schaub wurde aussortiert und schließt sich vorerst dem Hamburger SV an. Eine Personalie, die überrascht - gehörte der Österreicher doch zu den besten Technikern im Kölner Team. Ebenfalls keine Zukunft mehr beim FC besitzen Niklas Hauptmann, Vincent Koziello und Matthias Bader. Abnehmer für das Trio sind aber noch nicht in Sicht. Youngster Darko Churlinov verließ den Verein dagegen freiwillig Richtung Stuttgart.

Stand: 15.01.2020, 07:00

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