Borussia Mönchengladbach will erneut "die Großen ärgern"

Gladbachs Tony Jantschke

Bundesliga Teamcheck

Borussia Mönchengladbach will erneut "die Großen ärgern"

Von Michael Buchartz

Der Kader von Borussia Mönchengladbach hat sich kaum verändert. Die Elf vom Niederrhein will erneut mit seiner Konstanz und Geschlossenheit punkten - und die Top-Teams ärgern.

So lief die vergangene Saison

Borussia Mönchengladbach spielte eine starke Saison, die beste seit dem dritten Platz 2014/2015, und holte am Ende 65 Punkte - besser war kein Tabellenvierter in der Geschichte der Fußball-Bundesliga. "Wir sind verdient in die Champions League eingezogen", urteilt Sportdirektor Max Eberl. Mit einem 2:1 gegen Hertha BSC am letzten Spieltag sicherte sich die Borussia den Platz in der finanziell lukrativen Königsklasse.

"Das ist für uns wie eine Meisterschaft", so Eberl. Insbesondere zuhause war die Borussia eine Macht, holte beeindruckende 38 Zähler. Nur Meister Bayern München konnte daheim noch mehr Punkte einfahren. Ausbaufähig sind dennoch einige Dinge: Auswärts war die Mannschaft etwas schwächer als die Top-Teams. Auch muss das Spiel gegen tiefstehende Mannschaften besser werden.

Wer kommt, wer geht?

Nachdem die Zugänge der vergangenen Saison fast alle mit sehr guten Leistungen überzeugen konnten, hat Eberl den Kader nur im Detail verändert. Mit Fabian Johnson, Tobias Strobl und Raffael hat man drei Spieler abgegeben, die keine absoluten Stammspieler waren. Neben einigen Leih-Rückkehrern sind vor allem auf Zugangsseite die beiden ausgeliehenen Spieler Valentino Lazaro (von Inter Mailand) und Hannes Wolf (RB Leipzig), zu nennen. Bei Wolf gibt es nach 15 Einsätzen eine Kaufpflicht über rund 10 Millionen Euro seitens der Borussia. Diese würden aber erst 2021 fällig werden.

Sowoh Lazaro, als auch Wolf sollen dem Kader mehr Tiefe geben und Stammspielern Pausen ermöglichen, ohne dass die Borussia an Qualität verliert. Große Transfers hat Eberl aufgrund der Corona-Krise ausgeschlossen: "Die Mannschaft hat auf Gehalt verzichtet. Dann können wir nicht viele Millionen für Neue ausgeben. Das wäre unglaubwürdig." Die wichtigste Leistung der Verantwortlichen besteht sowieso darin, begehrte Leistungsträger wie Denis Zakaria, Matthias Ginter oder die gefährlichen Offensivspieler trotz lukrativer Angebote aus dem Ausland im Verein zu halten.

Der Trainer

Marco Rose hat in seinem ersten Jahr nach seinem Wechsel aus Salzburg absolut überzeugt. Mit großer Disziplin und Geschlossenheit führte er die Mannschaft in die Champions League. Insbesondere das schnelle Umschaltspiel funktionierte hervorragend. Spieler wie Breel Embolo oder Jonas Hofmann konnten unter ihm endlich ihr Potenzial abrufen.

Marco Rose

Marco Rose

Florian Neuhaus wurde sogar Nationalspieler und präsentierte sich als neue Zukunftshoffnung im defensiven Mittelfeld. In der neuen Saison muss Rose sich allerdings damit auseinander setzen, dass seine Mannschaft öfter die spielbestimmende Mannschaft ist. Viele Teams werden gegen Gladbach genau auf dessen größte Waffe setzen: das schnelle Umschaltspiel.

Die Ziele

"Wir sind wie das gallische Dorf. Außenseiter und angriffslustig." So beschreibt Eberl die Ziele zur kommenden Saison. Man wolle "die Großen ärgern", so der Sportdirektor. Die Großen sind laut Eberl vor allem Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen. Gladbach sieht sich also "nur" als Nummer fünf im deutschen Fußball - mit Ambitionen auf mehr.

Verletzung von Valentino Lazaro

Verletzung von Valentino Lazaro

Für mehr muss das Team ähnlich geschlossen auftreten und vor allem verletzungsfrei bleiben wie vergangene Saison. Ein Ausfall eines Leistungsträgers wiegt insbesondere in der qualitativ nicht so breit aufgestellten Defensive schwer. Den ersten hat die Borussia schon zu verkraften: Zugang Lazaro fällt wochenlang aus. Die Testspiele liefen jedoch schon erstaunlich gut. Nur eines ging verloren, alle anderen wurden überzeugend ohne ein einziges Gegentor gewonnen. "Das Ziel ist einfach formuliert: Jedes Spiel möglichst gewinnen", gibt Eberl die Richtung vor.

Stand: 11.09.2020, 10:37