Teamcheck: Borussia Dortmund will Anspruch gerecht werden

BVB-Sportdirektor Michael Zorc, Neuzugang Erling Haaland und Trainer Lucien Favre (v.l.)

Teamcheck: Borussia Dortmund will Anspruch gerecht werden

Von Julian Tilders

  • Ausbaufähige BVB-Hinrunde mit angespannter Stimmung
  • Hype um Haaland: Norweger soll die Offensive bereichern
  • Favre sieht noch viel Arbeit - Meisterschaft weiter im Blick

So lief die Hinrunde

Ausbaufähig, gemessen an den öffentlich geäußerten Meisterschaftsansprüchen der Dortmunder vor der Saison. Die Borussia steht mit 30 Punkten auf Tabellenrang vier und hat sieben Punkte Rückstand auf Spitzenreiter RB Leipzig. Dortmund startete mit zwei Siegen in die Saison, doch in der dritten Partie setzte es eine rätselhafte 1:3-Niederlage gegen Aufsteiger Union Berlin. Es folgte ein klarer 4:0-Erfolg bei Bayer Leverkusen, aber der BVB-Lauf stellte sich nicht ein.

Kurios: Dreimal in Folge spielte Dortmund dann 2:2 und kassierte zweimal späte Gegentreffer durch Eigentore. Kapitän Marco Reus platzte im Interview mit dem TV-Sender "Sky" nach dem Remis gegen Eintracht Frankfurt der Kragen, als ihm die Mentalitätsfrage gestellt wurde: "Wir haben uns dumm angestellt, aber kommt mir jetzt nicht mit eurem Mentalitätsscheiß."

Trainer Lucien Favre sprach im ARD-Gespräch das Wort "Mentalität" nicht aus, meinte wohl aber etwas in der Art: "Ja, es fehlt etwas. Wir müssen vom 1:0 profitieren und das 2:0 machen. Wir haben das nicht geschafft." Laut Sportdirektor Michael Zorc spiele "so keine Spitzenmannschaft".

Als Beweise für Letzteres taugten auch die 0:4-Blamage in München und das 3:3 zu Hause gegen Tabellenschlusslicht Paderborn. Bei der anschließenden Mitgliederversammlung Ende November schlugen der Mannschaft gemischte Emotionen entgegen, es herrschte Unruhe. Danach stellte Favre die Grundordnung vom 4-2-3-1 auf ein 3-4-3 um - es folgten drei Siege aus den letzten fünf Partien, Zufriedenheit herrschte aber nicht - Zorc analysierte: "Was den Trainer und mich ärgert, ist der Hinrunden-Abschluss mit den Spielen gegen Leipzig und Hoffenheim. Da waren wir über weite Strecken besser, haben es aber nicht zu Ende gebracht. Statt sechs Punkten haben wir nur einen geholt. Deshalb sind wir hinten dran."

Wer kommt, wer geht?

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Kaum richtig angekommen, aber schon mittendrin: Die Erwartungen an Erling Haaland (19 Jahre), den der BVB vom FC Red Bull Salzburg in den Ruhrpott holte, sind hoch. Das 1,94 Meter große Sturm-Juwel, das dem Vernehmen nach etwa 20 Millionen Euro Ablöse gekostet hat, soll die Offensive noch flexibler machen.

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Wann der Norweger allerdings bei 100 Prozent ist, steht noch offen. Im Trainingslager arbeitete er aufgrund einer Knieverletzung zu Anfang noch individuell, er muss sich erst noch herantasten. "Im Moment ist mir der Hype viel zu groß. Er ist noch in der Entwicklung", sagte Zorc.

Auf der Abgangsliste steht Julian Weigl. Der Mittelfeldmann wechselte auf eigenen Wunsch zum portugiesischen Top-Klub Benfica Lissabon (Ablöse: 20 Millionen Euro). Abwanderungswillig scheint nach Medienberichten auch Stürmer Paco Alcácer zu sein, der mit Haaland einen Konkurrenten an die Seite bekommen hat. Doch Zorc betonte, es gebe für ihn keine Angebote, „über die man reden müsste“.

Stand: 14.01.2020, 07:00