Teamcheck: Leverkusen mit Formtief vor dem Start (Teil 2)

Bayer Leverkusens Trainer Peter Bosz

Teamcheck: Leverkusen mit Formtief vor dem Start (Teil 2)

Von Bastian Hahne

  • Attraktiver Offensivfußball unter Bosz
  • Viele Niederlagen in der Vorbereitung
  • Demirbay will Titel gewinnen

Der Trainer

"Ich war noch nicht fertig in der Bundesliga", sagte Peter Bosz bei seiner Vorstellung in Leverkusen im Januar. Der Niederländer wollte sich nach seinem enttäuschenden Engagement bei Borussia Dortmund (Entlassung nach einem halben Jahr) in Deutschland beweisen und hat das in seiner ersten Halbserie mit Leverkusen auch getan. Mit attraktivem Offensivfußball führte Bosz Leverkusen wieder in die Champions League und weckte Hoffnungen auf mehr.

In der Vorbereitung setzte der 55-Jährige auf ungewöhnliche Methoden. Einerseits wurde in Leverkusen und im Trainingslager in Zell am See nur einmal pro Tag trainiert, andererseits absolvierte der Verein gleich drei Doppel-Testspieltage mit je zwei Spielen über 90 Minuten hintereinander. Dabei kamen zwar alle Spieler des Kaders plus Jugendspieler zu langen Einsätzen, die Ergebnisse waren jedoch ernüchternd: Kein Sieg, zwei Remis und vier Niederlagen bei 14 Gegentoren, dazu ein 1:2 gegen den FC Valencia im Rahmen der Saisoneröffnung. Der einzige Sieg gelang im ersten Testspiel bei Regionalligist Wuppertaler SV (4:0).

Erwartungen an die Saison

Wie jedes Jahr gibt Leverkusen als Saisonziel die Qualifikation für das internationale Geschäft aus, im Idealfall den Einzug in die Champions League. Und wie jedes Jahr träumen gerade die Neuzugänge angesichts des Potenzials bei Spielern und Verein von mehr: "Ich bin nicht hierher gewechselt, um Mittelmaß zu sein. Ich möchte auch Titel gewinnen", kündigte Kerem Demirbay im kicker an. "Wir haben sehr, sehr viel Qualität. Und wir wollen auch sehr, sehr viel. Wir streben nach Titeln in den kommenden Jahren." Der letzte Titel des Klubs liegt allerdings bereits 26 Jahre zurück (DFB-Pokalsieg 1993).

Trotz der schwachen Ergebnisse in der Vorbereitung bleibt man im Verein optimistisch, an die gute Rückrunde der vergangenen Saison anknüpfen zu können. Der Verlust von Julian Brandt sollte durch Demirbay, Amiri und Diaby mehr als aufzufangen sein. Abzuwarten bleibt, wie der laufintensive Bosz-Fußball mit der Dreifachbelastung durch Liga, DFB-Pokal und Champions League vereinbar ist. Wenn der Trainer bis zum Saisonstart die defensiven Problem in den Griff bekommt, ist am Ende erneut ein Platz unter den ersten Vier drin.

Kießling über Bayer Leverkusen: "Wir sind gut aufgestellt."

Sportschau 17.07.2019 01:43 Min. Verfügbar bis 17.07.2020 Das Erste