Arminia Bielefeld - Rückkehr mit breiter Brust

Andreas Vogelsammer (r.) bejubelt sein Tor zum 2:1 mit Bielefelds Fabian Klos und Jonathan Clauss beim Hinspiel gegen Holstein Kiel.

Arminia Bielefeld - Rückkehr mit breiter Brust

Nach elf Jahren Zweit- und Drittklassigkeit ist Arminia Bielefeld wieder in der Bundesliga angekommen. Die Ostwestfalen gehen mit viel Selbstvertrauen in ihre 18. Erstligasaison.

So lief die vergangene Saison

Bielefeld-Profis jubeln mit der Zweitliga-Meisterschale

Bielefeld-Profis jubeln mit der Zweitliga-Meisterschale

Mit zwei Unentschieden gegen den FC St. Pauli (1:1) und beim VfL Bochum (3:3) war Arminia Bielefeld etwas holprig in die Saison gestartet. Doch obwohl bis zum letzten Spieltag noch zwölf (!) weitere Punkteteilungen folgten und die Arminia so Remis-König der 2. Bundesliga wurde, bedeuteten die 18 Siege bei nur zwei Niederlagen am Ende den souveränen Aufstieg. Das Team von Trainer Uwe Neuhaus stellte am Ende die beste Offensive (65 Tore) und beste Defensive (30 Gegentore) sowie den besten Torschützen und Scorer Fabian Klos (21 Tore/11 Vorlagen) der Liga, der mit 32 Jahren in seine erste Bundesligasaison gehen wird.

Ab dem elften Spieltag stand Bielefeld auf einem Aufstiegsplatz, seit dem 15. Spieltag auf Platz eins. Diese Spitzenposition ließen sich die Ostwestfalen bis zum Saisonende nicht mehr nehmen. Auch die Corona-Pause brachte sie nicht mehr aus dem Konzept. Zwei Spieltage vor Schluss bedeutete ein 4:0-Erfolg gegen Dynamo Dresden bei gleichzeitigem Remis des Hamburger SV gegen den VfL Osnabrück den sicheren Aufstieg, den die Mannschaft nach dem Überreichen der Meisterschale am letzten Spieltag bei Missachtung diverser Corona-Regeln mit ihren Fans feierte. Später entschuldigte der Klub sich.

Wer kommt, wer geht?

"Wir werden kein Risiko eingehen bei Transfers, um die Chance zu erhöhen, in der Liga zu bleiben", erklärte DSC-Geschäftsführer Sport Samir Arabi. "Wir würden jetzt niemals sagen, wir nehmen einen Kredit auf, weil wir meinen, wir brauchen noch den linken Mittelfeldspieler. Das sind Lehren aus der Vergangenheit. Das wird es bei Arminia Bielefeld definitiv nicht geben."

Neuzugang Ritsu Doan im Trikot von Arminia Bielefeld

Und so kommt es, dass der Transfersaldo des Aufsteigers in diesem Sommer ein ungewöhnliches Bild aufweist: keine Ausgaben, keine Einnahmen. Auch wenn es reichlich Bewegung im Kader gab, wurden keine Ablösesummen bezahlt. Verstärkt hat sich die Arminia in der Offensive und in der Abwehr. Für den Angriff kamen der Österreicher Christian Gebauer (26/SCR Altach), Noel Niemann (20/1860 München), der Japaner Ritsu Doan (22/PSV Eindhoven/Leihe) und der Venezolaner Sergio Cordova (23/FC Augsburg). Die Defensive ergänzen der Däne Jacob Barrett Laursen (25/Odense BK), der Belgier Nathan de Medina (22/Royal Mouscron) und der Niederländer Mike van der Hoorn (27/Swansea City). Zudem kehrten die Leihspieler Prince Osei Owusu (23/1860 München), Can Hayri Özkan (20) und Nikolai Rehnen (23/beide Alemannia Aachen) zurück.

Auf der anderen Seite mussten die Ostwestfalen zwei Stammkräfte der Aufstiegssaison ziehen lassen. Der Franzose Jonathan Clauss (27) wechselte in die Ligue 1 zu RC Lens und Florian Hartherz (27) schloss sich Bundesliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf an. Außerdem verließen mit Patrick Weihrauch (26/Dynamo Dresden), Keanu Staude (23/Würzburger Kickers), Philipp Klewin (26/Erzgebirge Aue), Alex Pérez (29/UD Logones), Stephan Salger (30/1860 München), Nils Quaschner (26) und Tom Schütz (32/beide vereinslos) einige Spieler aus der zweiten Reihe den Verein.

bh | Stand: 10.09.2020, 06:00