Schalke 04: Rouven Schröder wird Sportdirektor

Rouven Schröder 2020 bei Mainz 05

Schalke 04: Rouven Schröder wird Sportdirektor

Rouven Schröder wird Sportdirektor beim Bundesliga-Absteiger Schalke 04. Das teilte der Verein am Dienstag mit.

Schröder übernimmt ab Juni insbesondere die Planung des Zweitliga-Kaders der Königsblauen, die bereits als Absteiger aus der Fußball-Bundesliga feststehen. Zu seinen Aufgaben gehören außerdem das Scouting und die personelle Besetzung der Fachbereiche.

"Aufsichtsrat und Vorstand sind sich einig, dass die Vielzahl an Aufgaben im sportlichen Bereich nicht von einer Person allein geschultert werden kann, sondern dass wir zusätzliche Expertise benötigen", sagte Sport-Vorstand Peter Knäbel laut Vereinsmitteilung. "Wir konnten einen Experten für S04 gewinnen, der über das nötige Netzwerk und die fachlichen Qualitäten in diesem Bereich verfügt."

Spieler bei Bochum und Duisburg

Rouven Schröder kennt sich aus im Ruhrgebiet: Als Spieler stand er lange Zeit beim VfL Bochum und MSV Duisburg unter Vertrag. Danach war er unter anderem als Sportdirektor bei Greuther Fürth und Werder Bremen tätig.

Schröder wird neuer Sportdirektor bei Schalke

Sportschau 04.05.2021 00:43 Min. Verfügbar bis 04.05.2022 ARD Von Ulli Schäfer


Zuletzt war Schröder Vorstand Sport bei Mainz 05. Nun soll er in Gelsenkirchen "eine neue Mannschaft aufbauen, die Schalke 04 in Gegenwart und Zukunft erfolgreich vertreten kann", so Knäbel. Erst Ende März war Peter Knäbel endgültig zum Sportvorstand ernannt worden - nachdem Rouven Schröder für diese Position nicht zur Verfügung stand. Nun wird der 45-Jährige Knäbels rechte Hand.

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Außerdem bekommt die Schalker Knappenschmiede einen neuen Direktor. Mathias Schober - bisher der sportliche Leiter der Nachwuchs-Abteilung - wird befördert und erhält als Direktor die Gesamt-Verantwortung für den Nachwuchsbereich. Auch Schober war laut Medienberichten Sportdirektor-Kandidat bei Schalke.

Schalke 04 - wenn Urgesteine absteigen müssen

Der FC Schalke 04 steigt in die zweite Bundesliga ab. So ist es schon so einigen Traditionsvereinen und Fußball-Urgesteinen ergangen. Eine Auswahl in Bildern.

Die Absteiger der Bundesliga

Am Dienstag (20.04.2021) war es soweit. Seit der Niederlage bei Arminia Bielefeld ist es für Schalke rechnerisch nicht mehr möglich, die Klasse zu halten Der Absturz vollzog sich schnell. Noch vor drei Jahren waren die "Königsblauen" deutscher Vizemeister und standen 2019 im Achtelfinale der Champions League.

Am Dienstag (20.04.2021) war es soweit. Seit der Niederlage bei Arminia Bielefeld ist es für Schalke rechnerisch nicht mehr möglich, die Klasse zu halten Der Absturz vollzog sich schnell. Noch vor drei Jahren waren die "Königsblauen" deutscher Vizemeister und standen 2019 im Achtelfinale der Champions League.

Wenn Bundesliga-Urgesteine absteigen, dann ist das immer besonders bitter - für die Fans, natürlich für den Klub selbst und irgendwie auch für die Liga. So ergangen ist es schon vielen Traditionsvereinen - mit unterschiedlichem Ausgang.

Für Fußball-Deutschland war es ein Schock. Nach neun deutschen Meisterschaften stieg Gründungsmitglied 1. FC Nürnberg 1969 erstmals aus der Bundesliga ab. Doch nicht nur das, es geschah das Unvorstellbare, denn der "Club" war damals Titelverteidiger und musste als Meister die Klasse verlassen. Ein 0:3 beim 1. FC Köln besiegelte das Desaster für die Franken. Nach neun Jahren Zweitklassigkeit stieg der FCN zwar wieder auf, entwickelte sich aber über die Jahre zur Fahrstuhlmannschaft. Insgesamt zählen die Statistiker neun Bundesliga-Abstiege, den bisher letzten 2019. An die alten Erfolge konnten die Nürnberger nie wieder anknüpfen.

Der erste Abstieg 1975 war für den VfB Stuttgart nicht wirklich eine Katastrophe. Zwei Jahre später ging es wieder nach oben und die große Zeit des VfB, die sollte noch kommen. Drei deutsche Meisterschaften, zwei Vizemeisterschaften, ein Pokalsieg und zwei Europapokal-Finale machten den VfB zu einem Spitzenklub - auch international. Der erneute Absturz nach fast 40 Jahren Ligazugehörigkeit im Jahr 2016 war deshalb eine Überraschung und für die Region ein Trauerspiel. Nach dem sofortigen Wiederaufstieg ging es 2019 sogar ein drittes Mal eine Etage runter. Es war zu befürchten, dass sich der große VfB zum Fahrstuhlklub entwickeln und nicht mehr dauerhaft im Oberhaus halten würde. In der aktuellen Bundesligasaison macht es das junge Team als Neuling jedoch sehr gut und hat mit dem Abstieg nichts zu tun.

Überraschend war es nicht, bitter war es dennoch: 1980 musste Werder Bremen den Gang in die zweite Bundesliga antreten. Unter dem Trainerduo Rudi Assauer/Fritz Langner reichte es nach einigen Jahren im Mittelmaß nicht mehr zum Klassenerhalt. Dennoch war der Abstieg so etwas wie ein Betriebsunfall. Denn er ist bis heute der einzige in der Werder-Geschichte geblieben. Schon 1981 stieg das Gründungsmitglied der Bundesliga wieder auf und feierte danach große Erfolge - unter anderem drei deutsche Meisterschaften und den Gewinn des Europapokals der Pokalsieger 1992.

Die ganz großen Erfolge konnte er nie feiern, doch irgendwie war der MSV Duisburg als Gründungsmitglied der Bundesliga immer mit dabei und stand 1979 sogar im Halbfinale des UEFA-Pokals. 1982 dann der Abstieg: Die "Zebras" mussten unter Trainer Kuno Klötzer in die zweite Liga. Danach wurde es turbulent. Der Klub wurde bis in die Oberliga Nordrhein durchgereicht, berappelte sich wieder, stieg wieder auf - aber auch wieder ab, aus der Bundesliga insgesamt sechs Mal. In der aktuellen Saison geht es in der 3. Liga um den Klassenerhalt.

Eintracht Frankfurt und die Bundesliga - das gehörte mehr als 30 Jahre lang zusammen. So hatte auch bei den Hessen lange niemand damit gerechnet, am Ende der Saison 1995/96 tatsächlich absteigen zu müssen. In der Winterpause war man Zehnter, der Kader - unter anderem mit Torwart Andres Köpke, Uwe Bindewald, Manfred Binz, Jay-Jay Okocha, Ralf Falkenmayer oder Thomas Doll - gut besetzt. Doch nach einer desaströsen Rückrunde war es dann soweit. Der erste Abstieg leitete unruhige Zeiten ein, auch 2001, 2004 und 2011 ging es runter in Liga zwei. In der aktuellen Saison könnte sich die Eintracht nun zum ersten Mal für die Champions League qualifizieren.

Die Saison 1995/96 war keine gute für die Bundesliga, denn an deren Ende verfiel auch die Pfalz in kollektives Wehklagen. Der 1. FC Kaiserslautern, der Klub des legendären Fritz Walter und natürlich ebenfalls Gründungsmitglied der Bundesliga, stieg ebenfalls zum ersten Mal ab. Die Trauer wäre wohl nicht ganz so groß ausgefallen, hätte man gewusst, was zwei Jahre später passiert. Denn da holten die "Roten Teufel" nach dem sofortigen Wiederaufstieg unter Trainer-Ikone Otto Rehhagel sensationell die deutsche Meisterschaft - und der Abstieg zwei Jahre zuvor war vergessen und galt sogar als heilsam. Allerdings stieg der FCK 2006 erneut und 2012 sogar zum dritten Mal aus der Bundesliga ab. Finanziell gebeutelt, hat er sich davon seither nicht mehr erholt und kämpft gerade in der 3. Liga ums Überleben. Kurios: In der Saison 1996/97 nahmen die Pfälzer als Zweitligist am Europapokal der Pokalsieger teil.

Gründungsmitglied, erster deutscher Meister, das "Real Madrid des Westens": Es entsprach lange nicht dem Selbstverständnis des 1. FC Köln, überhaupt einmal in Abstiegsgefahr zu geraten. 1998 ging es dann dennoch in die zweite Liga. Der Klub, der sich Jahre zuvor noch angeschickt hatte, dem FC Bayern im Meisterschaftskampf Paroli zu bieten, hatte sich verschuldet. Danach wurden die "Geißböcke" zur Fahrstuhlmannschaft: 2002, 2004, 2006, 2012 und 2018 ging es jeweils in die Zweitklassigkeit. Auch in der aktuellen Saison hat es der FC schwer, die Klasse zu halten.

Fünf deutsche Meisterschaften, zwei UEFA-Pokalsiege, unzählige Europapokal-Schlachten, Fans in aller Welt - das war Borussia Mönchengladbach unter den Trainern Hennes Weißweiler und Udo Lattek in den 1970er Jahren. Doch dann wurden die "Fohlen" langsam aber sicher abgehängt - finanziell und sportlich. 1999 dann der Abstieg, der rund um den Bökelberg für Entsetzen sorgte. Auch nach der Bundesligarückkehr 2001 blieb es durchwachsen, 2007 ging es erneut eine Klasse runter. Zwar stieg die Borussia postwendend wieder auf, rettete sich 2011 aber erst in der Relegation vor Abstieg Nummer drei. Erst seit 2012 geht es für Mönchengladbach wieder nach oben.

Mächtig stolz war der Hamburger SV darauf, über viele, viele Jahre das einzige verbliebene Gründungsmitglied der Bundesliga zu sein, eine Art Institution Fußball-Deutschlands. Und das völlig zu Recht. Unvergessen ist die Stadionuhr, die die Jahre, Tage und Stunden, Minuten und Sekunden des Erfolges zählte. Doch am 12. Mai 2018 stieg der "Dino" erstmals nach 55 Spielzeiten Ligazugehörigkeit ab. Seitdem will es nichts mehr werden mit der Rückkehr des einstigen Meisters und Europapokal-Siegers. Nach zwei verpassten Aufstiegen kämpft der HSV jetzt zum dritten Mal um die Rückkehr ins Oberhaus.

Zurück zum FC Schalke. Den Ruhrgebietsklub würde es nicht zum ersten Mal erwischen. Vor allem der erste sportliche Niedergang im Jahr 1981 war nach 55 Jahren Erstklassigkeit ein Schock, von dem sich die "Knappen" lange nicht erholten, denn auch 1983 und 1988 musste man den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Dennoch darf der Traditionsverein hoffen, denn überstanden hat der Verein bisher alle Abstiege.

red/dpa | Stand: 04.05.2021, 11:53