Schalkes erste kleine Schritte in eine bessere Zukunft

Schalke-Trainer Manuel Baum gibt Anweisungen am Spielfeldrand

Schalkes erste kleine Schritte in eine bessere Zukunft

Von Jörg Strohschein

Auch beim Heimspiel gegen Union Berlin sprang kein Sieg für Schalke 04 heraus. Dennoch werten alle Beteiligten diese Partie als einen ersten Schritt nach vorn. Auch wenn noch einige wesentliche Defizite bestehen bleiben.

Manuel Baum musste ein wenig lächeln. "Ich habe mir auf dieser Trainerstation vorgenommen, dass ich extrem positiv bleibe und positiv denke", sagte er nach dem 1:1 gegen Union Berlin. Auch wenn dieses Spiel ihm in vielen Szenen Grund für eine deutlich destruktivere Sichtweise gegeben hätte - und die mittlerweile 20. Partie in Folge ohne Sieg zudem keinen Grund für eine neue Euphorie hätte erzeugen können. Auch wenn damit der erste Punkt in dieser Spielzeit erkämpft wurde.

Der Trainer des FC Schalke 04 möchte hoffnungsfroh in die Zukunft schauen, negative Gedanken und schlechte Schwingungen gab es in den vergangenen Monaten rund um das Berger Feld schließlich genug. Mit diesem stilistischen Mittel in seiner Trainingsarbeit scheint der 41-Jährige erste Veränderungen bei seinem Team herstellen zu können. Zumindest Einsatz, Leidens- und Laufbereitschaft - die Grundlagen für ein funktionierendes Fußballteam - nähern sich nun wieder deutlich dem einer Bundesliga-Mannschaft an.

Manuel Baum: "Spielerisch haben wir noch Luft nach oben"

Sportschau 18.10.2020 02:19 Min. Verfügbar bis 18.10.2021 ARD


Statistische Werte sprechen für Schalke

Gleich elf Kilometer mehr spulten die S04-Spieler im Vergleich zum 3. Spieltag bei RB Leipzig ab. Sie setzten 225 Mal und damit 89 Mal (!) häufiger gegen Union Berlin zum Sprint an als gegen den vorherigen Gegner. Statistische Werte, die nicht nur dem Coach, sondern auch den Spielern sowie den Anhängern des Klubs zumindest den Glauben zurückgeben können, dass die Mannschaft in den nächsten Wochen wieder eine Konkurrenzfähigkeit herstellen kann. Diese hatte sie beinahe vollständig verloren.

Damit scheint das Schalker Fundament erst einmal neu gegossen zu sein und eine kollektive Übereinstimmung zu bestehen, dass dies der Weg ist, auf dem die weiteren Schritte folgen müssen. Denn die spielerischen Defizite mochte Baum in einer erst dreiwöchigen Zeit in Gelsenkirchen noch nicht abzustellen. "Wir wissen, dass wir spielerisch noch zulegen müssen", sagte Baum. "Alles was das Spiel mit Ball betrifft, teilweise auch in der Pressingstruktur, ist nicht ideal."

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Zu langsames Spiel

Das gesamte Offensivspiel bleibt auch weiterhin eine große Baustelle. Quer- und Rückpässe der Abwehrkette bestimmen die Schalker Aktionen. Schnelles Umschaltspiel, überraschende Finten, zügiges Direktspiel bleiben Mangelware. Das häufig viel zu geringe Tempo in den Schalker Bemühungen ist nach wie vor eine der größten Schwächen der Mannschaft. Dennoch: Aus Sicht aller Beteiligten ist ein Anfang in eine bessere Zeit gemacht.

Am kommenden Samstag (18.30 Uhr) treten die Schalker zum Revierderby bei Borussia Dortmund an. "Wir wissen dass Dortmund sehr stark ist. Aber wenn wir solch eine kämpferische Leistung nochmal auf den Platz bringen, dann wird es sehr schwierig auch gegen uns zu spielen", sagt Baum.

Gibt es noch echten Fußball? Unterwegs im Westen 15.10.2020 29:00 Min. UT Verfügbar bis 15.10.2021 WDR Von Donya Farahani

Stand: 19.10.2020, 13:00