Gross fordert Mut und Ehrgeiz im Schalker Abstiegs-Marathon

Christian Gross: Der Schweizer Serienmeister und Weltenbummler Sportschau 28.12.2020 01:02 Min. Verfügbar bis 28.12.2021 Das Erste

Start des neuen Trainers

Gross fordert Mut und Ehrgeiz im Schalker Abstiegs-Marathon

Am Sonntag (27.12.20) hat Christian Gross seinen neuen Job als Trainer des FC Schalke 04 angetreten. Er will die Knappen noch vor dem Abstieg retten und setzt dabei vor allem auf die Rückkehr des Selbstbewusstseins und mannschaftlicher Geschlossenheit.

Vor über drei Wochen, als Manuel Baum noch Trainer beim FC Schalke 04 war, klingelte das Telefon von Christian Gross. Am anderen Ende: S04-Sportvorstand Jochen Schneider. "Ich war überrascht über den Anruf von Schalke, aber ebenso erfreut", sagte Gross nun am Tag seiner Vorstellung als neuer Chefcoach der Knappen.

Gross hatte seine Karriere als Trainer eigentlich schon für beendet erklärt, nun übernimmt er die schwierige Aufgabe, Schalke (Letzter in der Bundesliga mit vier Punkten) doch noch vor dem Abstieg zu bewahren. "Ich habe noch sehr viel Energie", betonte Gross. "Und die brauche ich ganz bestimmt. Ich muss vorangehen. Es gibt viel zu tun. Lassen Sie mich das anpacken."

Gross tritt Retter-Mission an: "Mit viel Zuversicht an die Aufgabe" Sportschau 28.12.2020 00:42 Min. Verfügbar bis 28.12.2021 Das Erste

Ähnliche Worte benutzte auch Baum, als er im Oktober das Traineramt auf Schalke übernahm. "Vielleicht wird sich der eine oder andere fragen: Ist der Baum nicht zu klein für das Ganze? Aber lasst mich mal machen, ich weiß genau, was ich tue", sagte der 41-Jährige bei seinem Antritts-Pressekonferenz.

Gross ist sich der besonderen Situation bewusst

Wie Baum geht auch Gross die Aufgabe mit "Zuversicht, Zielstrebigkeit und Entschlossenheit" an. Gleichwohl sei ihm bewusst, dass es sich um einen "Marathon" handele und der Job auf Schalke "speziell" sei.

Gross hat sich selbst nun zur Aufgabe gemacht, den Schalker Kader wieder zu einem echten Team zu formen und den Spielern zu vermitteln, dass sie trotz der zuletzt 29 sieglosen Bundesligaspiele am Stück Selbstvertrauen ausstrahlen müssen. "Ich will eine mutige und clevere Mannschaft auf dem Platz, den Ehrgeiz der Spieler in jeder Sekunde spüren. Wir brauchen in und um die Mannschaft herum eine positive Grundhaltung, um wieder erfolgreich zu sein", sagte der Schweizer.

Schneider setzt auf Gross' Auftreten

Schneider hat Gross als den Mann für diese schwere Aufgabe auserkoren, weil er als dominanter Trainer gilt, der die Kabine auf seinen bisherigen Stationen - wie auch beim VfB Stuttgart, als die beiden bereits zusammenarbeiteten - im Griff hatte. "Christian Gross wird die Mannschaft mit klarer Linie und einer unmissverständlichen Erwartungshaltung auf den richtigen Weg bringen", sagte Schneider. "Wir haben eine gemeinsame Mission. Das wird kein Sprint, sondern ein Marathon, den wir gemeinsam angehen wollen. Ich bin davon überzeugt, dass er mit seiner Erfahrung, seiner Expertise, seiner Menschenführung genau der Richtige ist."

"Es geht in den nächsten fünf Monaten ausschließlich darum, den Klassenerhalt in der Bundesliga zu schaffen", fügte der Schalker Sportvorstand an. Entsprechend wurde Gross' Vertrag auch nur bis zum Saisonende ausgeschlossen. Eine Verlängerung im Erfolgsfall ist jedoch nicht ausgeschlossen.

Gross braucht neue Spieler

Dafür will Schalke im Winter auf dem Transfermarkt nachlegen - trotz sehr beschränkter finanzieller Mittel. "Wir sind im Austausch, es gibt immer Wünsche. Wir schauen, was machbar ist. Die finanzielle Lage ist offenbar sehr angespannt", sagte Gross. "Vor allem auf den Außenbahnen haben wir Bedarf an Schnelligkeit. Die Mannschaft muss geschlossener auftreten."

Das vermittelte Gross auch seinen Spielern persönlich bereits bei der ersten internen Einheit am Sonntag. Am Samstag, den 2. Januar, wird die Mission des neuen Trainers in der Bundesliga richtig losgehen. Bei Hertha BSC steht für Schalke (18.30 Uhr) das erste Spiel des neuen Jahres an. Es ist gleichzeitig der Beginn des Abstiegs-Marathons der Schalke über 21 Partien.

sho/dpa/sid | Stand: 28.12.2020, 10:40

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