Schalke-Torwart Rönnow - neue Konstante im Krisengebiet?

Schalke-Torwart Frederik Rönnow dirigiert seine Vorderleute im Revierderby

Schalke-Torwart Rönnow - neue Konstante im Krisengebiet?

Von Julian Tilders

Torhüter Frederik Rönnow hat für Schalke 04 zuletzt gut gehalten. Die Leihgabe aus Frankfurt könnte die Dauer-Rochade zwischen den Pfosten beenden.

Von der Frankfurter Komfortzone ins Gelsenkirchener Krisengebiet: Frederik Rönnow muss ein Typ sein, der Herausforderungen liebt. Sie bergen dabei auch immer die Chance, sich zu beweisen. Und der Däne, der als Frankfurter Ersatztorhüter kurz vor Ende des Sommer-Transferfensters leihweise im Tausch mit Schalkes Markus Schubert zum Revierklub kam, könnte seine Chance nun nutzen.

Gegen Union maßgeblich an erstem Punkt beteiligt

In Frankfurt brachte es Rönnow in der abgelaufenen Saison auf neun Bundesliga-Einsätze. Zu wenig für den 28-Jährigen, der bei Schalke zur zweiten Hälfte der Partie gegen RB Leipzig (3. Spieltag, 0:4) erstmals spielte, weil Ralf Fährmann sich verletzt hatte.

Auch wenn die Bilanz von fünf Gegentoren in 224 Einsatzminuten auf den ersten Blick keinen glanzvollen Eindruck macht: Rönnow parierte in dieser kurzen Zeit 13 Torschüsse.

Für die defensiv anfälligen Schalker, die das schlechteste Torverhältnis der Bundesliga (2:19) aufweisen, hat Rönnow also bereits einige Kohlen aus dem lodernden Feuer geholt. Gegen Union Berlin (4. Spieltag, 1:1) war er maßgeblich am ersten und bisher einzigen Punktgewinn der Schalker beteiligt. Im Revierderby gegen Dortmund (0:3) war er chancenlos.

Rönnow zuversichtlich vor Duell mit Aufsteiger Stuttgart

"Ich sehe eine Menge Qualität in unserem Kader. Und ich bin sicher, dass bald auch die Ergebnisse kommen werden", äußerte sich der 28-Jährige vor dem anstehenden Flutlichtspiel gegen Aufsteiger VfB Stuttgart (Freitag, 20.30 Uhr) nun zuversichtlich. Das Spiel habe Signal-Charakter, aber es sei "kein Finale".

Schalke dürfe nicht so viel an die Vergangenheit mit zuletzt 21 Spielen in Serie ohne Sieg denken. "Ich sehe eine positive Entwicklung in den vergangenen Wochen. Wir brauchen Selbstvertrauen und ein Erfolgserlebnis. Gegen Stuttgart müssen wir mit der richtigen Einstellung ins Spiel gehen, den Kampf annehmen. Dann holen wir auch ein gutes Ergebnis und können darauf aufbauen."

Schalke-Torwart möglicherweise wieder unter Beschuss

Doch damit es mit einem "Erfolgserlebnis" gegen die hervorragend in die Saison gestarteten Stuttgarter klappt, muss Schalke unbedingt mehr Gegenwehr leisten. Und das nicht nur in Person von Rönnow.

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Im Revierderby machte S04 zumindest defensiv in Hälfte eins eine recht ordentliche Figur. Allerdings wichen die "Knappen" im zweiten Abschnitt immer mehr zurück, das Spiel verkam zur Abwehrschlacht. Auch gegen Stuttgart mit Stürmer Sasa Kalajdzic (bisher drei Tore) und den schnellen Außenspielern Silas Wamangituka (35,4 km/h Top-Speed) und Roberto Massimo (35,1) könnte es zu einigen Situationen kommen, in denen doch wieder Rönnow entscheidend eingreifen muss.

Verwirrende Torwart-Rochade auf Schalke

In der jüngeren Vergangenheit hat der Revierklub eine recht verwirrende Rochade durchgeführt. Zuerst wurde Ralf Fährmann durch Alexander Nübel (jetzt bei Bayern München) als Nummer eins abgelöst. Nübel wurde kurz darauf zum Kapitän ernannt, was mit der vergeblichen Hoffnung verbunden war, ihm die Wechselgedanken auszutreiben, Fährmann wurde unterdessen an Norwich City (England) verliehen. Als die Leistungen Nübels schwächer wurden, wurde mit Markus Schubert das nächste Talent vorgezogen, dann aber nach einigen Spielen doch wieder auf die Bank gesetzt.

Nun heißt der Torhüter erstmal Rönnow. Ob das auch so bleibt? "Da bin ich der falsche Ansprechpartner. Ich konzentriere mich nur auf meine eigene Leistung. Klar will ich jedes Spiel machen. Aber am Ende ist es nicht meine Entscheidung", sagte der Däne. Jedenfalls wird Rönnow vermutlich genug Möglichkeiten bekommen, diese Entscheidung zu beeinflussen.

Stand: 28.10.2020, 13:45

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