Mehr Schutz und spielfrei für Profis: Schalke bleibt im Ausnahmezustand

Schalke-Sportvorstand Peter Knäbel zeigt sich nach dem Fan-Ausschreitungen verständnisvoll.

Mehr Schutz und spielfrei für Profis: Schalke bleibt im Ausnahmezustand

Beim FC Schalke 04 hat sich drei Tage nach den Fan-Ausschreitungen die Lage nicht beruhigt. Der Vorstand hat sich bei den betroffenen Spielern und Betreuern entschuldigt und Strafanzeige bei der Polizei erstattet.

Der Abstieg ist besiegelt, doch Schalke befindet sich weiter im Ausnahmezustand. Nach den Fan-Angriffen auf Schalker Spieler und Mitarbeiter in der Nacht zu Mittwoch hat sich Sport-Vorstand Peter Knäbel bei den Betroffenen nicht nur entschuldigt, sondern ihnen auch mehr Schutz versprochen. Das Angebot, nicht mehr für den Klub zu spielen, hatte er bereits am Donnerstag in den Raum gestellt.

Spielern werden Einsätze freigestellt

Sollten sich einzelne Spieler außerstande sehen, noch einmal in dieser Saison das Trikot des S04 überzustreifen, gäbe es auch dafür eine Lösung, hatte Knäbel gesagt. "Ich kann mit allen Entscheidungen leben, innerhalb der juristischen Grenzen."

"Es waren Menschen in Gefahr, es wurden Sachen beschädigt. Wir hatten Glück, dass unseren Leuten nichts Schlimmeres passiert ist", soll der Schalker Sport-Vorstand laut "Bild"-Zeitung am Freitag (23.04.2021) gesagt haben. Auf der Homepage des Vereins erneuerte er das Angebot, "den Spielern und Betreuern alle notwendige Unterstützung zur Bewältigung der Ereignisse zur Verfügung zu stellen".

DFL verurteilt Angriffe der Fans

Auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) verurteilte das Vorgehen der Fans aufs Schärfste. "Hier wurde ganz eindeutig eine Grenze überschritten, so etwas hat in der Bundesliga nichts zu suchen", sagte DFL-Boss Christian Seifert dem Fußballmagazin "11Freunde".

Da Schalke an diesem Wochenende wegen der Quarantäne von Hertha BSC spielfrei hat, wurde vereinbart, den regulären Trainingsbetrieb erst am kommenden Montag wieder aufzunehmen - unter stärkeren Sicherheitsvorkehrungen. Der Klub kündigte an, dass die eigene Security verstärkt werde. "Wir werden unter erhöhter Aufmerksamkeit trainieren", so Knäbel.

Die ungewöhnlichen Maßnahmen zeigen, wie tief die Vorkommnisse in der Nacht nach dem Abstieg Spieler, Mitarbeiter und Vorstand erschüttert haben.

Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen

Dem Verein geht es aber nicht nur um den künftigen Schutz seines Personals, sondern auch um die Aufarbeitung der Geschehnisse. Man habe Anzeige bei der Polizei erstattet und wolle die "Aufklärung der Vorfälle weiter mit ganzer Kraft vorantreiben".

Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Es soll geklärt werden, wie die vielen Anhänger - es sollen 500 bis 600 gewesen sein - auf das Klubgelände gelangen konnten und warum die Sicherheitsleute das Aufeinandertreffen mit der Mannschaft so kurz nach dem Abstieg nicht als zu gefährlich eingestuft hatten.

Das nächste Bundesliga-Spiel steht für die "Königsblauen" erst am 8. Mai auf dem Programm, bei der TSG Hoffenheim. Das Heimspiel gegen die Hertha soll am 12. Mai (18 Uhr) nachgeholt werden.

Schalke-Vorstand Knäbel verurteilt die gewaltsamen Übergriffe Sportschau 22.04.2021 01:21 Min. Verfügbar bis 22.04.2022 Das Erste

sid/schalke | Stand: 23.04.2021, 16:57