Mitgliederversammlung in der Arena auf Schalke

Schalke-Mitglieder entlasten Vorstände der Jahre 2019 und 2020 nicht

Stand: 12.06.2022, 14:23 Uhr

Viele Mitglieder des FC Schalke 04 haben ihren Unmut über die Arbeit der Vorstände und der Aufsichtsräte des Clubs in den Jahren 2019 und 2020 deutlich zum Ausdruck gebracht - bei der Mitgliederversammlung in der Arena auf Schalke.

Die Vorstände und Aufsichtsräte der Geschäftsjahre 2019 und 2020 wurden auf der Mitgliederversammlung am Sonntag bei den entsprechenden Abstimmungen nicht entlastet. Zuvor hatte ein Mitglied die Nicht-Entlastung auf der Bühne gefordert und vorgeschlagen zu prüfen, ob frühere Vorstandsmitglieder für Fehler persönlich zur Rechenschaft gezogen werden können.

Zum Vorstand 2019 gehörten Christian Heidel, Alexander Jobst, Peter Peters und Jochen Schneider. 2020 bestand das Gremium aus Jobst, Peters, Schneider und Christina Rühl-Hamers. Dass die Verantwortlichen nicht entlastet wurden, ist allerdings hauptsächlich ein symbolischer Akt. "Soweit ich informiert bin, hat das keine juristischen Konsequenzen", sagte Schalkes Vorstandsvorsitzender Bernd Schröder.

Mitgliederversammlung in der Arena auf Schalke

Tausende Schalke-Mitglieder in der Arena.

Der für 2021 zuständige Vorstand mit Rühl-Hamers, Schneider, Jobst und Knäbel wurde hingegen entlastet. In der Veltins-Arena waren offiziell 4.338 Mitglieder anwesend, davon waren 4.238 stimmberechtigt. Nicht alle stimmten ab.

Rühl-Hamers: "Auf dem richtigen Weg"

Die beim FC Schalke 04 für Finanzen zuständige Vorständin Christina Rühl-Hamers schwor die Vereinsmitglieder des Bundesliga-Aufsteigers auf finanziell weiter komplizierte Zeiten ein.

"Wir sind auf dem richtigen Weg, aber wir sind noch lange nicht da, wo wir hinwollen", sagte die 45-Jährige. Die Gelsenkirchener haben ihre Schulden zwar zuletzt um 33,5 Millionen Euro gesenkt. Die Verbindlichkeiten betragen aber immer noch 183,5 Millionen Euro. "Der Rucksack ist leichter geworden, aber er ist immer noch schwer gefüllt", sagte Rühl-Hamers.

Schalke finanziell eingeschränkt

Was das auch sportlich bedeutet, erfuhren die Schalker zuletzt unter anderem auf dem Transfermarkt. Eine Verpflichtung des von Manchester City ausgeliehenen Schlüsselspielers Ko Itakura für etwa sechs Millionen Euro konnte sich Schalke nicht leisten. "Sind wir mit unserem Budget in der 1. Liga konkurrenzfähig? Ja", sagte Rühl-Hamers. "Können wir jetzt alles machen, was wir gerne machen würden? Nein."

Die Vorstände Peter Knäbel, Christina Rühl-Hamers und Bernd Schröder auf der Bühne

Knäbel, Rühl-Hamers und Schröder.

Die Vorständin kündigte an: "Wir werden den eingeschlagenen Weg der kaufmännischen Vernunft konsequent weitergehen." Sie ergänzte: "Wir werden unsere finanzielle Handlungsfähigkeit Schritt für Schritt verbessern." Vorstandschef Bernd Schröder erklärte, dass das Ziel für die kommende Saison der Klassenerhalt sei. Erst nach Abbau der Verbindlichkeiten und dem Klassenerhalt könne der Verein weitere Ziele angehen.

Auch Sportvorstand Peter Knäbel betonte: "Unser Ziel ist der Klassenerhalt, der Klassenerhalt, der Klassenerhalt." Gleichzeitig versprach er, dass die Mannschaft "bundesligatauglich" sein werde, "klar ist aber auch: Wir müssen in allen Bereichen besser werden."

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Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurden am Sonntag zwei Aufsichtsratsmitglieder gewählt. Johannes Struckmeier und Rolf Haselhorst setzten sich gegen Martin Engel und Meinolf Weidenbach durch.

Vertragsverlängerung mit Sidi Sané

Der FC Schalke 04 gab am Sonntag außerdem bekannt, dass Sidi Sané, der jüngere Bruder von Fußball-Nationalspieler Leroy Sané, seinen Vertrag bis 2024 verlängert hat. Der 19 Jahre alte Stürmer soll einen großen Teil der Sommervorbereitung mit der Bundesliga-Mannschaft der Gelsenkirchener absolvieren, wie Schalke am Sonntag mitteilte.

Sané spielt bereits seit der Saison 2011/2012 für Schalker Jugendmannschaften. In der vergangenen Spielzeit kam er hauptsächlich für die U19 zum Einsatz.

Quelle: red/dpa/sid