"Malocher" Kolasinac ist Schalkes Hoffnungsträger

Sead Kolasinac im Training des FC Schalke 04.

"Malocher" Kolasinac ist Schalkes Hoffnungsträger

Rückkehrer Sead Kolasinac soll der anfälligen Schalker Abwehr mehr Stabilität verleihen und gilt vielen als neuer Hoffnungsträger. Allerdings hat die Leihgabe beim FC Arsenal kaum gespielt.

In bestem Ruhrpott-Deutsch gab Sead Kolasinac den Malocher, der seinen Herzensklub FC Schalke 04 mit Mentalität vor dem Absturz retten will. "Ich bin ein Spieler, der vorne weggeht. Dat is' meine Art, dat kann die Mannschaft gut gebrauchen", sagte der von Fans und Mitspielern sehnlichst erwartete Rückkehrer bei seiner Vorstellung am Dienstag.

Dass er angesichts der prekären Lage wie ein Heilsbringer empfangen wurde, machte dem 27 Jahre alten Linksverteidiger nichts aus. "Das ist positiver Druck, ich sehe das als eine Herausforderung", sagte die Leihgabe des FC Arsenal: "Klar ist aber: Ich kann das nicht alleine schaffen, wir müssen alle zusammenhalten."

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Elgert ist Kolasinacs "Mentor"

Tatenlos dabei zuzusehen, wie sein Ex-Klub, für den er als Meister-Kapitän der A-Jugend und später als Profi (2012 bis 2017) aufgelaufen war, derart abstürzt, habe ihm wehgetan, gab der Nationalspieler Bosnien-Herzegowinas zu. Er wollte unbedingt helfen, und nach Gesprächen mit seinem "Mentor" Norbert Elgert, Schalkes U19-Trainer, stand sein Entschluss zum Wechsel fest. "Ich freue mich riesig, wieder da zu sein", sagte Kolasinac, der Schalke auf und neben dem Platz voranbringen soll.

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Der Mann, der laut Ex-Trainer Arsene Wenger über "Kraft wie ein Tier" verfügt, soll die verunsicherten Teamkollegen aus ihrer Lethargie reißen. "Keiner darf Angst haben vor dieser Herausforderung", mahnte Kolasinac, "weil Angst nie gut im Sport und im Leben allgemein ist."

Wie unerschrocken der Fußballprofi ist, zeigte ein Vorfall im Sommer 2019. Bei einem Raubüberfall auf ihn, Teamkollege Mesut Özil und dessen Frau schlug Kolasinac die mit einem Messer bewaffneten Täter in die Flucht. Die Bilder der Überwachungskameras gingen an die Öffentlichkeit, Kolasinac wurde auf der Insel für seine Furchtlosigkeit bewundert. Schon vorher hatte Özil in einem Interview auf die Frage, wen er im Falle eines Kampfes auf seiner Seite haben wolle, geantwortet: "Ich würde Boss Seo nehmen."

Özil kein Thema auf Schalke

Mit Özil hat Kolasinac auch über Schalke gesprochen, aber der bei Arsenal aussortierte Rio-Weltmeister wird seinem Kumpel nicht nach Gelsenkirchen folgen. "Darüber haben wir nicht gequatscht", verriet Kolasinac.

Am kommenden Samstag trägt die Abwehr-Kante im Heimspiel gegen TSG Hoffenheim wieder das blau-Weiße Trikot. Er ist die größte Hoffnung, die Einstellung des Negativ-Rekords von Tasmania Berlin (31 sieglose Spiele in Serie) noch zu verhindern. Doch sportlich gibt es auch Zweifel. Kolasinac lief in dieser Saison in nur neun Pflichtspielen für Arsenal auf, nur einmal durfte er in der Premier League ran. Zudem ist die personelle Not auf der rechten Seite und im Sturmzentrum eigentlich größer.

Kolasinac verzichtet auf viel Geld

Zumindest finanziell geht Schalke ein überschaubares Risiko ein, Kolasinac verzichtet auf viel Geld - Medienberichten zufolge auf 50 Prozent seines Brutto-Gehalts von rund neun Millionen Euro. Da Arsenal zudem einen Teil des Restgehalts übernimmt, konnten die klammen Knappen das Kolasinac-Paket stemmen. Auf eine Kaufoption haben sich die Londoner aber nicht eingelassen, und so dürfte Kolasinacs Rückkehr auf ein halbes Jahr begrenzt sein.

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Stand: 05.01.2021, 17:41