Schalke setzt nun doch auf Tönnies-Millionen

Schalkes ehemaliger Präsident Clemens Tönnies vor Spielbeginn

Schalke setzt nun doch auf Tönnies-Millionen

Jetzt kommt die Tönnies-Finanzspritze für den angeschlagenen FC Schalke 04 doch. Das Geld kommt nicht vom ehemaligen Aufsichtsratsboss direkt, sondern von dessen Fleischkonzern.

Wie die Schalker am Dienstag bekanntgaben, wurde der ursprünglich im Juni auslaufende Sponsorenvertrag mit der Wurstmarke Böklunder bis 2024 verlängert. Darüber hinaus wurde mit dem Unternehmen "eine sofortige Sonderzahlung" vereinbart, hieß es in einer Pressemitteilung. Böklunder ist ein Unternehmen der Zur-Mühlen-Gruppe, dessen Alleininhaber Clemens Tönnies ist.

Es ist eine irre Wende, denn vor wenigen Wochen hatten sich ähnliche Pläne der Schalker Vereinsführung zur Erschließung zusätzlicher Geldquellen (eigentlich) zerschlagen. Damals hatte Tönnies eine Finanzspritze in Form einer Ausweitung des Böklunder-Engagements in Aussicht gestellt, dafür aber eine einstimmige Zustimmung des Aufsichtsrats gefordert. Dieser stimmte jedoch nur mit 9:2 Stimmen dafür.

Schalke 04 lehnt Millionen-Hilfe von Tönnies ab

WDR 5 Profit - aktuell 07.01.2021 02:10 Min. Verfügbar bis 07.01.2022 WDR 5


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Warum der Deal nun doch zustande kam, erläuterte Schalke-Vorstand Alexander Jobst: "Es handelt sich hierbei um ein reines Sponsoring-Geschäft - der Vertrag wurde ganz normal verlängert, ohne anderweitige Forderungen oder Ansprüche. Das ist somit eine übliche Entscheidung in der Verantwortung des Vorstands." Die Vereinbarung sei "an keinerlei Bedingungen oder zusätzliche Verpflichtungen geknüpft".

Auch Personaldienstleister bleibt Schalke treu

Gleichzeitig hat Schalke auch den auslaufenden Sponsorenvertrag mit Personaldienstleister Stölting bis 2029 verlängert. Dieser beschert dem finanziell stark angeschlagenen Verein ebenfalls eine wichtige Soforthilfe, die nach Informationen der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" bei drei Millionen Euro liegt. Das Geld soll dem Bericht zufolge "ohne weitere Bedingungen" fließen, der Vertrag gelte auch für die 2. Bundesliga.

Den Tabellenletzten aus Gelsenkirchen drücken Verbindlichkeiten in Höhe von 240 Millionen Euro. Zudem hat der Klub eine Bürgschaft des Landes NRW erhalten.

Stand: 26.01.2021, 17:05