Amine Harit als Sinnbild des Schalker Aufschwungs

Amine Harit

Amine Harit als Sinnbild des Schalker Aufschwungs

  • Schalke feiert höchsten Auswärtsieg seit 42 Jahren
  • Harit (2 Tore) mit starker Leistung beim 5:1 in Paderborn
  • Marokkaner nach schwierigem Jahr wie ein Neuzugang

Der gefragte Mann nach dem Schalker 5:1 (1:1)-Erfolg in Paderborn war das bisherige Sorgenkind Amine Harit. Der Marokkaner spielte am Sonntag (15.09.2019) groß auf, mehr als ein Jahr nach seiner Unfallfahrt mit Todesfolge scheint der Techniker allen Ballast abgeworfen zu haben.

Harit spürt Vertrauen von Trainer Wagner

"Der Trainer schenkt mir sehr viel Vertrauen", sagte Harit nach seinem ersten Doppelpack im Dress der Königsblauen (71./85.) mit einem Grinsen: "Das letzte Jahr war nicht einfach für mich. Ich fühle mich wieder frei im Kopf und will nur arbeiten, arbeiten, arbeiten." Der 22-Jährige stand beim höchsten Schalker Bundesliga-Auswärtserfolg seit April 1977 sinnbildlich für den Aufschwung der Mannschaft unter David Wagner.

Wagner: "Die Jungs haben einfach weitergespielt" Sportschau 15.09.2019 00:16 Min. Verfügbar bis 15.09.2020 Das Erste

Der neue S04-Trainer wiederum geizte nicht mit Lob für den sensiblen Harit, den er offenkundig wieder stark gemacht hat. Zugleich versuchte der 47-Jährige, für Harits besonderen Fall zu sensibilisieren: "Man kann gar nicht wissen, was solche Erfahrungen mit einem machen. Wir sollten das mal weglegen. Es hilft ihm nicht, wenn wir ihn immer daran erinnern, was er im letzten Jahr erlebt hat."

Schalker Aufwärtstrend erkennbar und sichtbar

Wagner hat zwar noch einiges an Arbeit vor sich, doch trotz einiger Ungenauigkeiten im Aufbauspiel und einem beinahe fahrlässigen Umgang mit Großchancen in den ersten 60 Minuten ist die Aufwärtstendenz erkennbar - und sichtbar: Erstmals seit dem Ende der Vizemeistersaison 2017/18 stehen die Königsblauen (sieben Punkte) als Tabellensechster wieder auf einem Europapokalplatz.

Underdog Paderborn, der durch Cauly Oliveira Souza (8.) in Führung geggangen war und damit auch im vierten Ligaspiel der Saison in der Anfangsviertelstunde traf (Bundesliga-Rekord), wurde vor allem nach dem Seitenwechsel von der Schalker Wucht förmlich überrollt.

Baumgart will an Spielphilosophie festhalten

So musste auch SCP-Coach Steffen Baumgart neidlos enerkennen: "Das tut sehr weh. Aber das war hochverdient, auch in der Höhe", sagte der Trainer von Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn nach dem ersten heftigen Schuss vor den Bug im Oberhaus.

"Wir haben zu viele Fehler gemacht. Wir kassieren vier Gegentore nach Situationen, in denen wir vorher in Überzahl waren", merkte Baumgart an und nahm nach dem Abrutschen auf Tabellenplatz 17 vor allem sich selbst in die Pflicht. An seiner voll auf Offensive ausgerichteten Spielphilosophie will der 47-Jährige ungeachtet der klaren Niederlage in jedem Fall festhalten.

Nach dreieinhalb gefälligen Spielen im Oberhaus, aber nur einem Punkt auf dem Konto, steht den Ostwestfalen ein richtungweisendes Spiel bevor: Am Samstag (15.30 Uhr) kommt es zum Kellerduell beim punktgleichen Schlusslicht Hertha BSC. Schalke empfängt bereits am Freitag (20.30 Uhr) Mainz 05.

sid | Stand: 16.09.2019, 11:34