Kontroverse Schalker Standpunkte bei Tönnies-Debatte

Fans des FC Schalke 04 forderten beim DFB-Pokalspiel den Rauswurf des Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies.

Kontroverse Schalker Standpunkte bei Tönnies-Debatte

  • Debatte um Aussagen von Clemens Tönnies hält an
  • Harmonische Saisoneröffnung, Protest bei Pokalspiel
  • Klub würde Diskussion vor Bundesliga-Start gerne beenden

Eigentlich lief es für den FC Schalke 04 am Wochenende rund: Das Team zog beim Pflichtspiel-Debüt von Trainer David Wagner mit einem 5:0-Erfolg bei der SV Drochtersen/Assel in die 2. DFB-Pokalrunde ein und machte Hoffnung, dass nach einer schlechten Saison nun wieder bessere Zeiten anbrechen.

Doch die rassistischen Aussagen von Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies sorgen vor dem Bundesliga-Start weiter für gemischte Gefühle. Während Teile der Fans eine weitere Aufarbeitung und Konsequenzen fordern, wollen andere das Thema abhaken und sich auf das Sportliche konzentrieren.

100.000 Besucher bei Saisoneröffnung

Bei der Saisoneröffnung am Sonntag feierte der Klub mit 100.000 Anhängern ein harmonisches Fest. Doch noch am Vortag hatten die 1.500 mitgereisten Anhänger mit Plakaten ein deutliches Zeichen gesetzt. "Wir zeigen Rassismus die Rote Karte", "Wir zeigen Tönnies die Rote Karte" und "Rassisten sind keine Schalker" war auf den Plakaten zu lesen.

Schalke-Fans stellen sich klar gegen Rassismus

COSMO Daily Good News 12.08.2019 01:49 Min. Verfügbar bis 11.08.2020 COSMO

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Mit seinen Worten hat Tönnies nach Ansicht vieler Fans dem Klub Schaden zugefügt. Seit Jahren positioniert sich der Verein gegen Hass, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit und setzt sich für Fairness, Vielfalt und Toleranz ein. Dass Tönnies dieses Bemühen fahrlässig torpedierte, nehmen ihm seine Kritiker sehr übel - und fordern den Klub dazu auf, den Worten mehr Taten folgen zu lassen.

Fan-Initiative: "Wir möchten, dass er sich erklärt"

"Es gibt keine Entschuldigungen an diejenigen, die eigentlich angegriffen wurden. Wir möchten, dass er sich erklärt, wie er zu seiner solchen Aussage kommen kann", sagte Sven Schneider, Vorsitzender der Schalker Fan-Initiative. Tönnies könne etwa Reue zeigen, indem er anti-rassistische Arbeiten unterstütze. Andere fordern Tönnies' Rauswurf.

Die Klubverantwortlichen würden dagegen gerne einen Schlussstrich ziehen. Sportvorstand Jochen Schneider warnte davor, den Klubpatron dauerhaft an den Pranger zu stellen. "Sie haben ihm die Rote Karte gezeigt für ein grobes Foul. Dafür gibt es im Fußball die Rote Karte, dann hat man eine Sperre zu verbüßen. Das ist der Fall", sagte Schneider. "Wir müssen aufpassen, dass wir hier nicht eine Hetzjagd veranstalten." Sascha Riether, Koordinator der Lizenzspielerabteilung, sagte: "Wir dürfen uns nicht spalten lassen".

Hinweise darauf, ob die Fans beim Thema Tönnies weiter Druck machen, ob sie ihren Frieden damit machen oder ob sogar eine von einigen Beobachtern befürchtete Spaltung der Fan-Szene droht, wird es beim Bundesliga-Auftakt bei Borussia Mönchengladbach am Samstag geben - oder spätestens eine Woche später beim ersten Heimspiel gegen Bayern München.

Tönnies-Aussagen erschweren Schalkes Neustart Sportschau 10.08.2019 02:06 Min. Verfügbar bis 10.08.2020 Das Erste

red/dpa | Stand: 12.08.2019, 12:10