Schalke hadert mit Schiedsrichter-Entscheidungen

Trainer David Wagner vom FC Schalke 04 blickt skeptisch Richtung Spielfeld

Schalke hadert mit Schiedsrichter-Entscheidungen

  • Ärger über Schiedsrichter beim FC Schalke 04
  • Nicht gegebene Handelfmeter beim 0:3 gegen Bayern
  • Schiedsrichter: "Keine 100-prozentig falsche Entscheidung"

Seine Mannschaft habe gegen den FC Bayern München "verdient verloren", räumte Schalke-04-Trainer David Wagner nach der 0:3 (0:1)-Heimniederlage am Samstagabend (24.08.2019) ausdrücklich ein. Allerdings hätte sein Team zumindest ein Tor verdient gehabt, haderte der neue Schalke-Coach.

Pavard und Perisic mit Arm am Ball

Auslöser für den Ärger waren zwei Schiedsrichter-Entscheidungen beim Stand von 2:0 für Bayern in der zweiten Halbzeit: In einer Schalker Drangphase prallte ein Kopfball von Schalkes Matija Nastasic im Strafraum an den Arm von Bayern-Spieler Benjamin Pavard, der mit dem Rücken zur Szene stand. Wenige Minuten später traf der Ball bei einem Freistoß von Schalkes Daniel Caligiuri den nicht angelegten Arm von FCB-Neuzugang Ivan Perisic in der Mauer.

Schalke gegen München - die strittigen Handspiel-Situationen

Sportschau 25.08.2019 00:27 Min. Verfügbar bis 25.08.2020 ARD

Beide Male gab es keinen Elfmeter, Schiedsrichter Marco Fritz (Korb) sah sich die Szenen trotz Rücksprache mit dem Video-Assistenten Bastian Dankert (Rostock) nicht noch einmal selbst in der Wiederholung am Spielfeldrand an.

Wagner äußerte später totales Unverständnis. "Aus meiner Sicht hätten wir zwei Handelfmeter bekommen müssen", sagte er. "Ich bin auf die Erklärung gespannt, weil ich es gerne verstehen würde. Wir hatten eine Schulung vor der Saison, deswegen verstehe ich das nicht."

Schiedsrichter Fritz: "Keine 100-prozentig falsche Entscheidung"

Schiedsrichter Fritz sagte nach der Partie im ZDF: "Ich würde wahrscheinlich anders entscheiden", sagte er, "kann aber nachvollziehen, dass ich nicht rausgeschickt worden bin, weil es keine 100-prozentig falsche Entscheidung von mir war."

DFB-Schiedsrichterchef Lutz-Michael Fröhlich sagte in der Sendung "Doppelpass" auf Sport1: "Bei Perisic geht der Arm zum Ball, bei Pavard sehe ich das nicht ganz so. Von der Überzeugungskraft und der Außenwirkung wäre es aber wahrscheinlich am besten gewesen, wenn er sich noch mal selbst ein Bild gemacht hätte."

Regel-Anpassung zur neuen Saison

Die Diskussionen gehen weiter, obwohl die Handspiel-Regel kürzlich präzisiert worden war. Demnach wurde die "unnatürliche Vergrößerung der Körperfläche" Teil des Regelwerks, sodass eine Armhaltung über Schulterhöhe bei einem Kontakt mit Hand oder Arm ein strafbares Handspiel nach sich zieht.

Zumindest im zweiten Fall hätte es Elfmeter geben müssen, weil Perisic seine Körperfläche vergrößerte.

Abgesehen von den Schiedsrichter-Entscheidungen attestierte Wagner seinem Team, "einen ordentlichen Fußball gespielt" zu haben: "Wir werden Schritte machen mit diesem Spiel und durch dieses Spiel."

Stand: 25.08.2019, 11:52